Volksbank bleibt in schwierigen Zeiten auf Wachstumskurs

Die Nutzung der VR-Banking-App steigt um 42 Prozent und das Banking per Smartphonewird fast 20 Mal häufiger genutzt als noch vor fünf Jahren. Dadurch gehen jedoch die Kundenkontakte am Schalter zurück

Uwe Pollmeier

Bilanzpressekonferenz: Gaben Auskunft – von links: Dennis Blomeyer, Wolfgang Tiekötter, Florian Müller, Harald Herkströter, Rainer Peters und Timo Klack. - © Uwe Pollmeier
Bilanzpressekonferenz: Gaben Auskunft – von links: Dennis Blomeyer, Wolfgang Tiekötter, Florian Müller, Harald Herkströter, Rainer Peters und Timo Klack. (© Uwe Pollmeier)

Halle. „Wir sind weiterhin auf Wachstumskurs und wollen den auch zukünftig halten“, sagt Rainer Peters, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Halle. Trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase und der schwächer werdenden Konjunktur konnte man den Bilanzgewinn mit einer Million Euro auf dem exakt gleichen Niveau der beiden Vorjahre halten. „Wir blicken zufrieden auf das Geschäftsjahr und konnten unser Kundenvolumen erneut steigern“, sagt Peters. Ebenfalls gewachsen ist mit 528,9 Millionen Euro die Bilanzsumme, was ein Plus von 4,9 Prozent bedeutet.

Ein wichtiger Wachstumstreiber bleibt das Kreditgeschäft, das im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um sechs Prozent zugelegt hat. „In der Summe konnten wir 1.564 neue Kredite in Höhe von 102 Millionen Euro an Privatkunden und an die heimische Wirtschaft vergeben“, sagt Vorstand Harald Herkströter. Das Kreditvolumen lag somit bei 369,8 Millionen Euro.

Etwas geringer sind mit 365,9 Millionen Euro die Kundeneinlagen, die jedoch ebenfalls ein Plus verzeichnen konnten. Die Summe der Spar-, Termin- oder täglich fälligen Einlagen lag somit um 5,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor. „Wir freuen uns, dass der Spargedanke weiter gelebt wird“, sagt Herkströter. Einen leichten Rückgang gab es beim Wertpapiergeschäft, was sicherlich auch daran lag, das der DAX übers Jahr gesehen 18 Prozent einbüßte.

Starke Schwankungen an der Börse

„Unter diesen Umständen können wir zufrieden sein“, sagt Vermögensberater Florian Müller. Befanden sich im Vorjahr noch 135,5 Millionen Euro in den Depots, so waren es im vergangenen Jahr noch 128,4 Millionen Euro und somit 5,2 Prozent weniger. Für dieses Jahr kündigte er die Auflage eines eigenen Fonds an. Man rechne an der Börse weiter mit starken Schwankungen, aber sei davon überzeugt, dass die jetzigen Verluste wieder ausgeglichen werden.

Investitionsfreudig zeigte sich der Mittelstand. Die Kredite stiegen um 27,5 Millionen Euro an. „Sehr erfolgreich verlief auch die Kooperation mit der R+V Versicherung“, sagt Dennis Blomeyer, Prokurist und Leiter der Firmenkundenberatung. Um fast 19 Prozent runter ging es aber bei den Bausparverträgen.

Arbeiten möchte das Kreditinstitut an der Ertragslage. „Wir müssen das Thema Kosten stärker im Fokus haben“, sagt Peters. Um 100 Euro zu erwirtschaften, brauche man 73 Euro. Dies sei im Bankenvergleich zu hoch. Ein Grund dafür seien auch die Personalkosten, die man zuletzt leicht senken konnte. „Der Erfolg hängt aber auch von der Qualität der Beratung ab“, sagt Peters. Die Mitarbeiter machten des Bankgeschäfts aus und man wisse die Kompetenz des Teams zu schätzen.

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