Führungswechsel bei der Kreis-FDP

Der amtierende Vorsitzende Hermann Ludewig aus Borgholzhausen will beim Parteitag am 7. März nicht mehr kandidieren. Ein wohl kalkulierter Rückzug

Marc Uthmann

Zweite Reihe, aber nicht leise: Hermann Ludewig wird nicht wieder als FDP-Kreisvorsitzender kandidieren. Aber als liberaler Netzwerker möchte er weiter aktiv sein. - © Nicole Donath
Zweite Reihe, aber nicht leise: Hermann Ludewig wird nicht wieder als FDP-Kreisvorsitzender kandidieren. Aber als liberaler Netzwerker möchte er weiter aktiv sein. (© Nicole Donath)

Altkreis Halle. Hermann Ludewig hat die angenehme Angewohnheit, Dinge in der für ihn eigenen Art auf den Punkt zu bringen. Warum er denn gerade jetzt als Kreisvorsitzender der FDP zurücktreten wolle, wo es für die Liberalen doch so gut laufe? „Das ist doch besser, als etwas in die Grütze zu reiten und dann aufzuhören", entgegnet der 67-Jährige schelmisch.

Aus verschiedenen Gründen hält der stellvertretende Bürgermeister Borgholzhausens den idealen Zeitpunkt für seinen Rückzug als Kreischef nach vier Jahren für gekommen. „Als ich das Amt übernommen habe, waren wir gerade aus dem Bundestag geflogen und auch auf Kreisebene hatten wir Probleme, finanziell sah es nicht gut aus". erklärt Hermann Ludewig und schiebt nach: „Jetzt stimmen die Finanzen, die Partei hat in den vergangenen Jahren viel Geld eingeworben." Die gute Lage dokumentiere sich nicht zuletzt darin, dass die Liberalen sich in Ralf Keller jetzt einen Kreisgeschäftsführer auf 450-Euro-Basis leisten könnten, so Ludewig.

Kommunalwahl 2020 als große Herausforderung für den neuen Chef

„Und am 24. Februar werden wir in Rheda-Wiedenbrück, wo auch unsere Geschäftsstelle sitzt, das Wahlkreisbüro für unsere heimischen Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler und Christian Sauter eröffnen", kündigt der scheidende FDP-Kreisvorsitzende an.

Die Liberalen befinden sich auch politisch im Aufwind und wollen diesen Trend bei der Kommunalwahl 2020 bestätigen. Ein weiterer Grund, warum sich Ludewig aus dem operativen Geschäft zurückziehen will. „Der neu zu wählende Vorstand muss die Europawahl 2019 und vor allem die Kommunalwahl 2020 logistisch vorbereiten und organisieren. Dazu bin ich nicht mehr bereit. Ich konzentriere mich zukünftig auf mein Amt als stellvertretender Bürgermeister von Borgholzhausen und mein Mandat als Ratsmitglied", sagt er.

Aber natürlich will und wird der umtriebige Funktionär weiter mitmischen: „Ich möchte natürlich weiter als Delegierter bei Landes- und Bundesparteitagen präsent sein. Diese Netzwerke will ich pflegen und für den Kreis auch weiterhin nutzen. Ich bleibe der Partei also erhalten", sagt Hermann Ludewig mit einem Schmunzeln. Er wird auch weiterhin gekonnt die Strippen bei den Liberalen in der Region ziehen.

Auf seine Bilanz als Kreisvorsitzender blickt er am Ende durchaus stolz: „Der geschäftsführende Vorstand übergibt einen funktionierenden, erfolgreichen und zukunftsorientierten Kreisverband."

Der Nachfolger wird im März gewählt

Die personellen Weichen für die Zukunft stellt die FDP bei ihrem Kreisparteitag am Mittwoch, 7. März. Um 19 Uhr treffen sich die Liberalen im Landhaus Heitmann, Gütersloher Straße 63, in Herzebrock-Clarholz. Dann wird ein neuer Kreisvorstand gewählt und damit auch über den Vorsitz abgestimmt. Nach HK-Informationen gibt es derzeit keine Ambitionen von FDP-Politikern aus dem Altkreis Halle, Hermann Ludewig an der Spitze der Kreis-Liberalen zu beerben.

Neben den Vorstandsämtern gilt es in Herzebrock-Clarholz auch zahlreiche Delegiertenposten für die verschiedenen Parteitage zu vergeben. Und hier wird auch Hermann Ludewig dann wieder ganz vorne bei den Aspiranten mitmischen – schließlich will er seine klaren Worte in der liberalen Welt weiter gehört wissen.

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