HalleDie Satire: Familie vergisst Auto an A33-Raststätte

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Der Kaiserschmarrn - © Foto: Heiko Kaiser
Der Kaiserschmarrn (© Foto: Heiko Kaiser)

Die A 33 zwischen Steinhagen und Bielefeld hat vergangenen Montag die erste Geisterfahrt erlebt. Doch das ist erst der Anfang. Was auf den Altkreis in Zukunft womöglich noch alles zukommt, zeigt das jüngste Erlebnis einer Haller Familie. Nach einer Pause an der Autobahnraststätte hat sie Ende März ihr Auto auf dem Parkplatz vergessen. Erst 15 Kilometer später fiel dem Familienvater das Fehlen des Fahrzeugs auf.

Vater, Mutter und zwei Kinder (acht und zehn Jahre) waren auf dem Weg in den Skiurlaub nach Österreich. „An der Raststätte Riedener Wald sind wir raus, weil unser Jüngster zur Toilette musste. Wir haben uns derweil die Füße vertreten. Als er zurückkam, hatte meine Frau zur Eile gedrängt, und so ist es dann wohl passiert", erklärt der 45-jährige Familienvater. Zu Fuß machte sich die Gruppe auf den Weg. „Wir haben zunächst nichts bemerkt. Zwar war es irgendwie anders als vorher, aber keiner konnte genau sagen, woran das liegt", erzählt Jutta S. und fügt hinzu: „Es war ein bisschen lauter und deutlich kälter, und wir dachten schon, die Heizung sei ausgefallen."

Auch als Lastwagen und sogar ein Schwertransport die Familie überholte, wurden Sigmar S. nicht stutzig. „Merkwürdig fand ich lediglich, dass uns so viele Fahrer einen Vogel gezeigt haben. Aber ich dachte, hier in Bayern läge das an dem Schalke-Aufkleber an der Heckscheibe", sagt der 45-Jährige. Erst als die vier Haller in einen Stau gerieten und Sigmar S. die Warnblickanlage einschalten wollte, merkte er, dass weder der Schalter noch das ihn umgebende Armaturenbrett vorhanden war. „Da habe ich sofort kapiert, was los ist. Geistesgegenwärtig habe ich die rechte Hand ausgestreckt, und wir sind rechts rangegangen", sagt der gelernte Werkzeugmacher und schüttelt den Kopf: „Mein Gott, wenn ich daran denke, was alles hätte passieren können."

Heiko Kaiser - © N. Donath
Heiko Kaiser (© N. Donath)

Doch Familie S. hatte Glück im Unglück. Nicht immer aber geht es so glimpflich aus, wie Herbert Radbauer von der Autobahnpolizei München Freising betont: „Tag für Tag warnen die Verkehrsnachrichten vor Personen auf der Fahrbahn. Zum überwiegenden Teil handelt es sich dabei um Menschen, die ihr Auto nach einer Pause an der Raststätte vergessen haben. Gerade in der Dunkelheit kommt es dadurch immer wieder zu schweren Auffahrunfällen."

Um das zu verhindern, rät Radbauer jedem, ein immer wiederkehrendes Ritual auszuführen, bevor es zurück auf die Autoahn geht. „Beispielsweise", so der Polizeihauptkommissar, „kann ich die Quersumme der Kilometeranzeige bilden. Ergibt diese null, sollte sorgfältig überprüft werden, ob es daran liegt, dass das das Fahrzeug nicht vorhanden ist. Eine andere Möglichkeit ist, vorsichtig zu versuchen, den Sitz nach vorne zu schieben. Wenn Sie merken, dass Sie gar nicht sitzen, ist Misstrauen angeraten. In Zweifelsfällen sollten Sie auf alle Fälle sofort einen Fachmann vom ADAC verständigen." Sigmar S. war das Erlebnis eine Lehre: „Zukünftig werde ich, wenn ich das Fahrzeug verlasse, stets einen Wollfaden um mein Handgelenk binden und das andere Ende an die hintere Stoßstange knoten."

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