Neuer TWO-Geschäftsfüher zieht Bilanz nach 100 Tagen

Uwe Pollmeier

Sind zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2017: TWO-Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Bölling (links) und der seit April im Amt befindliche Geschäftsführer Johannes Schwöppe - © Uwe Pollmeier
Sind zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2017: TWO-Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Bölling (links) und der seit April im Amt befindliche Geschäftsführer Johannes Schwöppe (© Uwe Pollmeier)

Halle. „Die Zusammenarbeit ist sehr gut und der einmonatige Übergang mit zwei Geschäftsführern verlief ebenfalls gut“, bilanzierte Wolfgang Bölling, Aufsichtsratsvorsitzender der Technischen Werke Osning (TWO), die ersten 100 Tage des Geschäftsführers Johannes Schwöppe. Der 52-jährige Diplom-Ingenieur aus Bad Laer hatte den Job von Detlef Wemhöner übernommen, der zuvor 23 Jahre lang im Amt gewesen war.

Eine von Schwöppes ersten Aufgaben war es nun, den Jahresbericht für 2017 vorzustellen. Dabei konnte der frühere Geschäftsführer der Stadtwerke Warendorf und somit, so Böllings Worte, „alte Hase im Geschäft“ gute, aber auch keine überragenden Zahlen vermelden. „Der Überschuss lag im vergangenen Jahr bei 188.000 Euro“, verriet Schöppe. Verglichen mit den 719.000 aus dem Jahr zuvor sei dies deutlich weniger. Allerdings sei dieser äußerst positive Wert aus 2016 auch nur durch fällige Zahlungen von Straßen.NRW möglich gewesen. Zudem kann der aktuelle Wert auch in keiner Weise mit den Zahlen aus 2015 (1,3 Millionen Euro) und 2014 (582.000 Euro) mithalten.

Das Eigenkapital stieg im vergangenen Geschäftsjahr hingegen um eine Million auf 24 Millionen Euro. Ebenso wuchs die Bilanzsumme des Unternehmens von 40,96 auf 41,91 Millionen. „Wir haben im vergangenen Jahr auch vier Millionen Euro für die neue Wasserleitung zwischen Wasserwerk und Hochbehälter investiert“, sagte Schwöppe. Es handele sich um ein sehr großes Projekt, das wohl nicht vor 2021 abgeschlossen werden kann. „Im kommenden Jahr folgt der Abschnitt vom Bahnhof bis zur B 68 und dann geht es entlang der B 68. Aber erst, wenn diese zurückgebaut wurde“, sagte Schwöppe.

Zufrieden zeigten sich Schwöppe und Bölling auch mit Blick auf das Lindenbad. „Wir hatten wieder 92.000 Besucher“, sagte Bölling. Das sind zwar 500 weniger als 2016, aber auch gut 5.000 mehr als 2015. „Das erzielte Minus in Höhe von rund 850.000 Euro entspricht dem, was der Rat erreichen wollte“, sagte Bölling hinsichtlich der Zielvorgaben beim damaligen Beschluss der Umbaupläne. Das Lindenbad ist und bleibt ein Zuschussgeschäft und das ist bei der Stadt als Gesellschafter sogar so eingeplant. Man sei „gut zufrieden“, denn das Lindenbad habe sich bewährt und werde sowohl von Vereinen als auch von Schulen und Familien supergut angenommen.

„Für uns gibt es keine Freibaddebatte“, sagte Bölling auch mit Blick auf die jüngsten Wünsche vieler Haller Bürger in dieser möglicherweise zum Jahrhundertsommer werdenden Jahreszeit. „Das Bad ist so gebaut worden, wie es der Rat vorgegeben hat“, sagte Bölling. Er persönlich sei dafür, die Idee des Badesees in Sandforth weiter zu überprüfen.

Schwöppe lobte die Stärke der TWO in der Region. Die Zusammenarbeit mit den Kunden sei freundschaftlich und partnerschaftlich. Zudem seien die Mitarbeiter engagiert und kompetent. Zu den zukünftigen Aufgaben zähle der Umstieg von L- auf H-Gas, der Weiterbau der Wasserleitung oder das Projekt PV-Dach, bei dem Kunden auf Pachtbasis ein Photovoltaikdach eingerichtet wird. „Das ist zwar ein wenig Kannibalismus am eigenen System, aber es ist immer noch besser, den Kunden bei uns zu behalten als ihn woanders hingehen zu lassen“, sagte Schwöppe. Schließlich sei das große Geschäft der Energieversorgung längst Vergangenheit.

Dass man diesen Weg weiterhin alleine gehen wolle, stellte Bölling klar. „Wir bleiben selbstständig und die Stadt Halle bleibt einziger Gesellschafter“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende. Man wolle sich stärker vernetzen und dennoch alleine bleiben. Die nächste Bewährungsprobe für das Unternehmen steht bereits im November an. Dann wird vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf der Prozess gegen die Bremer Stadtwerke wegen der Biogasanlage im früheren Steinbruch Foerth fortgeführt.

Info
Das Geschäftsjahr in Zahlen

Die TWO betreuten im vergangenen Jahr 6.041 Stromanschlüsse und kümmerten sich um 3.113 Straßenlaternen. Beim Gas belief sich die Zahl auf 3.658 Hausanschlüsse. Die 5.425 Wasseranschlussbesitzer in Halle, die in diesen Tagen um reduzierte Verbräuche gebeten wurden, können auf eine Lagerkapazität von etwa 4.000 Kubikmeter zurückgreifen. Diese sind verteilt auf zwei Hochbehälter am Bergkamp sowie drei Vorratsbehälter im Wasserwerk. Diese Menge reicht im Normalfall aus, um die Haller einen Tag lang zu versorgen. Nachts werden sie wieder aufgefüllt. Während die Umsatzerlöse aus Vertrieb und Netznutzung im Strombereich um knapp neun Prozent (auf 13,5 Millionen Euro) gestiegen sind, gingen sie im Gasbereich um 14,29 Prozent zurück (auf 4,8 Millionen Euro).

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