Bürger radeln zum dritten Mal aus Protest auf der Alleestraße

Uwe Pollmeier

Früh unterwegs: Rund 30 Radfahrer fuhren gestern am frühen Morgen auf Einladung der Bürgerinitiative auf der Straße durch die Innenstadt. Zeitgleich zum Berufs- und Schülerverkehr radelten die Teilnehmer zwischen Allee- und Kättkenstraße hin und her. - © Foto: Nicole Donath
Früh unterwegs: Rund 30 Radfahrer fuhren gestern am frühen Morgen auf Einladung der Bürgerinitiative auf der Straße durch die Innenstadt. Zeitgleich zum Berufs- und Schülerverkehr radelten die Teilnehmer zwischen Allee- und Kättkenstraße hin und her. (© Foto: Nicole Donath)

Halle. Während die Schüler gestern am ersten Tag nach den Herbstferien eher notgedrungen in Richtung Schulzentrum Masch, Berufskolleg und Kreisgymnasium fuhren, standen mehr als 30 Bürger ganz freiwillig auf, um im Nieselregen durch die Stadt zu fahren. Die Bürgerinitiave Alleestraße hatte nach den beiden Auftaktveranstaltungen im Frühjahr zur dritten Auflage der Fahrraddemonstration eingeladen, und nicht nur Bürger aus der Innenstadt folgten dem Ruf zum Startpunkt am Bauerncafé Beuken Schmedt.

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„Es sind natürlich Anwohner der Alleestraße, aber auch der Langen Straße dabei. Ebenso aber auch Bürger aus den Ortsteilen Bokel, Hesseln und Hörste", zeigte sich Helmut Rose, Sprecher der Bürgerinitiative, zufrieden mit dem Verlauf der Aktion. „Wir haben deutlich gemacht, wie schwierig es ist, wenn der Radverkehr auf der Straße geführt wird", sagte Rose.

Sicherheit ist das primäre Ziel

Dabei sei gar nicht einmal so sehr entscheidend, dass durch die Radfahrer im morgendlichen Schul- und Berufsverkehr alles etwas langsamer ablaufe, sondern dass der Sicherheitsaspekt herausgestellt werde. „Wir haben sicherlich Stauungen verursacht, aber entscheidend ist, dass wir gezeigt haben, wie hochgefährlich es ist, bei dieser Witterung und im Dunkeln mit dem Rad auf der Straße zu fahren", sagt Rose. Er denke da nicht nur an die Kinder, sondern auch an die Senioren, denen ebenfalls nicht zuzumuten sei, auf der Straße zu fahren.

Mit der Aktion hat die Bürgerinitiative erneut Aufmerksamkeit erzielt, allerdings ist der Radverkehr auf der Alleestraße auch seitens der Verwaltung eigentlich längst kein Thema mehr. Bereits in der Sitzung des Verkehrsausschusses vom 25. September wurde einstimmig beschlossen, dass die Radfahrer auf ihren Wegen bleiben sollen. „In der Vorlage sind Radfahrer auf der Straße nicht mehr vorgesehen", bestätigte Rose.

Dieses Szenario wird es jedoch höchstens noch an den beiden vom Kreis bemängelten Engpässen an der Bahnhofstraße entlang der Friedhofsmauer und vor der Bäckerei Pollmeier geben. Hier muss eine Lösung gefunden werden, die möglicherweise in einem Ausweichen der Radfahrer auf die Fahrbahn bestehen wird.

"Wir geben so schnell nicht nach"

Ob es dennoch weitere Fahrraddemos geben wird, lässt Rose offen. „Wir wissen es noch nicht, aber es kann gut sein, dass wir diese Aktionen gelegentlich wiederholen." Auf jeden Fall werde man die Ziele weiterverfolgen. Zunächst aber nimmt man wieder die Beitragspflicht der Anwohner beim Straßenausbau ins Visier.

„Wir geben so schnell nicht nach", sagt Rose und kündigt weitere Aktionen an. Im November werde es einen Vortrag zum Thema Kommunalabgabengesetz geben. „Zahlungen im fünfstelligen Bereich sind für einen Rentner nicht zu leisten", sagt Rose.

Und dann wäre da ja noch die mögliche Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Bauamtsleiter Jürgen Keil. „Dort befinden wir weiterhin in der Prüfungsphase", sagt Rose. Die Empörung über dessen Verhalten sei aber längst noch nicht verebbt. „Es gehört sich einfach nicht, Unterschriften so zu diskreditieren", bleibt Rose bei seinem Standpunkt.

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