Haller CDU fordert Gesamtkonzept für die Innnenstadt

Die Christdemokraten fordern ein Gesamtkonzept für die Haller Innenstadt und sehen den Discounter zusammen mit einem weiteren Supermarkt südlich des Künsebecker Weges. Zudem machen sie einen Vorschlag zur Verkehrsführung

Rolf Uhlemeier

Fordern ein Gesamtkonzept für die Innenstadt: Wolfgang Schulz, Detlev Kroos, Hendrik Schaefer, Axel?Reimers, Reinhard Schacht, Thomas Tappe und Reinhard Stricker (von links). - © Rolf Uhlemeier
Fordern ein Gesamtkonzept für die Innenstadt: Wolfgang Schulz, Detlev Kroos, Hendrik Schaefer, Axel?Reimers, Reinhard Schacht, Thomas Tappe und Reinhard Stricker (von links). (© Rolf Uhlemeier)

Halle. Am kommenden Dienstag, 22. Januar, wird sich der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung ab 17.15 Uhr im Rathaus erneut mit dem Bauleitverfahren für die Haller Innenstadt und damit auch mit einem möglichen Standort für einen größeren Aldi-Markt befassen. Im Vorfeld dieser Sitzung hat sich der CDU-Stadtverband intensiv mit dem Thema beschäftigt und konkrete Ziele erarbeitet. Grundsätzlich fordern die Christdemokraten für den Innenstadtbereich ein schlüssiges Gesamtkonzept: „Die Planung hat man lange vor sich hergeschoben“, erklärte Thomas Tappe Mittwochabend und ergänzte: „Man darf jetzt nicht erneut irgendwo Fakten schaffen, auf die man dann wieder reagieren muss.“

Aldi-Standort

Die CDU spricht sich dafür aus, den Aldi-Neubau auf dem freien Areal südlich des Künsebecker Weges zu realisieren. Die rechte »Herzhälfte« der Haller Innenstadt hält der Stadtverband für ungeeignet. Ein großer Markt mit einer Höhe von elf, zwölf Metern und einem Parkdeck würde nach Ansicht der CDU nicht nur das Stadtbild negativ prägen, sondern auch deutlich mehr Verkehr in das Zentrum bringen. Auf dem Gelände zwischen Möbel Vollmer und dem großen Innenstadtparkplatz sehen die Christdemokraten eher Wohn- und Geschäftshäuser.

„Der Aldi-Markt passt da nicht hin“, erklärte Axel Reimers. Die CDU spricht sich für eine kleinteiligere Bebauung aus, die ins Stadtbild passt und durch welche die Innenstadt nachhaltig belebt werden könnte: „Kleine Geschäftshäuser mit Wohnungen bringen mehr Frequenz in die Stadt als ein Aldi. Dort fahren die Kunden in der Regel vor, kaufen ein und fahren wieder nach Hause“, erklärte Reimers, der den Innenstadtbereich durch den Marktkauf gut versorgt sieht. Am Künsebecker Weg könnte der Aldi, potenziell zusammen mit einem anderen Supermarkt, dagegen die Nahversorgung für den südlichen Stadtbereich und die entsprechenden Ortsteile wie Hörste, Bokel und Kölkebeck übernehmen.

Alter Busbahnhof

In ihr Konzept bezieht die CDU auch die Umgestaltung und Sanierung des alten Busbahnhofs ein. Dort soll zunächst die alte Deponie, die sich nach Recherchen der Christdemokraten auf zwei Dritteln des vorderen Bereiches und bis zu einer Tiefe von einem bis eineinhalb Metern in einer ehemaligen Wiesensenke befindet, entfernt werden. „Wir wissen nicht, was da drin ist. Klar ist aber, dass man es anpacken muss und die Altlasten entsorgt werden müssen“, sagt Thomas Tappe. Zudem spricht sich der Stadtverband für eine Verlängerung der Martin-Luther-Straße aus.

Der Verkehr würde dann über den alten Busbahnhof und entlang des historischen Friedhofes bis zum Schnittpunkt Martin-Luther-Straße/Kättkenstraße führen. Davon verspricht sich die CDU eine Verkehrsentlastung des südlichen Bereichs der Bahnhofstraße und eine Belebung der dortigen Geschäfte. „Wir können uns auch vorstellen, dort unter Tempo 30 zu gehen“, erklärte Hendrik Schaefer. Betont wurde aber auch, dass die Parkplätze weitgehend erhalten bleiben und nicht einer Bebauung weichen sollen. Axel Reimers erklärte: „Wir brauchen den Parkraum in der Innenstadt, sonst bleiben die Leute weg.“

Edeka-Gelände

Ein schlüssiges Verkehrskonzept für die Innenstadt müsste nach Ansicht der Haller CDU auch das ehemalige Edeka-Gelände einbeziehen. Denkbar wäre eine Verbindung zum neuen Busbahnhof über die frei gewordene Fläche, um die Bahnhofstraße einschließlich des Bahnübergangs zu entlasten und die Anbindung an den westlichen Stadtbereich zu vereinfachen.

Man darf also gespannt sein, wie sich die Diskussion in den politischen Gremien entwickelt und zu welchen Ergebnissen der Ausschuss am Dienstag kommt.

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