Die Satire: Mit ISEK die Schweinepest bekämpfen

Heiko Kaiser

Der Kaiserschmarrn - © Foto: Heiko Kaiser
Der Kaiserschmarrn (© Foto: Heiko Kaiser)

Ganz Deutschland denkt über die Afrikanische Schweinepest und die damit verbundenen Schutzmaßnahmen nach. Bestandsreduzierungen von Wildschweinen, Abschussprämien und vorsorgliche hygienische Maßnahmen stehen dabei im Mittelpunkt der Diskussionen. Mit dem einen Ziel: ein Einschleppen des Virus nach Deutschland zu verhindern.

„Das ist der völlig falsche Ansatz", sagt Carmen Hamsterchen von der Hesselner Tierschutzorganisation ButterbeidieFische (BbdF). Sie führt dabei ins Feld, dass das Virus erwiesenermaßen nicht durch Wildschweine sondern durch Urlauber, Arbeitskräfte und vor allem Lkw-Fahrer, die aus Osteuropa nach Deutschland einreisen, eingeschleppt werde. „Weil sie ihr infiziertes Schinkenbrot an den Autobahnraststätten entsorgen und es von Wildschweinen gefressen wird, kann sich das Virus verbreiten", erläutert sie.

Hamsterchen präsentiert der staunenden Fachwelt daher eine Lösung, die Tierschützer, Jäger und Schweinezüchter gleichermaßen zufriedenstellt: „Statt Abschussprämien für Wildschweine auszuloben, wäre es sinnvoller, ein Einreiseverbot für Wurst- und Schinkenbrote zu verhängen. Ähnlich wie bei Drogen soll die Einhaltung mit Hilfe von speziell ausgebildeten Schinkenbrot-Spürhunden stichprobenweise überprüft werden. Entlang der A 2 werden zu diesem Zweck bis zur Lösung des Seuchenproblems spezielle Sucheinheiten stationiert.

Heiko Kaiser - © N. Donath
Heiko Kaiser (© N. Donath)

Unterstützung hat die Mütterorganisation »Ranzenfee« zugesagt. „Eine Kernkompetenz unserer Mitglieder ist es, alte Brote in Schultornistern und Turnbeuteln aufzuspüren, zu dekontaminieren und anschließend einer vorschriftsgemäßen Entsorgung zuzuführen. Diese Aufgabe können wir selbstverständlich auch in Lkw zuverlässig ausführen", sagt eine Sprecherin.

Inzwischen ist das Thema Schweinepest auch auf die Agenda der anstehenden Koalitionsverhandlungen gesetzt worden . Die CSU setzt sich hier vehement für die Einführung einer Schweinewurstbrotmaut ein. „Sie muss allerdings so hoch sein, dass es sich für die Lkw-Fahrer auch finanziell lohnt, auf Käse oder Putenwurst umzusteigen", erklärte ein Parteisprecher. Inländische Schweinewurstbrotkonsumenten sollen als Ausgleich beim Taschengeld ihrer Kinder entlastet werden. „Nicht mit uns", entgegnet die SPD. Sie will stattdessen ein Schinken- Salami- und Cervelatwurstpfand erheben und dazu spezielle Automaten an der A 2 aufstellen.

Kritik an diesen Plänen kommt von der Opposition: „Das sind alles halb gare Konzepte. Wir fordern vielmehr, den Bestand an osteuropäischen Lkw-Fahrern radikal zu reduzieren und außerdem ein Einreiseverbot für polnische und tschechische Wildschweine zu verhängen. Beides sollte konsequent auch mit Waffengewalt durchgesetzt werden", heißt es aus AfD-Kreisen.

Die Linke erneuert indes ihre Forderung nach einer sogenannten »Bestreichen-Steuer«, mit der vor allem Besitzer gut belegter Brote zur Kasse gebeten werden sollen. Ganz eigene Vorstellungen hat die FDP. Deren Vorsitzender Christian Lindner betont: „Wir müssen im Rahmen unserer Forderung nach »weltbester Bildung für jeden« mehr in die Ausbildung von Ferkeln investieren." Warum das beim Thema »Schweinepest« helfen soll? „Das weiß kein Schwein", so Lindner.

Währenddessen will Halle einen eigenen Weg bei der Bekämpfung der gefährlichen Tierseuche gehen. „Unser Plan ist es, die jüngste Rede des Stadtplaners zu den Ergebnissen des ISEK/IKEK-Verfahrens über Lautsprecher in die umliegenden Wälder zu übertragen. Da das, was er gesagt hat, kein Schwein interessiert, hoffen wir, so die Wildschweinbestände merklich reduzieren zu können", erklärte ein Sprecher des Forstamtes.

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