Mit Tempo 100 durch die Bielefelder Innenstadt

Anke Schneider

Symbolfoto - © Foto: Sebastian Duda - Fotolia
Symbolfoto (© Foto: Sebastian Duda - Fotolia)

Halle. Der Angeklagte war am 13. Oktober 2017 mit seiner Freundin auf der Herforder Straße stadtauswärts unterwegs. Dabei soll er sich mit dem nicht ermittelten BMW-Fahrer ein Straßenrennen geliefert haben, in dessen Folge es zu einem Unfall kam.

Der Haller schilderte, dass er mit normaler Geschwindigkeit auf der Herforder Straße auf eine Baustelle auf der rechten Fahrspur zugefahren sei. Er sei auf der linken Spur gefahren. Rechts neben ihm war ein BMW, der auf die linke Spur einfädeln musste. Der Beschuldigte berichtete, dass er beschleunigt habe, damit der BMW hinter ihm einfädelt. Der habe sich jedoch vor ihn setzen wollen und ebenfalls beschleunigt.

Weil die Baustelle immer näher kam, sei er auf die Linksabbiegerspur ausgewichen, so der Beschuldigte. Die Kurve habe er dann aber nicht mehr hinbekommen. Der Beschuldigte fuhr über eine Verkehrsinsel in den Gegenverkehr, der an einer Ampel wartete. Mehrere Pkw wurden beschädigt, ein 56-jähriger Bielefelder verletzt. Der Beschuldigte und auch seine Beifahrerin behaupteten im Gericht, dass der Angeklagte rund 60 Stundenkilometer schnell gefahren sei. Das widerlegte ein Gutachter im Gericht mit seinen Berechnungen. Zwischen 90 und 103 Stundenkilometer schnell müsse der Haller mindestens gefahren sein. „Aber auch eine Geschwindigkeit von 130 kann ich in meinen Berechnungen gut unterbringen", sagte er.

Auch die Zeugen berichteten von Motorengeheul und zu hoher Geschwindigkeit. „Das war das, was ich als Autorennen bezeichnen würde", sagte ein Unternehmer aus Bielefeld. „Die Motorengeräusche waren nicht zu überhören", ergänzte ein Student aus Bielefeld. Eine Auszubildende aus Bielefeld berichtete, dass sie die beiden Pkw bereits an der Fußgängerampel vor der Baustelle beobachtet habe. Sie seien gleichzeitig mit extremer Geschwindigkeit angefahren, als die Ampel grün wurde.

Der Anwalt des Angeklagten beharrte darauf, dass es kein Autorennen gegeben habe. Dass zwei Fahrzeuge schnell nebeneinander herfahren sei kein Indiz für ein Rennen. „Das war ein Missverständnis um das Einfädeln", sagte er. Er stellte den Antrag, weitere Zeugen zu hören. In zwei Wochen wird der Prozess fortgesetzt.

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