Grünes Licht am Hengeberg - aber nur für halben Ausbau

Herbert Gontek

Ganz schön eng: Damit die Straße Hengeberg ausgebaut werden kann, muss an dem Haus rechts der Eingang auf die Rückseite verlegt werden. - © Herbert Gontek
Ganz schön eng: Damit die Straße Hengeberg ausgebaut werden kann, muss an dem Haus rechts der Eingang auf die Rückseite verlegt werden. (© Herbert Gontek)

Halle. Die Kreisstraße 29 »Hengeberg« kann zum Teil ausgebaut und saniert werden. Der Beirat bei der Unteren Landschaftsbehörde gab jetzt grünes Licht für den ersten 1,3 Kilometer langen Bauabschnitt. Geplant sind eine Fahrbahnverbreiterung und ein Radweg. Da der angrenzende Wald FFH-Gebiet ist, kann der Ausbau nur in östliche Richtung stattfinden. Im zweiten, 1,5 Kilometer langen Teilstück, gibt es Widerstand der Anlieger, weil ihrer Meinung nach zu viel Ackerland für den Straßenbau verbraucht wird.

Die Straße ist als Abkürzung von der B 68 in Richtung Werther trotz ihres sehr schlechten Zustandes stark befahren. Rund 3.100 Fahrzeuge mit 4,2 Prozent Lastwagenanteil passieren sie täglich. Im Tagesdurchschnitt werden gegenwärtig 60 Radfahrer gezählt. Kürzlich musste die Verbindung noch einmal mit einem Kostenaufwand von 60.000 Euro notdürftig geflickt werden, damit sie überhaupt befahrbar ist. „Verbranntes Geld", nannte der Mitarbeiter des Tiefbauamtes in seinem Vortrag die leider notwendige Ausgabe.

Im ersten Bauabschnitt soll die Straße nun vom Kreisverkehr »Grüner Weg« in Richtung Amshausen auf einer Länge von 1,3 Kilometer ausgebaut werden. Der Maßnahme stehen zwei Gebäude im Weg: eine Trafostation und ein Wohnhaus an der Hofanlage Rosendahl. Der Trafo soll weg, an dem Haus soll der Eingangsbereich von der Straßenseite auf die Rückseite verlegt werden. Außerdem ist vor dem Haus ein schmalerer Radweg vorgesehen.

Straße auch für Schwertransporte aus Steinhagen wichtig

Die bisherige Breite von 4,40 Meter soll auf 5,50 Meter vergrößert werden, nach einem Randstreifen ist außerdem in östlicher Richtung ein Radweg mit 2,5 Meter Breite geplant. Ab Kreisverkehr soll der starke Anstiegs um drei Meter abgeflacht, zudem die Kurve begradigt werden.

Die Straße ist auch für Schwertransporte der Firma Gronemeyer und Bank aus Steinhagen wichtig. Nur hier können Fahrzeuge mit mehr als fünf Metern Höhe verkehren. „Trotz des Ausbaues möchten wir die Fahrbahnführung allerdings nicht so großzügig haben, dass die Strecke weiteren Verkehr anzieht", formulierte Wilhelm Gröver die Vorstellungen zum Naturschutz.

Im Randbereich der Straße zum FFH-Gebiet sollen Höhlenbäume nur zwischen Oktober und November gefällt werden. Alle übrigen Fällarbeiten haben außerhalb der Brut- und Setzzeit zu geschehen. Durch den Eingriff müssen an anderer Stelle 7.300 Quadratmeter Kompensationsfläche aufgetan werden, heißt es in der Stellungnahme des Kreises.

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