Kosten für WLAN an Schulen werden doppelt so hoch wie erwartet

Herbert Gontek

Die Aufwendungen für die reine Verkabelung sind mit Mehrkosten von 1,4 Millionen Euro fast doppelt so hoch, wie ursprünglich angesetzt. - © Symbolfoto: Pixabay.com
Die Aufwendungen für die reine Verkabelung sind mit Mehrkosten von 1,4 Millionen Euro fast doppelt so hoch, wie ursprünglich angesetzt. (© Symbolfoto: Pixabay.com)

Kreis Gütersloh. Seit über einem Jahr versucht der Kreis Gütersloh Handwerker für den Ausbau der WLAN-Infrastruktur an seinen Schulen und Kollegs zu bekommen, um die Zielsetzung des Projektes »Gute Schule 2020« zu erreichen. Mit mäßigem Erfolg. Jetzt gehen Angebote ein, aber die Aufwendungen für die reine Verkabelung sind mit Mehrkosten von 1,4 Millionen Euro fast doppelt so hoch, wie ursprünglich angesetzt. Trotzdem soll der Ausbau vorangetrieben werden. Dafür sollen andere notwendige Arbeiten an der Instandhaltung der Schulen zurückgestellt werden. Der Schulausschuss gab gestern grünes Licht dafür.

Eigentlich sollte die WLAN-Verkabelung schon im vergangenen Jahr erledigt worden sein. Doch daraus wurde nichts. Auf manche Ausschreibung habe es nicht einmal ein Angebot gegeben, berichtete Anke Dreier, Abteilungsleiterin der Gebäudewirtschaft beim Kreis. Wolfgang Sander von der Planungsfirma Schröder und Partner, die für den Kreis die Arbeiten koordiniert: „Es gibt mindestens zwei Probleme in dieser Branche.

Erstens, Arbeit ohne Ende und, zweitens, die Baustellen an den Schulen. Bei fast ganztägigem Unterricht ist es schon sehr schwierig, die Arbeiten so zu koordinieren, dass sie den Unterricht möglichst nicht stören. Deshalb leisten sich die meisten der Installationsfirmen höchstens eine Schulbaustelle, und die Nachfrage der Baufirmen ist eher verhalten. Zugleich lässt das große Arbeitsangebot die Preise stark steigen."

Zeitraum ist bis November 2019 ausgeweitet worden

Um in diesem erhitzten Markt dennoch halbwegs passable Preise zu bekommen, sind in Abstimmung mit dem Schulverwaltungsamt und den Schulleitungen die geforderten Rahmenbedingungen im Leistungsverzeichnis verändert worden. So ist beispielsweise der zeitliche Horizont, in dem die Maßnahmen durchgeführt werden können, bis November 2019 ausgedehnt worden. Damit wird mehr als ein Jahr Vorlaufzeit eingeräumt.

Außerdem ist eine getrennte Vergabe von Leistungen an einem Gebäudekomplex zugelassen worden. Auch die Beschränkungen der Ausführungsarbeiten auf die Schulferien wird inzwischen nicht mehr zwingend gefordert, berichtete Dreier. Dennoch haben sich die Ausschreibungsergebnisse nicht verbessert und sind gleichbleibend deutlich über den bisher geplanten Kosten. Dreier: „Die Situation kann auch durch eine weitere zeitliche Verschiebung nicht vermindert werden, da die Förderungskontingente in einem vorgegebenen zeitlichen Rahmen abgerufen und die Verwendung nachgewiesen werden muss."

Gegenwärtig sind die ersten Aufträge erteilt worden, und an der Martinschule , am PAB-Gesamtschule-Standort Werther, sowie am Carl-Miele- und Reinhard-Mohn-Berufskolleg werden die Kabelarbeiten erledigt. Erst danach werden die Schulen mit Beamern, Monitoren, Lautsprechern und Accesspoints ausgestattet.

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