Edeka-Neubau verzögert sich

Uwe Pollmeier

Außer Betrieb: Der riesige Öltank, der direkt neben dem Bürgersteig und somit parallel zur Straße Klingenhagen im Erdboden schlummerte, musste auf Anweisung des Kreises Gütersloh stillgelegt und entfernt werden. Schadstoffe wurden im Boden jedoch nicht gefunden, dafür aber wohl in der alten Bausubstanz des Supermarktes. - © Uwe Pollmeier
Außer Betrieb: Der riesige Öltank, der direkt neben dem Bürgersteig und somit parallel zur Straße Klingenhagen im Erdboden schlummerte, musste auf Anweisung des Kreises Gütersloh stillgelegt und entfernt werden. Schadstoffe wurden im Boden jedoch nicht gefunden, dafür aber wohl in der alten Bausubstanz des Supermarktes. (© Uwe Pollmeier)

Halle. „Gut Ding will Weile haben", sagt Hans-Jürgen Borgmann in seiner gewohnt ruhigen Art. Sollte das von ihm zitierte Sprichwort zutreffen, dürften die Haller kurz vor dem perfekten Einkaufserlebnis stehen. Denn der von Borgmann geplante Edeka-Neubau am Klingenhagen verzögert sich nun erneut.

Knapp ein Jahr nach dem letzten Verkaufstag am 24. Juni 2017 ist Stillstand in die Arbeiten gekommen. Die ursprüngliche Planung, den Markt noch Ende 2017 zu eröffnen, ist deutlich sichtbar ein Wunsch geblieben und das danach anvisierte Ziel Mitte 2018 ist nun mit Blick auf Kalender und Brachfläche ebenfalls Geschichte. Ebenfalls stark in Gefahr ist nun auch der dritte Verkaufsstarttermin zum Jahresende.

„Das könnte eng werden", gesteht Eigentümer Hans-Jürgen Borgmann. „Es liegt noch viel rum", ergänzt er und tatsächlich gleicht das aktuelle Bild der Fläche zwischen Klingenhagen und Busbahnhof-Wendehammer noch dem von vor drei Monaten. Das Abrissunternehmen habe länger gebraucht als geplant, nennt der Geschäftsführer die Gründe.

Allerdings hatten die Arbeiter der beauftragten Firma aus dem Kreis Steinfurt auch einige andere Dinge zu tun. So galt es, einen tonnenschweren Öltank, der tief im Boden direkt entlang der Straße Klingenhagen verbuddelt war, freizulegen. Denn es bestand die Gefahr, dass der Erdboden drumherum belastet ist. Dort ist allerdings, so bestätigt der Kreis Gütersloh, alles in Ordnung gewesen. Hinsichtlich des Bodens gebe es keine Beanstandungen, jedoch seien Bauschadstoffe in der alten Immobilie gefunden worden, die für Aufschub sorgten.

„Der Abschlussbericht zum Abriss liegt derzeit noch bei der Abteilung Umwelt des Kreises. Ein abschließendes Urteil steht noch aus, jedoch gehen wir derzeit davon aus, dass alles in Ordnung ist", sagt Lena Bökenhans von der Pressestelle des Kreises. Beim „genehmigten Abriss mit gutachterlicher Begleitung" sei man auf krebserregendes Asbest gestoßen, das entsorgt werden musste. Erst wenn all diese Dinge endgültig geklärt seien, werde man sich dem Bauantrag widmen. Momentan liegt dieser allerdings noch gar nicht vor, obwohl durchaus die Möglichkeit bestände, diesen schon vor dem abschließenden Urteil der Umweltabteilung hinsichtlich des Abrisses einzureichen. Wie lange solch ein Bauantrag brauche, um genehmigt zu werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab und lässt sich nicht sagen. Es erscheint nahezu ausgeschlossen, dass der Markt noch in diesem Jahr eröffnet.

Probleme sieht Geschäftsführer Borgmann aber auch in der aktuellen Konjunkturlage. „Es ist momentan schwierig, Unternehmen zu finden, die noch freie Zeitkapazitäten haben." Von daher könne er auch nicht absehen, wann mit dem Bau des neuen Marktes mit einer Verkaufsfläche von 1.000 Quadratmetern begonnen werde.

Den Sommer kann er vermutlich schon fast abhaken, allerdings „soll es schon noch in diesem Jahr sein", sagt Borgmann mit seinem gewohnten Optimismus. Bis dahin gilt es aber noch, alle erforderlichen Hausaufgaben zu erledigen.

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