Smart Home: Wenn die Waschmaschine mit dir spricht...

Uwe Pollmeier

Kurze Wege: In einem Hausnetzwerk lassen sich die verbundenen Geräte bequem per Tablet steuern. Ebenso senden die Geräte Rückmeldungen. - © Uwe Pollmeier
Kurze Wege: In einem Hausnetzwerk lassen sich die verbundenen Geräte bequem per Tablet steuern. Ebenso senden die Geräte Rückmeldungen. (© Uwe Pollmeier)

Altkreis Halle. Lampen, die angehen, wenn man in die Hände klatscht oder Schlüsselanhänger, die Piepen, wenn man pfeift – schon früher gab es mehr oder weniger sinnvolle Erfindungen, die den Alltag erleichtern sollten. Aber erst mit Bluetooth, WLAN und Tablet scheinen die Möglichkeiten der Bequemlichkeit in den eigenen vier Wänden so richtig in Schwung zu kommen. »Smart-Home« heißt der Zauberbegriff, der so manchen Hausbesitzer träumen lässt. Ein Knopfdruck, und das Licht wird gedämmt, die Musik geht an, die Pizza brutzelt im Ofen und im Bad sorgt die Heizung schon einmal für Wohlfühltemperaturen.

Ein Schalter, viele Funktionen: Jonas Frank, Elektrotechnikermeister bei Weidich, zeigt die Bedienungstasten im smarten Haus. - © Uwe Pollmeier
Ein Schalter, viele Funktionen: Jonas Frank, Elektrotechnikermeister bei Weidich, zeigt die Bedienungstasten im smarten Haus. (© Uwe Pollmeier)

„Die Nachfrage nach Smart-Home-Anwendungen ist groß. Allerdings muss man sich immer vorab im Klaren sein, was man wirklich haben will", erklärt Jonas Frank, Elektrotechnikermeister bei Weidich Haustechnik in Halle. Schließlich kosten die Anwendungen im Verhältnis zu den konventionellen Angeboten viel Geld. Die Möglichkeiten der Automatisierung sind scheinbar nahezu grenzenlos. „Man darf gespannt sein, was es alles in zehn Jahren geben wird", sagt Frank.

Was früher noch Luxus war, ist heute schon längst Standard

Schon jetzt sind Dinge fast Standard wie etwa fern- oder eigengesteuerte Jalousien und Rollläden, per Smartphone von überall aus programmierbar Festplattenrekorder oder auf Bewegung reagierende Überwachungskameras, die einem selbst im Australienurlaub noch live anzeigen, welcher ungebetene Gast gerade zuhause die Wertgegenstände sucht.

„Die Investitionen müssen sich in der Summe für das Objekt rechnen", empfiehlt Frank. Natürlich lassen sich auch Altbauten mit Smart-Home-Technologie ausstatten, aber ein Hightech-Thermostat-Regler nützt wenig an einem Heizkörper, der von einer uralten Heizung betrieben wird.

Äußerst beliebt sind Smartphone-Anwendungen auch im Bereich der Haushaltsgeräte. Es gibt Backöfen, die per Sprachausgabe Bescheid geben, wenn der Garpunkt des Festtagsbratens erreicht ist oder Spülmaschinen, die den Wunsch nach neuem Klarspüler per Kurznachricht mitteilen. Vorreiter in diesem Bereich ist der Gütersloher Hausgerätehersteller Miele. Mittlerweile kommunizieren auch alle modernen Miele-Geräte mit Amazons Sprachservice Alexa und lassen sich darüber steuern. Die virtuelle Stimme schaltet schließlich die Dunstabzugshaube in der Küche runter oder sorgt dafür, dass der Kühlschrank sich bei der Temperatur der in ihm gelagerten Weinsorte anpasst.

Habe ich den Backofen auch ausgeschaltet?

Rauf und runter: Rollläden lassen sich für das ganze Haus bequem steuern. Noch angenehmer wird es mit einem Wettersensor. - © dpa-tmn
Rauf und runter: Rollläden lassen sich für das ganze Haus bequem steuern. Noch angenehmer wird es mit einem Wettersensor. (© dpa-tmn)

Auch der lange Jahre zu Beginn jeder Urlaubsfahrt obligatorische Gedanke „Habe ich den Backofen auch ausgeschaltet und die Haustür abgeschlossen" gehört wohl bald der Vergangenheit an. Per App lässt sich dies aus der Ferne problemlos überprüfen und gegebenenfalls auch nachholen.

Laut einer aktuellen Studie verfügt bereits ein Viertel der Deutschen über ein smartes Gerät. Bei der kürzlich veranstalteten Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin war die Heimvernetzung eines der Hauptthemen. Wer sich die Technik ins Haus holt, empfindet aber auch oft ein mulmiges Gefühl. Sicherheitslücken, die es ermöglichen, dass Fremde über die Kamera ins Haus schauen, sind nie ganz auszuschließen. „Bestimmte Dinge muss man sich aber auch nicht abnehmen lassen", plädiert Frank für ein gewisses Restmaß an Selbstständigkeit. Manche Funktionen sind durchaus sinnvoll und mehr als nur reine Spielereien.

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