Grundschule möchte ins Regionalfinale

Uwe Pollmeier

Solar AG an der Grundschule Gartnisch: Lehrerin Christine Haschke freut sich über die gelungenen Solarmobile von Alex (von links), Hüseyin, Anton, Olivia, Juli, Justin, Jarno, Florian, Nuhat und Tim Jannik. - © Uwe Pollmeier
Solar AG an der Grundschule Gartnisch: Lehrerin Christine Haschke freut sich über die gelungenen Solarmobile von Alex (von links), Hüseyin, Anton, Olivia, Juli, Justin, Jarno, Florian, Nuhat und Tim Jannik. (© Uwe Pollmeier)

Halle. Auch fast 13 Wochen nach Aschermittwoch ist Justins Karnevalswagen in Bewegung. Das bunte Umzugselement fährt auf dem Fensterbrett entlang und erst als der Grundschüler es in die Hände nimmt und auf einen Tisch im abgedunkelten Allzweckraum der Grundschule Gartnisch stellt, stehen die Räder still. Ohne Licht geht nichts, denn der Wagen bewegt sich mit Solarantrieb.

In knapp drei Wochen will Justin mit seinem närrischen Sonnenflitzer beim Solarmobil-Regionalwettbewerb punkten. Ebenso wie neun Mitschüler der Solar AG der Gartnischer Grundschule, die ebenfalls in den vergangenen Wochen ein Modell gebaut haben.

Solar AG findet während der Unterrichtszeit statt

Los ging alles mit der Idee ihrer Lehrerin Christine Haschke. „Meine Söhne haben schon mehrmals bei diesem Wettbewerb mitgemacht und da hatte ich die Idee, dieses gemeinsam mit der Erfinderwerkstatt in der Grundschule anzubieten", erklärt Haschke. Die Solar AG startete im Februar, mit dabei sind zehn Kinder, jeweils zwei der beiden dritten und zwei der drei vierten Klassen. Die AG zählt zum Bereich der Begabtenförderung und findet einmal pro Woche parallel zu einer normalen Unterrichtsstunde statt. Unterstützt wird Haschke dabei von Oksoon Yang von der Ravensberger Erfinderwerkstatt.

Die Schüler mussten ein Solarmobil bauen, das zum Motto „Typisches aus den Regionen" passt. Es entstanden in der Folge zwei Karnevalswagen, ein Traktor, ein Heißluftballon, eine Haller-Willem-Lokomotive und eine rollende Ravensburg. „Das Projekt fördert die Kreativität aber auch den Zusammenhalt", sagt Haschke, schließlich haben die Schülerin der Regel zu zweit ein sonnenbetriebenes Gefährt gebaut.

Für den Bau sollten in erster Linie Alltagsmaterialien verwendet werden. Ab und zu mussten auch Kabel gelötet oder zwei Teile per Heißklebepistole zusammengefügt werden. Die Kinder haben alles super hinbekommen, schließlich hatten die meisten von ihnen zuvor schon die Elektro AG belegt.

„Die Solarmodule und die Motoren wurden von der Ravensberger Erfinderwerkstatt gestellt", erklärt Haschke. Die Aufgabe der Schüler war es, diese in einem funktionierenden Modell zu verpacken, wobei insbesondere der Antrieb per Zahnrad und die Positionierung der Räder knifflig war. Bis zum Regionalwettbewerb Ostwestfalen-Lippe am Samstag, 2. Juni, in der Waldorfschule im Gütersloher Stadtteil Friedrichsdorf, basteln die Schüler noch an Postern im DIN-A 2-Format, auf denen das Modell näher erläutert wird. Eine Jury wählt dann aus den mehr als 20 vorgestellten Objekten den Sieger der Kreativklasse, der wiederum zur Teilnahme am Bundesfinale in Chemnitz berechtigt wäre.

„Vermutlich würde aber von uns dort niemand hinfahren, da der Aufwand zu groß ist", sagt Haschke. Die Kinder freuten sich schon sehr über den Regionalwettbewerb, mehr sei gar nicht notwendig. Außer Ruhm und Ehre gibt es in Friedrichsdorf auch drei kleinere Preisgelder. Jeweils 250 Euro gehen an die beste kreativ-künstlerische Gestaltung, die größte technische Kreativität sowie an die beste Mottoumsetzung.

Haschke hofft derweil, dass ein derartiges Projekt auch im kommenden Schuljahr angeboten werden kann. Eventuelle sogar aufgeteilt auf zwei Gruppen in zwei Schulhalbjahren.

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