A33-Lückenschluss rückt näher: Halle hat jetzt zwei Ausfahrten

Seit Freitag können Autofahrer zwischen Halle und Künsebeck die Autobahnroute wählen. Mit der Freigabe geht es in den Endspurt bis zum endgültigen Lückenschluss, der Ende des Jahres erfolgen soll

Uwe Pollmeier

Machen den Weg frei: Tobias Fischer (Abteilungsleiter Bau bei Straßen.NRW, von links), Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann, Landrat Sven-Georg Adenauer, NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und Birgit Husemann (stellvertretende Leiterin der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ostwestfalen-Lippe) räumen um 12.37 Uhr die Absperrung zur Autobahnauffahrt weg. - © Uwe Pollmeier
Machen den Weg frei: Tobias Fischer (Abteilungsleiter Bau bei Straßen.NRW, von links), Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann, Landrat Sven-Georg Adenauer, NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und Birgit Husemann (stellvertretende Leiterin der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ostwestfalen-Lippe) räumen um 12.37 Uhr die Absperrung zur Autobahnauffahrt weg. (© Uwe Pollmeier)

Halle. Als der Fahrer eines in Porta Westfalica beheimateten Entsorgungsunternehmens am Freitagmorgen zur Arbeit fährt, dürfte er noch nicht geahnt haben, welche zentrale Rolle er wenige Stunden später einnehmen wird. Um exakt 12.37 Uhr nähert er sich von Norden kommend auf der Theenhausener Straße der Alleestraße, als sich ein Polizeiauto vor seinen Kühlergrill schiebt und ihn als Ersten auf den neuen Teilabschnitt der A 33 geleitet. Auf Platz zwei eilt kurzfristig noch ein Krankenwagen mit eingeschaltetem Blaulicht herbei, aber für den geschichtlich für immer fest verankerten Spitzenplatz reicht es nicht mehr.

Kurz zuvor hatte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst die Absperrbake zur Seite geschoben und den 5,4 Kilometer langen Teilabschnitt freigegeben. „Ich dachte, das findet nur im kleinen Rahmen statt", sagt der 43-jährige CDU-Politiker bei seiner Ankunft im vom Sprühregen benebelten Halle. Ihm zur Seite stehen Landrat Sven-Georg Adenauer, Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann sowie einige Vertreter von Straßen.NRW und der Presse.

Dankeschön: Anne Rodenbrock-Wesselmann und Klemens Keller (Aktionsbündnis A 33) übergeben ein Präsent an Birgit Husemann. - © Uwe Pollmeier
Dankeschön: Anne Rodenbrock-Wesselmann und Klemens Keller (Aktionsbündnis A 33) übergeben ein Präsent an Birgit Husemann. (© Uwe Pollmeier)

Bis zum Jahresende soll dann die letzte Autobahnlücke zwischen Halle und Borgholzhausen fertig sein, und dann wird beim Feiern sicherlich auch noch einmal eine Schippe draufgelegt. Natürlich auch mit Hendrik Wüst, der dann nach Steinhagen im April 2018 und Halle im Januar 2019 seinen ganz persönlichen A 33-Hattrick verbuchen könnte.

7,2 Kilometer fehlen jetzt noch

Dass die Fertigstellung der letzten 7,2 Kilometer pünktlich gelingt, davon ist Landrat Sven-Georg Adenauer fest überzeugt. „Das hier heute ist doch schon ein gutes Signal. Wir sollten auch nicht über ein paar Wochen klagen, angesichts der Gesamtlänge des Projekts", sagt Adenauer. Stoppen könnte den Lückenschluss wohl nur noch der Fund eines Dinosaurierskeletts, wie er scherzhaft anmerkt. Allerdings dürfte dieses, angesichts der bereits abgeschlossenen Erdarbeiten, wohl eher für Generationen unter dem Asphalt weiterschlummern.

„Durch die Freigabe der Autobahn wird die Innenstadt nach Jahrzehnten der starken Verkehrsbelastung deutlich entlastet", zeigt sich Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann erfreut. Sie spricht allen Beteiligten ihren Dank aus, vergisst aber auch nicht, auf die noch bis zur endgültigen Fertigstellung bestehenden Probleme hinzuweisen. „Die Lücke wird reduziert, dadurch ergeben sich Probleme auf dem verbleibenden Reststück. Besonders der Knotenpunkt der Umgehungsstraße auf die B 68 macht mir Sorgen." Dennoch blicke sie positiv auf die Entwicklung.

Sie schreiben A 33-Geschichte: Die ersten Autofahrer, die auf dem ausschließlich auf Haller Stadtgebiet verlaufenen Teilstück der Autobahn unterwegs sind, werden wohl noch lange daran zurückdenken. - © Uwe Pollmeier
Sie schreiben A 33-Geschichte: Die ersten Autofahrer, die auf dem ausschließlich auf Haller Stadtgebiet verlaufenen Teilstück der Autobahn unterwegs sind, werden wohl noch lange daran zurückdenken. (© Uwe Pollmeier)

Auffallend ist, dass es an der zukünftig durchgängigen Strecke zwischen Paderborn und Osnabrück auf gut 60 Autobahnkilometern zwischen den Parkplätzen Hövelsenne bei Hövelhof und dem Parkplatz Teutoburger Wald nördlich von Hilter keinen einzigen Parkplatz gibt. „In dieser Hinsicht tut sich sicherlich noch etwas. Wir müssen jedoch in der Praxis erst einmal den Bedarf ermitteln", sagt Straßen.NRW-Sprecher Sven Johanning. Einen ins Auge gefassten Platz für einen Rastplatz gebe es aber noch nicht. Nun konzentriere sich alles auf den Lückenschluss. Zwar sehe auf den restlichen Kilometern schon alles schön asphaltiert und fertig aus, aber die Feinarbeiten brauchten auch noch ihre Zeit.

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„Das ist wie beim Hausbau", erklärt Johanning. „Wenn der Rohbau steht, kommen noch die Installationsarbeiten." Dennoch glaubt auch er, dass das Großprojekt Ende des Jahres seinen Abschluss findet. Notfalls wieder an einem trüben Wintertag mit Nebel, Regen und Verkehrsminister. Aber das Wetter wäre dann eh nur Nebensache.

Info

Ohne Mut zur Lücke

Die Hauptarbeiten auf dem letzten Abschnitt zwischen der
Ausfahrt 16 (Halle) und der Ausfahrt 15 (Borgholzhausen) sind abgeschlossen. Nunfolgen
Feinarbeiten wie Lärmschutzwände,Markierungsarbeiten oder Schildermontagen. Insgesamt wurden auf den 27 Kilometern zwischen der A2 und der B476 in Borgholzhausen 79 Brücken gebaut. Erste Planungenfür eine Autobahn von Osnabrück nach Paderborn stammen aus dem Jahr 1937.

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