Planungen für die Alleestraße gehen weiter

Alles beim Alten: Der Verkehrsausschuss lehnt die Anträge der Bürgerinitiative gegen die befürwortenden Stimmen der CDU ab. Die Anwohner sprechen von einer „nicht zu überbietenden Ignoranz“

Uwe Pollmeier

Scheiterte mit den Anträgen: Sprecher Helmut Rose. - © Uwe Pollmeier
Scheiterte mit den Anträgen: Sprecher Helmut Rose. (© Uwe Pollmeier)

Halle. Die Mitglieder des Bau- und Verkehrsausschusses haben drei Anträge der Bürgerinitiative Alleestraße mehrheitlich abgelehnt. Die sieben Vertreter aus den Reihen von SPD, Grünen und UWG überstimmten die vier CDU-Vertreter. Damit ist der Wunsch der Bürgerinitiative nach einer Planungsunterbrechung, dem Erstellen eines Generalverkehrsplans sowie dem Einschalten eines Fachbüros vom Tisch.

„Es wäre fahrlässig, diese Planung nicht weiterzuführen", sagte Abteilungsleiter Eckhard Hoffmann. Die vorliegenden Verkehrsdaten seien ausreichend, zudem seien zukünftige Veränderungen bereits einkalkuliert worden. „Die Planung ist schwierig, aber eine Unterbrechung wäre schlecht", stimmte Claudia Lantzke (SPD) zu. Reinhard Stricker (CDU) sah die Sache jedoch anders: „Wir stellen doch jetzt schon fest, dass der Verkehr zugenommen hat. Wie wäre es erst, wenn der neue Aldi da wäre?" Der nicht stimmberechtigte Klaus-Peter Kunze (FDP) sprach von einer neuen Verkehrssituation. „Man kann einen Generalverkehrsplan nicht einfach von der Hand weisen."

Diese Äußerung veranlasste Bauamtsleiter Jürgen Keil dazu, einmal genau die Inhalte solch eines Planes zu erläutern. „Einen Generalverkehrsplan macht heute kein Mensch mehr. Heute gibt es Verkehrsentwicklungspläne, und einen solchen haben wir", sagte Keil. Und die Zahlen dafür stammen nicht aus Schätzungen, sondern werden von Computerprogrammen errechnet. Zudem sei „der einzige Faktor, der alles determiniert, der ÖPNV. Da sind die Pkw-Zahlen egal", sagt Keil. Die Straße sei so zu planen, dass zwei sich entgegenkommende Busse keine Probleme hätten.

Rose: „Wir ziehen ihre Zahlen in Zweifel"

„Ich verstehe den Antrag nicht, diese Planungen auszusetzen", erwiderte Dieter Jung (Grüne). Die Gefahr für Radfahrer und Fußgänger sei groß und es müsse etwas geändert werden. „Wir wollen eine Planung für mehr Sicherheit und nicht für weniger Leistungsfähigkeit." Das alleinige Ziel der Bürgerinitiative sei es, die ganze Angelegenheit in die Zeit zu schieben. „Wir müssen endlich zu Potte kommen."

„Wir ziehen ihre Zahlen in Zweifel", erwiderte Helmut Rose, Sprecher der Bürgerinitiative, und legte aktuelle Zahlen vor, die einen deutlichen Anstieg der Verkehrsteilnehmer auf der Alleestraße seit Freigabe des neuen A 33-Abschnitts belegen. Man wünsche sich weiterhin eine konstruktive Bürgerbeteiligung. „Am Ende müssen sie im Rat eine Entscheidung treffen. Mit dieser müssen Sie leben. Wir aber auch", sagte Rose.

Die Bürgerinitiative Alleestraße lädt zu einem Arbeitstreffen heutigen Freitag um 19.30 Uhr ins Hotel Hollmann ein. Themen werden der jüngste Ausschuss sowie kommende Aktionen sein.

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