Jury lehnt Förderantrag für Deponiegelände in Künsebeck ab

Nun sollen die Künsebecker zuerst entscheiden, wie die neue Nutzung aussehen soll

Uwe Pollmeier

Den Landeswettbewerb hat das Projekt zur früheren Mülldeponie nicht gewonnen. - © Ulrich Fälker
Den Landeswettbewerb hat das Projekt zur früheren Mülldeponie nicht gewonnen. (© Ulrich Fälker)

Halle-Künsebeck. Die Karten hinsichtlich der Zukunft der früheren Künsebecker Mülldeponie werden neu gemischt. Nachdem der Kreis im Sommer ohne Rücksprache mit den Bürgern das Projekt für einen Landeswettbewerb angemeldet und somit auf Fördergelder gehofft hatte, ist dieser Weg nun keine Option mehr. Die Jury hat aus den zwölf Bewerbern drei Gewinnen ermittelt, die Deponie ist nicht dabei.

Zwar gehört der örtliche Naturpark TERRA.vita auch zu den Fördergeldempfängern, jedoch für das Besucherbergwerk in Kleinenbremen bei Minden. „Der Wettbewerb hatte relativ viele Teilnehmer, nur drei erhielten den Zuschlag", erklärt Wilhelm Gröver, Abteilungsleiter Umwelt beim Kreis Gütersloh. Allerdings werde man nicht locker lassen und nun einen weiteren Angriff unternehmen, schließlich könnte auch der Fördertopf des landesweiten Programms VITAL.NRW lukrativ sein. Dieser ist zwar nicht so prall gefüllt, aber im Erfolgsfall könnten auch 150.000 Euro reingeholt werden. Beim gescheiterten Naturparkwettbewerb wären es sogar gut 230.000 Euro gewesen.

Voller Ideen: Mareike Bußkamp (Kreis Gütersloh, Zweite von rechts) hört sich die Ideen von Friederike Hegemann (von links), Kai Drees, Silke Fronemann und Jörg-Olaf Knufinke (IGKB) an. - © Uwe Pollmeier
Voller Ideen: Mareike Bußkamp (Kreis Gütersloh, Zweite von rechts) hört sich die Ideen von Friederike Hegemann (von links), Kai Drees, Silke Fronemann und Jörg-Olaf Knufinke (IGKB) an. (© Uwe Pollmeier)

Sicher ist jedenfalls schon jetzt, dass zuerst die Künsebecker am Zug sind, bevor man bei einem weiteren Förderprogramm seinen Hut in den Ring wirft. „Wir werden nichts tun, bevor wir nicht positive Signale aus der Bevölkerung haben", sagt Gröver. Die Planungen im ersten Wettbewerb waren nach Ansicht der Künsebecker weit über das ursprüngliche Ziel hinausgeschossen. Die Idee vom Areal mit Eventfläche, Zeltplatz für Jugendliche und Sprengticker hatte kaum Anklang gefunden.

Areal soll für die Künsebecker sein

„Wir wollen eine naturnahe Nutzung mit Wanderwegen, einer Liegefläche und Infotafeln mit QR-Codes", nennt Friederike Hegemann vom Vorstand der Interessengemeinschaft Künsebecker Bürger (IGKB) erste Ideen, die in der Jahreshauptversammlung erarbeitet wurden. Die Eventfläche und das Jugendcamp seien direkt herausgestrichen worden. „Ebenso soll es keine ausgewiesenen Wohnmobilstellplätze geben", sagt Hegemann. Das Areal solle in erster Linie für die Künsebecker sein und nicht groß beworben werden. „Es bleibt unsere Mülldeponie und es soll kein touristischer Hügel sein", beschreibt sie die Hassliebe der Künsebecker zur einstigen Abfallruhestätte.

Daher lädt die IGKB am Dienstag, 15. Januar, um 19 Uhr zu einem Workshop ins Gemeindehaus Künsebeck, Teutoburger Straße 20, ein. Eingeladen sind alle, die die konstruktiv an der kommenden möglichen Gestaltung und Nachnutzung der Deponie mitarbeiten möchten. Zu Gast sein wird Mareike Bußkamp, Geschäftsführerin und Regionalmanagerin der lokalen Arbeitsgruppe GT 8. Sie wird Rahmenbedingungen für eine mögliche Förderung im Rahmen von VITAL.NRW erläutern.

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