Deutsche Bahn will Bahnübergang am Schnatweg nicht sanieren

Obwohl der Zustand des Bahnübergangs am Schnatweg schon wieder kritisch ist, plant die Bahn entgegen früherer Versprechern keine Sanierung. Eine Brücke könnte alle Probleme lösen, kostet aber zu viel

Uwe Pollmeier

Schlecht für die Schiene: Da viele Lkw wohl immer noch zu schnell über die Betonplatten brettern, hat der Bahnübergang schon wieder Mängel. Eine Behebung ist dennoch derzeit kein Thema. - © Uwe Pollmeier
Schlecht für die Schiene: Da viele Lkw wohl immer noch zu schnell über die Betonplatten brettern, hat der Bahnübergang schon wieder Mängel. Eine Behebung ist dennoch derzeit kein Thema. (© Uwe Pollmeier)

Halle-Künsebeck. „Die Angelegenheit ist sehr ärgerlich, aber aus unserer Sicht besteht kein akuter Handlungsbedarf“, sagt ein Sprecher der Deutsche Bahn Netz AG mit Blick auf den mangelhaften Bahnübergang am Schnatweg. Im Sommer hatte sich dies noch ganz anders angehört. Nach erneuten Hinweisen durch Anwohner hatte eine Sprecherin der Bahn bestätigt, dass man sich die Lage vor Ort angesehen habe und die „Planung für eine Sanierung anstoßen“ werde.

Offensichtlich wird es auch bei diesem Vorhaben bleiben, denn laut der jüngsten Aussage bleibt am Schnatweg zunächst einmal alles so, wie es derzeit ist. „Aktuell ist nichts geplant“, antwortete ein Bahnsprecher am Dienstag auf die Anfrage des Haller Kreisblatts. Offenbar hat man die Schäden erkannt, schätzt diese aber als nicht so gravierend ein. Die Verursacher der gebrochenen Bodenplatten, durch die extrem laute Fahrgeräusche rund um den Bahnübergang entstehen, sieht die Bahn ganz klar in den Lastwagenfahrern. „Die Höchstgeschwindigkeit wird dort einfach nicht eingehalten“, sagte der Bahnsprecher. Er fordert daher mehr Tempokontrollen und kündigt auch noch ein Gespräch mit der Stadt an.

Mit A33-Eröffnung könnte sich der Verkehr verringern

Der Verkehr habe an dieser Stelle sehr stark zugenommen, gerade auch durch die Sperrung der Ortsdurchfahrt für Lkw, die somit über den Schnatweg die Innenstadt umfahren müssen. Zudem führt die Straße direkt zur Autobahnanschlussstelle Künsebeck. Mit der Eröffnung des Teilabschnitts der A 33 bis Halle-Zentrum am 11. Januar könnte sich der Verkehr auf diesem Straßenabschnitt verringern. Möglicherweise setzt auch die Bahn auf den Effekt und will somit eine zweite Instandsetzung nach August 2016 umgehen oder zumindest hinauszögern. Die erste Ausbesserung hat schließlich nun gezeigt, dass sich bei unveränderter Verkehrslage der Defekt wohl immer wieder einstellen wird.

Die Bahn gesteht, dass der Bahnübergang beim Bau nicht für derartig hohe Verkehrsströme konzipiert worden sei. „Aufgrund eines Fahrverbotes für Lkw im Stadtgebiet und die temporär dort endende Autobahn hat sich die Belastung für den Belag deutlich erhöht“, sagte der Bahnsprecher. Mittelfristig werde man Gespräche mit den drei Beteiligten, also Bahn, Bund und Straßenbaulastträger, suchen. Man müsse wohl über andere Lösungen nachdenken, eventuell auch über den Bau einer Brücke. Dies wäre allerdings, so der Bahnsprecher, mit erheblichen Kosten verbunden. Somit handelt es sich hier wohl nur um eine theoretische Lösung, die hinsichtlich einer praktischen Umsetzung chancenlos sein wird.

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