Haller Willem steht bei Storck in der Kritik

Der größte Arbeitgeber der Stadt beklagt mangelnde Zuverlässigkeit des Haller Willems

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Nicht zuverlässig genug: Der Haller Willem ist am Halt Gerry-Weber-Stadion von den Storck-Mitarbeitern weniger gefragt. - © Initiative Haller Willem
Nicht zuverlässig genug: Der Haller Willem ist am Halt Gerry-Weber-Stadion von den Storck-Mitarbeitern weniger gefragt. (© Initiative Haller Willem)

Halle (HK/maut). Das Vertrauen der Mitarbeiter von Storck in die Zugverbindung zur Arbeit ist zurückgegangen. Weil die Nordwestbahn unzuverlässig sei, werde sie von zunehmend weniger Kollegen genutzt. Das bekamen Vertreter der Initiative Haller Willem (IHW) jetzt bei Storck zu hören.

„Die Zahl der Jobtickets ist von etwa 220 auf aktuell 186 zurückgegangen“, berichtete Personalbetreuerin Nadine Riedel. Dabei werde dieses Ticket vom Betrieb mit 50 Prozent bezuschusst. Nicht nur aufgrund der aktuellen Sperrung ab Brackwede würden Passagiere abspringen. „Wenn die Kolleginnen und Kollegen nicht sicher sein können, ob der Zug fährt und pünktlich ist, braucht sich niemand zu wundern, wenn sie sich von der Bahn verabschieden“, bekräftigte die Betriebsratsvorsitzende Angelika Kampmann.

Mehr Verlässlichkeit werde demnach dazu führen, dass mehr Storckianer den Haller Willem nutzten. Ein weiteres Argument dafür würde aus Sicht des Unternehmens der 30-Minuten-Takt über Bielefeld-Halle hinaus bis Osnabrück liefern. Es sei wichtig, dass dieser „endlich“ komme. „Bei 14.15 Uhr Feierabend ist für viele der Haller Willem um 14.20 Uhr nicht zu schaffen“, erklärte Angelika Kampmann.

In den vergangenen drei Jahren sei die Mitarbeiterzahl von etwa 2.500 auf inzwischen fast 3.000 gewachsen, berichtete Storck-Personalleiter Ralf Heidmann. Und der Süßwarenhersteller verfolgt weiterhin ambitionierte Pläne. Allein in diesem Jahr seien eine Halle für Popkornherstellung und eine Linie für Mandelröstung dazugekommen. Geplant seien zwei weitere Produktionshallen, eine für Weichkaramellen, jeweils mit bis zu 250 Arbeitsplätzen.

„Es darf nicht nur ein Parkhaus kommen“

Langfristig wird sich Storck wie mehrfach berichtet auch jenseits des Paulinenweges entwickeln, was die Zahl der Beschäftigten noch einmal stark ansteigen lassen dürfte. Auch ein Anbau des Verwaltungskomplexes mit bis zu weiteren 200 Arbeitsplätzen stehe in den nächsten fünf Jahren an, berichteten die Storck-Vertreter.

Für die IHW sind die Pläne Anlass, den Druck auf den 30-Minuten-Takt auch für den Bahnhalt Gerry-Weber-Stadion zu verstärken. „Für die zusätzlichen Beschäftigten darf nicht nur ein Parkhaus mit Lenkung auf das Auto kommen“, betonte Helga Lange. Der Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe (VVOWL) und die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen müssten grünes Licht für die Verdichtung geben.

Von der Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück sei dafür bereits die Möglichkeit eines Sprinters vorgeschlagen worden, berichtete IHW-Vertreter Johannes Bartelt. Zu erwarten sei, dass es im bald zu erwartenden VVOWL-Nahverkehrsplan eine klare Aussage und dann bald die Aufnahme der konkreten Planungen gebe.

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