Digitalisierung an Haller Schulen: Früh übt sich

Rolf Uhlemeier

Projektarbeit im Computerraum: Lehrer Peter Kombrink und Schulleiterin Kristina Niemeyer mit Schülern der dritten und vierten Klassen, die sich mit dem Thema Tageszeitung befassen. - © Rolf Uhlemeier
Projektarbeit im Computerraum: Lehrer Peter Kombrink und Schulleiterin Kristina Niemeyer mit Schülern der dritten und vierten Klassen, die sich mit dem Thema Tageszeitung befassen. (© Rolf Uhlemeier)

Halle . Computer und digitale Medien gehören auch an den vier Haller Grundschulen mittlerweile wie selbstverständlich zum Unterricht. Zwar hängen noch immer die grünen Kreidetafeln an den Stirnseiten der Klassenräume und die möchte Kristina Niemeyer auch nicht missen, doch auch in der Primarstufe ist die Welt der Bits und Bytes längst angekommen.

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Voll des Lobes ist die Leiterin der Grundschule Gartnisch über die Zusammenarbeit mit der Stadt Halle, in deren Trägerschaft sich die vier Grundschulen befinden. „Die Grundschulen sind gleichmäßig und vergleichsweise sehr ordentlich ausgestattet und werden von der Stadt gut betreut." Derzeit verfügt die Schule von Kristina Niemeyer über einen Extraraum mit acht Computern sowie jeweils mindestens drei Computern in den Klassenräumen, die von den Schülern genutzt werden können. „Der Zugriff ist viel schneller und im Klassenraum völlig problemlos", erklärt die Schulleiterin und ergänzt: „Die Schüler können direkt im Unterricht etwas zu einem bestimmten Thema recherchieren, oder auch differenziert arbeiten."

Der Computerraum wird entweder klassenweise genutzt, oder von Schülern, deren Klassen direkt angrenzen. Niemeyer: „Die benachbarten Räume haben wir bewusst mit höheren Klassen belegt, damit auch einzelne Schüler die Computer nutzen können, ohne dass ein zweiter Lehrer zur Aufsicht gebraucht wird."

An den Haller Grundschulen gibt es laut Kristina Niemeyer speziellen Computerunterricht. In Gartnisch erfolgt er in der zweiten Klasse der Eingangsstufe. „Dafür holen wir uns auch gern externe Fachkräfte, die wir zum Beispiel über den Schulverein finanzieren können", sagt Kristina Niemeyer. Wichtige Inhalte der Kurse sind zum Beispiel der Umgang mit dem Computer, die Erstellung und Formatierung von Texten sowie Regeln im Internet. Zum Abschluss bekommen die Schüler einen Computerpass. Ab der dritten Klasse setzen die Schüler die Computer dann im Unterricht ein, recherchieren zu bestimmten Themen, schreiben Texte und erstellen Plakate.

WLAN-Netze werden in diesem Jahr aufgebaut

Wie an den weiterführenden Schulen sollen in den kommenden Wochen und Monaten auch an den Haller Grundschulen flächendeckende und belastbare WLAN-Netze aufgebaut werden. Kristina Niemeyer hofft zudem, dass ihre Grundschule in diesem Jahr auch noch zwei Klassensätze mit jeweils 20 iPads bekommt. Zusätzlich wünscht sich die Schulleiterin, dass nach und nach alle Klassen mit Beamern ausgestattet werden, die dann auch mit den Tablets angesteuert werden können. Derzeit sind in Gartnisch zwei Klassenräume mit dieser Technik ausgestattet.

Parallel zur Installation und Beschaffung der Hardware bilden sich Kolleginnen fort und werden ihr Wissen laut Kristina Niemeyer an die anderen Lehrkräfte weitergeben: „Unser Ziel ist es, digitale Medien im Unterricht sinnvoll einzusetzen und unsere Schüler für einen vernünftigen Umgang damit zu sensibilisieren." Einen Vorteil beim Einsatz von Tablets hebt die Gartnischer Schulleiterin besonders hervor: „Sie ermöglichen es, den Unterricht zu differenzieren und die Kinder nach ihrem jeweiligen Leistungsstand ganz gezielt zu fördern." Dadurch lässt sich Überforderung ebenso vermeiden wie eine Unterforderung.

Sehr beliebt ist laut Kristina Niemeyer zum Beispiel das Programm » Antolin « zur Leseförderung. Dabei müssen Schüler Fragen zu Büchern beantworten, die sie gelesen haben. Für richtige Antworten gibt es Punkte und am Ende eine Bewertung. Derzeit werden Quizfragen für 80.000 Bücher angeboten. Intensiv genutzt werden auch die Programme der »Lernwerkstatt«, die Übungen zu allen Fächern bieten. Für diese Programme gibt es laut Kristina Niemeyer entsprechende Apps, die auf Tablets genutzt werden können.

Die Administration der Hard- und Software erfolgt an den Haller Grundschulen durch einen externen Dienstleister. Zudem gibt es an den Schulen ein, zwei Ansprechpartner, die sich auskennen und mit den Spezialisten zusammenarbeiten. Kooperation zwischen den vier Haller Grundschulen ist laut Kristina Niemeyer ein wichtiges Thema und klappt sehr gut: „Die vier Schulleitungen arbeiten hervorragend zusammen und verfolgen ein gemeinsames Medienkonzept."

Einheitlich ist auch das Handyverbot, dass an den Haller Grundschulen für alle Schüler gilt. „Mit einer Ausnahmegenehmigung in Absprache der Eltern mit der Schulleitung dürfen Kinder ein Handy dabeihaben, es in der Schule aber nicht nutzen", sagt Kristina Niemeyer und ergänzt: „Handys sind nicht erwünscht – das ist an allen Grundschulen gleich!"

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