Statt Elterntaxi zu Fuß zur ersten Stunde

Alexander Heim

Einen großen Schritte weiter: Kim Ortmeier informierte über die Ergebnisse der Befragung in Sachen »Elterntaxis«. - © Alexander Heim
Einen großen Schritte weiter: Kim Ortmeier informierte über die Ergebnisse der Befragung in Sachen »Elterntaxis«. (© Alexander Heim)

Halle. Lange waren sie ein hitzig debattiertes Thema, die vielen Elterntaxis, die allmorgendlich die Straßen rund um die Lindenschule zu einem Nadelöhr werden lassen (das Haller Kreisblatt berichtete). Damit soll nun Schluss sein. Ab dem kommenden Schuljahr wird die Lindenschule als eine von fünf Pilotschulen im Kreis Gütersloh am Projekt »Lass(t) uns laufen« teilnehmen. Künftig wird es so genannte Hol- und Bringzonen geben, an denen die Eltern, die auf den Pkw so gar nicht verzichten möchten, ihre Kinder morgens aussteigen und mittags auch wieder einsteigen lassen können.

Neben vier Schulen im Südkreis Gütersloh ist die Lindenschule damit einzige Pilotschule im Nordkreis. Im Rahmen des jüngsten Schulfestes (siehe nebenstehenden Bericht) präsentierten Kim Ortmeier, Klimaschutz-Managerin beim Kreis Gütersloh, und ihr Kollege Bernhard Riepe sowohl die Ergebnisse der jüngsten Eltern- und Schülerbefragung als auch das Projekt.

140 Rückmeldungen hatte es auf die Umfrage hin gegeben. 53 Prozent aller Eltern hatten sich beteiligt. Ein Fünftel von ihnen fährt täglich mit dem Auto zur Schule. Erfreulich: rund 29 Prozent der Kinder kommen ohnehin schon längst zu Fuß. Wer das Auto nutzt, begründet das mit dem weiten Weg, mit der Sicherheit für das Kind oder damit, dass die Schule schlicht auf dem eigenen Arbeitsweg liegt. Für sie werden die neuen Hol- und Bringzonen kein Umweg sein. Vier davon sind im Umkreis der Lindenschule geplant: am Lindenbad, am alten Marktplatz, an der Gartenstraße sowie an der Mönchstraße. Schön bunt gestaltete Hinweisschilder signalisieren, wo die Grundschüler aussteigen können.

Die Kinder motivieren, wieder mehr zu Fuß zu gehen – das ist das Ziel von »Lass(t) uns laufen«. „Wer selbst läuft oder mit dem Fahrrad fährt, schont nicht nur die Umwelt, sondern ist im Unterricht auch gleich viel fitter und lernt, sich sicher im Verkehr zu bewegen", finden die Initiatoren des Projektes. »Zaubersterne« sollen einen zusätzlichen Motivationsanreiz bilden. Belohnt wird damit nicht nur das einzelne Kind, sondern die ganze Klasse, sobald genügend Zaubersterne gesammelt sind.

So schön die Zahlen der Befragung sind – zwei Wermutstropfen bleiben da schon. Denn zum einen bleibt offen, ob die 47 Prozent der Eltern, die nicht geantwortet haben, nicht ohnehin schon auf den Fußweg setzen. Zum anderen wurde die Gruppe der Schulmitarbeiter – immerhin rund 50 Personen - gar nicht erst befragt. Schade eigentlich mit Blick auf Vorbildfunktion und Motivation.

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