Freibad bleibt ein sommerlicher Traum

Comeback ausgeschlossen: Die Politik will nicht erneut diskutieren. Ein Badesee bleibt im Fokus

Marc Uthmann

Kein Comeback: Ein Haller Freibad, so wie auf diesem Archivfoto das frühere Lindenbad, soll es in naher Zukunft6 nicht geben. - © HK-Archiv
Kein Comeback: Ein Haller Freibad, so wie auf diesem Archivfoto das frühere Lindenbad, soll es in naher Zukunft6 nicht geben. (© HK-Archiv)

Halle. Mit viel Verve und dem Verweis auf „Volkes Stimme" vertrat CDU-Mann Thomas Tappe im Haupt- und Finanzausschuss den Antrag der Seniorenunion, die bekanntlich zu seiner Partei gehört und zudem – so Tappe – besonders nah an besagter „Volkes Stimme" dran sei. Die Senioren fordern, den Bau eines Freibades erneut zu prüfen.

„Wir waren uns damals einig, das Lindenbad so umzubauen, wie es heute ist", räumte Tappe mit Blick auf das Hallenbad mit Liegewiese zwar ein. Doch wenn man sich künftig auf wärmere Sommer einstellen müsse, verändere das die Perspektive. „Die SPD favorisiert einen Badesee, aber da haben wir Sicherheitsbedenken", nahm der CDU-Sprecher Bezug auf die Diskussion rund um den Sandforther See. „Und wenn wir dann über Bademöglichkeiten im Freien sprechen, sollten wir den Bau eines Freibades prüfen. Die Infrastruktur mit den Umkleiden ist ja da."

Bei Karl-Heinz Wöstmann (UWG) erntete Tappe für seinen Vorstoß eine süffisante Antwort: „Auch wir achten auf Volkes Stimme – und haben nicht viele für ein Freibad vernommen." Es gebe zudem einige Bäder im Umkreis, die für die Haller erreichbar wären. In diese Kerbe hieb auch Wolfgang Bölling für die SPD, der zugleich eine Lanze für den Badesee brach: „Anders als ein Freibad würde er ein Alleinstellungsmerkmal für die Region bedeuten." Klaus-Peter Kunze (FDP) immerhin räumte ein, das Freibad zu vermissen, und konnte sich eine Prüfung durchaus vorstellen. „Einen Badesee gibt es schließlich auch nicht zum Nulltarif."

Stimmverhältnis 7:4 gegen ein Freibad

Wehmut und Realismus zugleich äußerte Jochen Stoppenbrink (Grüne): „Ich habe damals gegen die Schließung gestimmt. Aber heute neu zu planen, wäre ein Luftschloss." So sah es auch Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann, die auf die hohen Defizite der letzten Freibadjahre verwies. Und ankündigte, dass die TWO als Badbetreiber zur kommenden Saison für mehr Komfort auf der Liegewiese – unter anderem durch Sonnenschirme – sorgen würden. Mit 7:4 Stimmen gegen die CDU wurde das Comeback des Freibades schließlich abgeschmettert.

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