Halles stolzer Ortsteil: Wir sind Kölkebeck!

Nicole Donath

Mit vereinten Kräften: Günther Koch, Friedhelm Schlüpmann und Andreas Upmann-Dallmeyer (von links) sind im Geflügel- und Gartenbauzuchtverein von Kölkebeck und wirtschaften hier im Gemüsegarten der Alten Schule. - © Nicole Donath
Mit vereinten Kräften: Günther Koch, Friedhelm Schlüpmann und Andreas Upmann-Dallmeyer (von links) sind im Geflügel- und Gartenbauzuchtverein von Kölkebeck und wirtschaften hier im Gemüsegarten der Alten Schule. (© Nicole Donath)

Halle-Kölkebeck . Annette und Reinhard Schacht sind Kölkebecker mit Leib und Seele. Hier sind sie aufgewachsen und sie lieben diese Gegend; bedingungslos. So wenige Menschen in Halles südlichstem Zipfel noch eine ganze Ecke hinter Bokel und Hörste auch wohnen mögen – die rund 600 Einwohner sind von einem Schlag und wenn es drauf ankommt, halten sie fest zusammen.

Entsprechend einig waren sie sich auch in der Feststellung, dass sie sich nicht auf fehlende Infrastruktur oder eine schäbige Immobilie am Ortseingang reduzieren lassen wollen. „Kölkebeck ist viel mehr", stellten sie im Gespräch mit dem HK klar. „Ich kann mir gar nicht vorstellen, anderswo zu wohnen", sagt Lisa Haverkamp.

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Nur 600 Menschen, aber acht Vereine

Dass es laut ISEK/IKEK-Studie hier nur zwei Vereine geben soll – allein darüber kann Reinhard Schacht nur müde lächeln. Und dann lehnt er sich zurück und zählt mal auf: „Also, wir haben den Landwirtschaftlichen Ortsverein, die Landfrauen, den Gemischten Chor, die Ravensberger Dieseljungs, die TSG Kölkebeck, die Freiwillige Feuerwehr, den Gartenbau- und Geflügelzuchtverein und noch den Seniorenclub. Macht acht!" So viel dazu.

Reinhard Schacht, Kölkebecker mit Leib und Seele und lange Jahre Feuerwehrchef, ist stolz auf die Aktivitäten in Halles südlichstem Ortsteil. - © Nicole Donath
Reinhard Schacht, Kölkebecker mit Leib und Seele und lange Jahre Feuerwehrchef, ist stolz auf die Aktivitäten in Halles südlichstem Ortsteil. (© Nicole Donath)

Der einstige Dorfmittelpunkt sei tatsächlich nicht mehr vorhanden, räumt er ein. Die Gaststätte Stolte – früher Festsaal, Tante-Emma-Laden und Bäckerei – existiere zwar nicht mehr, und auch das Nachfolge-Restaurant »Chaplin’s« habe schon seit über zehn Jahren geschlossen. Aber deshalb gebe es doch noch Gastronomie in Kölkebeck! Und jetzt schaltet sich Annette Schacht ein, die davon berichtet, wie regelmäßig die Landfrauen nach einer Radtour in der »Rundheide« einkehren. Schön gelegen auf der Grenze zu Hesselteich mit urigem Biergarten, Gaststätte und Festsaal. „Bei Henrike Haverkamp und ihrem Team sind wir immer willkommen." Überhaupt sei die »Rundheide« gerade jetzt an den lauen Sommerabenden ein wunderbarer Treff für die Kölkebecker.

"Alle Mann zusammen"

Eine andere Heimat für die Dorfgemeinschaft ist die Alte Schule. „Hier hat zum einen die Stadt einiges an Geld reingesteckt. Aber wir haben auch viel selber gemacht. Alle Mann zusammen", stellt Reinhard Schacht fest und wie er das so sagt, schwingt eine Menge Stolz mit. Zu Recht. Schließlich war das ein Kraftakt, der erledigt werden musste, und der viel Energie gekostet hat. Dafür ist hier heute alles akkurat. Die alten Türen mit den Eisblumenscheiben sind restauriert, die historischen Kachelböden aufgearbeitet. Und während nebenan die Feuerwehr ihr Gerätehaus hat, kommen die übrigen Vereine in der Alten Schule unter.

Feste Gemeinschaft: Henrike Haverkamp (3. von links) begrüßt Ulrike Dallmeyer, Lisa Haverkamp, Christine Schöning, Erika Dallmeyer und Annette Schacht in der Rundheide. - © Nicole Donath
Feste Gemeinschaft: Henrike Haverkamp (3. von links) begrüßt Ulrike Dallmeyer, Lisa Haverkamp, Christine Schöning, Erika Dallmeyer und Annette Schacht in der Rundheide. (© Nicole Donath)

Für alle gibt es einen Raum, draußen hat der Geflügelzuchtverein sogar den Schulgarten übernommen, einen kleinen Gemüsegarten angelegt und ein paar Bäume gepflanzt. „Bei diesem Projekt ist die Dorfgemeinschaft richtig aufgeblüht", freut sich Reinhard Schacht – und hat das nächste Ziel bereits fest im Blick: Ab September soll zwischen Alter Schule und Friedhof ein Bolzplatz angelegt werden. „Der alte Platz hinter Stolte ist nicht mehr gängig. Deshalb wollen wir mit vereinten Kräften einen neuen bauen." Jene Dorfgemeinschaft, die den Sommertreff feiert, sich am Osterfeuer trifft und die neuerdings einen Radweg mit Halle verbindet. Zur Sportwerbewoche 2019 soll alles fertig sein. Keine Frage, dass das was wird – schließlich heißt es: Wir sind Kölkebeck!

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