Parkkonzept von Storck steht in der Kritik

Umstritten: Der Beirat bei der unteren Landschaftsbehörde sieht die Pläne kritisch. Das lassen die Mitglieder die Manager auch deutlich spüren

Herbert Gontek

Könnte eng werden: Storck wächst weiter, was zusätzlichen Parkraum erfordert.Was das Unternehmen plant, sieht der Beirat allerdings mit Skepsis. Foto: Ulrich Fälker - © Ulrich Fälker
Könnte eng werden: Storck wächst weiter, was zusätzlichen Parkraum erfordert.Was das Unternehmen plant, sieht der Beirat allerdings mit Skepsis. Foto: Ulrich Fälker (© Ulrich Fälker)

Halle. Storck setzt auf Expansion (das Haller Kreisblatt berichtete mehrfach). Am Standort Halle könnten mittelfristig rund 1.700 neue Arbeitsplätze entstehen, das Unternehmen will sich über den Paulinenweg hinweg bis zum Steinhausener Weg erweitern, sieben Hektar Wald sollen weichen, zwei Teiche verfüllt werden. So weit der Rahmen, mit den Feinheiten in Sachen Naturschutz setzte sich am Mittwoch der Beirat bei der unteren Landschaftsbehörde kritisch auseinander.

Vor der Sitzung schauten sich die Mitglieder die Planung vor Ort an. Storck begleitete die Gäste mit einem Dreierteam, angeführt von Prokurist Boris Bödecker. Zurück im Tagungsraum im nahen Gerry Weber Sporthotel erklärte Bödecker, warum Storck am Standort Halle eine optimale Infrastruktur für eine Erweiterung vorfindet: Versorgung durch ein eigenes Kraftwerk, zuckerspezifische Abwasserbehandlung, Grundversorgung mit Zutaten aus eigener Herstellung und Fachwissen von Produktionsfachleuten und versierten Technikern in Maschinenbau und Wartung.

Beirat zeigt sich besorgt über Landfraß

„Ein Unternehmen wie wir braucht einen Rahmen für eine perspektivische Entwicklung. Es gibt Produkte die laufen seit Jahrzehnten, aber wir müssen uns den Herausforderungen des Marktes stellen, Neues entwickeln und es auch zeitnah produzieren können, dafür brauchen wir Erweiterungsmöglichkeiten", argumentierte der Prokurist. „Storck produziert zu 100 Prozent in Deutschland und exportiert die Hälfte davon ins Ausland."

Doch all diese Argumente hielten die Mitglieder des Beirates nicht davon ab, Kritik am Landfraß des Unternehmens zu üben. Mehrere Sprecher stellten fest, dass mit den Parkflächen in der Planung immer noch zu großzügig umgegangen werde.

Zwar sei ein Parkhaus für bis zu 1.000 Plätze an der Margarethe Windhorst Straße geplant, doch stehe die gesamte Parkfläche auch dann immer noch im Missverhältnis zur Produktionsfläche, formulierte Gerd Brechmann seine Position. „Das Parkhaus ist einfach zu klein". Hartmut Lüker beklagte die geplante Verfüllung der beiden Ententeiche und die Verlegung des Laibachs direkt an den Steinhausener Weg, also an die Grundstücksgrenze. Lüker fragte nach Kompensationsflächen und forderte den Erhalt der letzten Buchen der ehemaligen Allee zum Schloss Steinhausen. „Kompensationsflächen sind vorhanden in Werther. Wir möchten sie durch Tausch in das nähere Umfeld des Werkes verlegen", erwiderte Bödecker. Im jetzigen Verfahrens endete damit zunächst die Einflussnahme des Beirates, aber Storck wird Thema bleiben.

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