Sturmtief "Friederike" sorgt für Überangebot an Nadelholz

Rolf Uhlemeier

Windwurf: Revierförster Johannes-Otto Lübke begutachtet die Schäden von Sturmtief Friederike. - © Rolf Uhlemeier
Windwurf: Revierförster Johannes-Otto Lübke begutachtet die Schäden von Sturmtief Friederike. (© Rolf Uhlemeier)

Altkreis Halle. Am 18. Januar wurde die Menge an Fichten- und Kiefern-Stammholz umgeworfen, die normalerweise etwa in einem Jahr geschlagen wird. Die Aufarbeitung wird voraussichtlich bis in den kommenden Winter hinein dauern.

„Innerhalb von zwei Stunden ist an diesem Tag ein kompletter Jahreseinschlag gefallen", sagt Johanna Ahlmeier. Die Fachgebietsleiterin im Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe geht davon aus, dass die Verhandlungen über die Vermarktung dieser enormen Menge in der kommenden Woche zum Abschluss gebracht werden: „Noch ist es offen, ob wir alles vermarktet bekommen."

In diesen Tagen werden intensive Verhandlungen zwischen »Wald und Holz NRW« und den großen Sägewerkbetreibern vor allem im Sauerland geführt. In ganz Nordrhein-Westfalen beläuft sich die Schadensbilanz von Friederike auf immerhin 1,9 Millionen Festmeter. Betroffen sind in erster Linie Fichten und Kiefern. Im Altkreis Halle hat das Sturmtief rund 14.000 Festmeter umgeworfen. Laubbäume wie Buchen und Eichen waren kaum betroffen, und damit ist im diesem Segment eine gegenläufige Entwicklung zu beobachten. Ist der Preis beim Fichtenstammholz bereits leicht nach unten gegangen und liegt derzeit bei unter 90 Euro pro Festmeter, so sind die Kurse für Hartholz schon gestiegen.

„Die Durchschnittspreise für Eiche sind um rund 30 Euro pro Festmeter nach oben gegangen", sagt Johanna Ahlmeier und ergänzt: „Bei der letzten Wertholzsubmission wurden für Eichenstämme guter Qualität um 550 Euro pro Festmeter erzielt." In diesem Segment wirkt sich die feuchte Witterung zu Beginn des Winters sowie das Überangebot an Nadelhölzern in Form von steigenden Preisen aus. „Wir hatten drei Monate erhebliche Probleme mit der Nässe, und in der Phase mit den tiefen Temperaturen mussten erst einmal die Wege freigeräumt werden", erklärt die Fachbereichsleiterin.

Ein weiteres Problem sind die begrenzten Transportkapazitäten, die in diesen Tagen vor allem dazu gebraucht werden, um die bereits aufgearbeiteten im Sturm gefallenen Stämme abzutransportieren. Das hat Priorität, um einen möglichen Befall mit Schädlingen wie zum Beispiel durch den Borkenkäfer zu verhindern.

Daher rät Johanna Ahlmeier Waldbesitzern dazu, umgeworfene Stämme, die noch über die Wurzel versorgt werden, erst dann aufzuarbeiten, wenn sie auch wirklich zeitnah aus dem Wald geholt werden können. Dadurch wird das Risiko einer Wertminderung durch die einsetzende Trocknung und eine mögliche Verfärbung des Holzes sowie durch Schädlingsbefall gemindert.

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