Stadt will Möglichkeit für einen Badesee untersuchen lassen

Uwe Pollmeier

Ab ins Wasser: Der Sandforther See bleibt ein Kandidat. - © Daniel Bockwoldt/dpa
Ab ins Wasser: Der Sandforther See bleibt ein Kandidat. (© Daniel Bockwoldt/dpa)

Halle. Der Sommer 2018 ist vorbei, die Diskussion um einen Badesee in Halle geht hingegen weiter. Eine Machbarkeitsstudie soll bald neue Erkenntnisse bringen. Da diese Untersuchung gut 25.000 Euro kosten wird, soll zuvor noch einmal die Bereitschaft der Seegesellschaft als Eigentümer des Gewässers überprüft werden.

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Seitens der Verwaltung spricht man davon, dass die Eigentümer in Gesprächen mit der Verwaltung signalisiert hätten, dass sie sich eine Nutzung als Badesee grundsätzlich vorstellen könnten. „Wir haben erhebliche Zweifel daran, dass die Seegesellschaft sich das prinzipiell vorstellen kann. Wir haben da andere Informationen", erwiderte Jochen Stoppenbrink, Fraktionsvorsitzender der Grünen, in der Hauptausschusssitzung. Er forderte daher, dass die Verwaltung zunächst nochmals Rücksprache mit den Eigentümern des Sees halte, bevor man 25.000 Euro investiere.

„Die Verwaltung hat mit uns in letzter Zeit keine Rücksprache gehalten", sagte Eckhard Strothmann, einer der acht Eigentümer, im Gespräch mit dem Haller Kreisblatt. Man wisse noch gar keine Details. „Es wurde noch nichts zur Größenordnung oder zu den erforderlichen baulichen Maßnahmen gesagt. Es gibt hier noch sehr viele ungelegte Eier", sagte Strothmann. Vergessen dürfte man auch nicht die Angler. „Die sind seit Jahren hier. Das ist ein Wert, der geschätzt wird."

"Es wäre eine Attraktivitätssteigerung für Halle"

Die Stadt setzte dem entgegen, dass man derartige Detailfragen, die etwa den Umfang der erforderlichen Infrastruktur betreffen, erst beantworten könne, wenn eine Machbarkeitsstudie vorlege. „Man sollte diese Idee nicht so schnell aufgeben. Es wäre eine Attraktivitätssteigerung für Halle", riet Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann.

Ähnlich sah dies die SPD-Fraktion. „Die Eigentümer können nur sagen, ob sie sich das vorstellen können. Wenn sie es grundsätzlich nicht wollen, sollten sie es uns aber jetzt sagen", bat Wolfgang Bölling um eine ehrliche Aussage.

„Wir können den Wunsch der Bevölkerung nach Schwimmen im Freien nachvollziehen, halten jedoch einen Badesee nicht für das geeignete Mittel", sagte Thomas Tappe (CDU). Es bliebe auch die Frage, ob die Realisierung zu einem „vernünftigen Kurs" möglich sei.

Sieben Mitglieder stimmten dafür, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, sofern die Eigentümer einen Badesee nicht direkt ausschließen. Bei vier Gegenstimmung und einer Enthaltung aus Reihen der CDU hat das Badeseeprojekt also noch keinen Schiffbruch erlitten.

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