So war der Tag der offenen Tür in der Gesamtschule Halle

Die Gesamtschule hat sich am vergangenen Samstag Eltern und Kindern vorgestellt. Es gibt zahlreiche Schüler-Mitmachstationen – und Sorgen

Ekkehard Hufendiek

Schlau: Emily Sophie, Annabel und Alina Sophie erklären die Funktion des Gehörs. - © Ekkehard Hufendiek
Schlau: Emily Sophie, Annabel und Alina Sophie erklären die Funktion des Gehörs. (© Ekkehard Hufendiek)

Halle. Die Gesamtschule hat sich jetzt von ihrer besten Seite gezeigt. Fast das gesamte Kollegium und fast alle 600 Schüler wirkten mit beim Tag der offenen Tür. Der Förderverein half beim Schmücken, beim Essen und bei vielen anderen Aktionen. Zweieinhalb Stunden nutzten Eltern und Grundschulkinder die Möglichkeit, in den Alltag der weiterführenden Ganztagsschule einzutauchen.

Die Besucherzahl fiel zum Auftakt um 9.30 Uhr enttäuschend aus. Obwohl die Veranstalter ihre Schule mit großem Aufwand herausgeputzt hatten, blieben in der Mensa zahlreiche Plätze frei. Im Pädagogischen Zentrum, dem Knotenpunkt mit Bühne im Innern des Schulgebäudes, sah es zwanzig Minuten später ebenfalls nicht nach drängendem Interesse aus.

Tag der offenen Tür an der Gesamtschule Halle

Das lag vermutlich nicht am Angebot, sondern an der Schülerzahl. Denn derzeit wetteifern die weiterführenden Schulen in Halle um verhältnismäßig wenig Kinder. Im vergangenen Frühjahr bewarben sich nur 85 Grundschulabgänger aus der Lindenstadt um einen Platz an der Gesamtschule. Ein Jahr zuvor waren es noch mehr als 90. Da die Schule derzeit von der fünften bis zur neunten Klasse vier- oder sogar fünfzügig unterrichtet, ist der Aufbau der gymnasialen Oberstufe zwar gesichert. Doch langfristig bereiten die rückläufigen Zahlen Sorgen.

Tag der offenen Tür an der Gesamtschule Halle

So war der Tag der offenen Tür trotz seiner Vielfalt ein Vorbote für schrumpfende Jahrgänge. Dann fiel bei der Programmfortsetzung im Pädagogischen Zentrum auch noch die Technik aus. Daher bat Schuldirektorin Almuth Burckhardt-Bader am Mikrofon die Anwesenden zunächst längere Zeit vergeblich um Ruhe. Hinter ihr hatte sich das Lehrerkollegium auf der Bühne versammelt. Siebtklässler gesellten sich dazu und formulierten in einer kurzen, aber effektvollen Sprechsequenz das Motto der Gesamtschule: „Wir sind Vielfalt als Chance.“ Während sie das riefen, drehten die Schüler in festgelegter Reihenfolge je einen Buchstaben der letzten drei Wörter den Zuschauern entgegen wie das Zeichen eines wachsenden Aufbruchs.

Anschließend besuchten die Eltern mit ihren Sprösslingen die verschiedenen Präsentationen im Gebäude. Schüler von der fünften bis zur neunten Klasse warteten in ihren Klassen- oder Fachräumen auf Neugierige: Es gab einen Beat-Workshop, ein Spanisch-Quiz, optische Täuschungen oder Experimente rund um’s Ohr. Marcel und Jan von der 7b etwa veranstalteten im Spanisch-Raum ein Quiz-Duell. Wer sieben Fragen zum Königreich Spanien richtig beantwortete, gewann ein Bonbon. Ist Deutschland kleiner als Spanien? Ja, lautete, die richtige Antwort. Ihre Klassenkameradinnen Anabella und Elaya zeigten nebenan, was die spanische Musik und den Flamenco kennzeichnen. Emily Sophie, Annabel und Alina Sophie erklärten in der Naturwissenschaft die Funktion des Gehörs. Die AG Darstellen und Gestalten führte Schauspielübungen vor und im zweiten Obergeschoss präsentierten die Neuntklässler ihre Erfahrungen aus Firmenpraktika.

Ab 11.30 Uhr bot die Schule und der Förderverein den Besuchern schließlich ein kostenfreies Probeessen an: „Die Mensa ist sehr funktional für uns“, beschrieb Almuth Burkhardt-Bader eines ihrer schulischen Glanzstücke.

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