Totschlag in Bokel: Ermittlungen laufen

Nicole Donath

Städtisches Übergangswohnheim Halle: Hier wurde im Januar ein 74-jähriger Mann tödlich verletzt. - © Foto: Nicole Donath
Städtisches Übergangswohnheim Halle: Hier wurde im Januar ein 74-jähriger Mann tödlich verletzt. (© Foto: Nicole Donath)

Halle-Bokel. Dieser Fall hatte im Januar dieses Jahres für Bestürzung gesorgt: Im Obdachlosenheim war ein älterer Bewohner massiv zusammengeschlagen worden. Mit schwersten Verletzungen an Kopf und Oberkörper wurde er ins Krankenhaus eingeliefert – doch alle Rettungsmaßnahmen waren letztlich vergeblich: Im Februar starb der 74-Jährige in Folge des Angriffs.

In der Öffentlichkeit ist es um den Totschlag seitdem ruhig geworden, bislang konnte kein Täter ermittelt werden. Wie der zuständige Staatsanwalt Veit Walter jetzt erläuterte, werde hinter den Kulissen aber durchaus noch ermittelt. „Die Mordkommission Bokel besteht weiterhin", so Walter. Hier hatte Kriminalhauptkommissar Ralf Gelhot die Leitung von seinem Kollegen Markus Mertens übernommen. „Aktuell warten wir auf bestimmte Untersuchungsergebnisse."

Einen jungen Mann hatten die Strafverfolger von Anfang an im Visier: Hierbei handelt es sich um einen 21-jährigen Haller, der das Opfer bereits kurz vor Heiligabend so brutal verprügelt hatte, dass dieser seitdem im Rollstuhl saß. Eben dieser Mitbewohner wurde von Zeugen auch kurz nach dem Fund des Schwerverletzten nahe des Wohnheimes gesehen. Die Ermittler sicherten am Tatort und an der Kleidung von Tatverdächtigem und Opfer diverse Spuren. Aber der Vorbestrafte, der vorläufig festgenommen worden war, streitet die Tat ab und die zuständige Haftrichterin wies den Antrag der Staatsanwaltschaft auch zurück. Die Indizien nicht ausgereicht hätten, um einen hinreichenden Tatverdacht zu begründen.

„Eben dieser Mann wird bei uns trotz allem weiter als Beschuldigter geführt", erläuterte der Staatsanwalt. Dabei darf sich der Betreffende allerdings frei und ohne Auflagen bewegen.

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