Wechsel an der Marienheim-Spitze: Luis Murillo Mendoza übernimmt

Uwe Pollmeier

Wieder in Halle: Der langjährige Pflegedienstleiter des Altenzentrums Eggeblick, Luis Murillo Mendoza, leitet seit Monatsbeginn das Marienheim. - © Uwe Pollmeier
Wieder in Halle: Der langjährige Pflegedienstleiter des Altenzentrums Eggeblick, Luis Murillo Mendoza, leitet seit Monatsbeginn das Marienheim. (© Uwe Pollmeier)

Halle. Luis Murillo Mendoza musste nicht lange überlegen, als er die Stellenausschreibung des Haller Marienheims las. Schließlich hatte er bis vor drei Jahren noch als Pflegedienstleiter beim örtlichen Mitbewerber Eggeblick gearbeitet. „Ich wollte gerne wieder zurück in die Region. Die langen Fahrten waren auf Dauer zu anstrengend", sagt der in Gütersloh lebende Murillo, der zwischenzeitlich beim AWO-Bezirksverband Westliches Westfalen in Dortmund im Bereich Qualitätsmanagement gearbeitet hatte. Nun ist er wieder zurück in der Lindenstadt, als Leiter des 55 Bewohner zählenden Seniorenheims gegenüber der Lindenschule.

„Geboren bin ich in Bolivien, aufgewachsen in Gütersloh", sagt Murillo Mendoza, der schon im Alter von drei Jahren von Südamerika nach Ostwestfalen kam. Dort hat er sich auch zum Krankenpfleger ausbilden lassen und später mittels eines Fernstudiums die Richtung Pflegemanagement eingeschlagen. Seit Monatsbeginn trägt er die Verantwortung für das Pflegeheim. Ein Job, der in Zeiten von Schlagwörtern wie Pflegenotstand, Personalmangel oder schlechte Bezahlung sicherlich nicht ganz einfach ist.

"Einrichtungen wie unsere sind unentbehrlich"

„Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir über ausreichend Pflegefachkräfte verfügen", sagt Murillo Mendoza. Der Gesetzgeber schreibe eine Quote von 50 Prozent vor, im Marienheim gebe es 60 Prozent. „Das sind zwei Stellen über dem Plan", sagt der Einrichtungsleiter. Er weiß jedoch, dass es woanders weniger rosig aussieht.

Streicheleinheiten: Gemeinsam mit Sophia aus der Herz-Jesu-Kita schauen sich die beiden Senioren die Henne genau an. - © Uwe Pollmeier
Streicheleinheiten: Gemeinsam mit Sophia aus der Herz-Jesu-Kita schauen sich die beiden Senioren die Henne genau an. (© Uwe Pollmeier)

Die Gründe für das örtliche Desinteresse an Pflegeberufen führt er auf die teilweise geleistete schlechte Bezahlung zurück. Jeder Träger zahlt anders, auch wenn die Leistung die gleiche ist. „Wir werden gut bezahlt, da wir nach dem kirchlichen AVR-Tarif eingestuft werden", sagt Murillo Mendoza. Andere Arbeitgeber seien aufgrund geringerer Löhne für viele uninteressant. „Unsere Mitarbeiter erhalten auch Weihnachtsgeld und eine Zusatzversorgung", sagt der 48-Jährige. Da alle tarifgebunden seien, gebe es auch keine Diskussionen bezüglich Mindestlohn. „Das betrifft niemanden", sagt Murillo Mendoza.

Der gebürtige Bolivianer schaut optimistisch in die Zukunft. „Unsere Generation wird immer älter. Auch wenn es staatlich gewünscht ist, dass ambulante vor stationäre Pflege geht, so sind Einrichtungen wie unsere unentbehrlich", sagt Murillo Mendoza. Da alle Zimmer im Marienheim Einzelzimmer sind, ist das Haus gut für die Zukunft eingestellt.

Info
Ausflug der Lünener Leihhühner

Noch bis kommenden Dienstag hat das Marienheim vier Besucher aus dem Ruhrgebiet zu Gast. Auf Initiative der Betreuungsassistentin Gabriele Winkler machen derzeit vier Leihhühner aus Lünen mit ihrem mobilen Stall Station vor dem Marienheim . „Viele Bewohner hatten früher selber Hühner. Der Anblick der Tiere weckt Erinnerungen", sagt Winkler. Da die vier Hennen regelmäßig in Seniorenheimen oder Schulen zu Gast sind, sind sie sehr zahm und lassen sich problemlos anfassen und streicheln.

Die Pflege der Hühner haben sowohl die Angestellten des Marienheims als auch einige Kinder der benachbarten Herz-Jesu-Kita übernommen. „Das ist eine tolle Aktion, um Jung und Alt zusammenzubringen", sagt Einrichtungsleiter Luis Murillo Mendoza. Pro Tag legen die Hühner zwei Eier, was zu einer überschaubaren Rührei-Ration für die Bewohner führt. Ein Haller Comeback der Gäste ist somit durchaus wahrscheinlich.

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