Deponie in Künsebeck wird Wanderparadies

Herbert Gontek

Blick von oben: Das Kalkwerk Müller betreibt ein 700 Meter langes Abbaugebiet von Kalkstein im Teutoburger Wald. - © Herbert Gontek
Blick von oben: Das Kalkwerk Müller betreibt ein 700 Meter langes Abbaugebiet von Kalkstein im Teutoburger Wald. (© Herbert Gontek)

Halle/Kreis Gütersloh. Der Kreis Gütersloh will die Zäune an der stillgelegten und endabgedichteten Mülldeponie in Künsebeck öffnen und damit ein naturnahes Erholungsgebiet anbieten. Wilhelm Gröver, Chef der Umweltabteilung beim Kreis Gütersloh, sagte vor dem Beirat der Unteren Landschaftsbehörde: „Wir wollen den Künsebeckern damit ein Stück zurückgeben, was ihnen im Bereich des Ravenna-Parks genommen wurde."

Trubel soll auf dem 17 Hek-tar großen Gelände allerdings nicht zugelassen werden. Nur sportliche Betätigung und naturkundliches Wandern sind vorgesehen. Allerdings wird es noch gut zwei Jahre dauern, so schwerfällig mahlen die Mühlen der Behörden.

Die Arbeiten für die Endabdichtung der Deponie sind weitgehend erledigt. Der gesamte Deponiekörper ist mit Kalksteinschotter abgedeckt und wird, was den Bewuchs angeht, sich selbst überlassen. Die Natur siedelt aus dem Umfeld nur an, was auch heimisch ist, und es funktioniert ausgezeichnet. Der kalksteinfreundliche Bewuchs etwa zieht außergewöhnliche Insekten an, was heimische Experten über Jahre dokumentiert haben.

Sicht ins Münsterland bleibt unverbaut

Ein Bewuchs mit Bäumen ist indes nicht vorgesehen, da der auf Folie liegende Boden große Bäume nicht tragen würde. Vorteil für die Wanderer: So bleibt die Sicht ins Münsterland unverbaut. „Kürzlich, bei einer Ortsbesichtigung, konnte man Gebäude der Stadt Münster erkennen", berichtete Wilhelm Gröver.

Ein Wegenetz ist auf dem ehemaligen Deponiekörper vorhanden, es führt durch das schon vor zehn Jahren sanierte Gelände und den jetzt fertiggestellten letzten Deponieabschnitt. In oberen Bereich soll eine kleine Aussichtsplattform entstehen. Interessant ist auch der Blick in den noch tätigen Nachbarsteinbruch Müller. Von dem vorgelagerten Bergrücken lassen sich das Betriebsgelände und der Steinbruch gut einsehen.

Wer künftig in Künsebeck wandern möchte, muss schon eine gute Kondition haben, denn vom geplanten Parkplatz am Fuße der ehemaligen Deponie und der Spitze dürften es knapp 100 Höhenmeter sein.

Finanziell unterstützt werden soll die Maßnahme im Rahmen des Projektes »Heimat neu entdecken« als Teil von Terra.vita. Die Anträge bei Terra.vita und dem Kreis als Mitfinanzier sind gestellt. Wilhelm Gröver geht davon aus, dass es bis zur Verwirklichung der Maßnahme 2020 oder gar 2021 wird. Die Eröffnung soll mit einem Naturparktag gefeiert werden. Die Pläne will der Kreis in absehbarer Zeit der Stadt Halle und auch in Künsebeck den Bürgern vorstellen, die bisher auf zwei Veranstaltungen eingebunden waren.

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