Halles Geschichte im Netz: Virtuelles Museum "ZeitRäume" feiert Zehnjähriges

Heiko Kaiser

Umzug zum Geburtstag: Das virtuelle Muesum HallerZeiträume ist zehn Jahre alt geworden. Zur ersten Null präsentiert man sich in neuem Gewand. Daran beteiligt sind, von links, Annika Gandelheid, Martin Wiegand, Wolfgang und Dr. Katja Kosubek. - © Foto: Heiko Kaiser
Umzug zum Geburtstag: Das virtuelle Muesum HallerZeiträume ist zehn Jahre alt geworden. Zur ersten Null präsentiert man sich in neuem Gewand. Daran beteiligt sind, von links, Annika Gandelheid, Martin Wiegand, Wolfgang und Dr. Katja Kosubek. (© Foto: Heiko Kaiser)

Halle. „Die westfälische Heimat mit ihrem bäuerlichen Volk ist für mich der Tropfen, darin die Welt sich spiegeln soll", schrieb einst die Haller Dichterin Margarete Windthorst. Für Wolfgang Kosubek, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Haller ZeitRäume, ist dieser Satz auch Anspruch und Wirklichkeit des virtuellen Museums. „Es ist ein Tagebuch der Haller Geschichte, das ständig überprüft, korrigiert und verbessert wird", sagt Kosubek.

Am 8. Januar 2008 begann mit einem Ideenaustausch die Erfolgsgeschichte des virtuellen Museums, das bis heute deutschlandweit vermutlich das einzige seiner Art ist. Die Idee: Mit begrenzten Mitteln geschichtliche Dokumente und Exponate zu sichern und der Nachwelt zu erhalten. „Vorher wurden beispielsweise kofferweise Feldpostbriefe auf den Müll gebracht", erinnert sich Katja Kosubek. Mit den ZeitRäumen erfüllte sich die Historikerin den Traum, in ihrer Heimatstadt ein Geschichtsmuseum zu gründen.

Martin Wiegand ist von Anfang an dabei. „Ich war eben immer schon Sammler", sagt er schmunzelnd. Wiegand führte Katja Kosubek auch in den Haller Stadtwald, zeigte die Gräber, die Absturzstelle der Halifax oder den alten Weinkeller und setzte damit dem Keimling der Geschichtspfade, von denen mittlerweile drei gegründet wurden.

Seit diesen Anfängen haben Katja Kosubek und die ehrenamtlichen Mitarbeiter viele Keller und Dachböden in Halle besucht, Exponate begutachtet, ihren Hintergrund recherchiert, in Archiven gestöbert und manche alte Geschichte zu Tage gefördert. Fotos, Erklärungen und auch Wortdokumente wurden auf der Website eingestellt und miteinander verknüpft. Arbeiten, die viel Zeit in Anspruch genommen haben und schließlich in ein Gesamtbild mündeten, das einen einmaligen Überblick mit zahlreichen lebendigen Details der Haller Geschichte präsentiert.

186 Exponate, drei Geschichtspfade, drei Sonderausstellungen, ein Bereich der Museumspädagogik sowie eine Chronologie mit über 500 Ereignissen der Stadtgeschichte sind dort zu finden.

Zuletzt stieß das Museum an seine technischen Grenzen. Die seit acht Jahren bestehende Website genügte am Ende nicht mehr den Anforderungen moderner Web-Technologie. Unter der Leitung von Annika Gandelheid wurde der Auftritt einem Relaunch unterzogen. Wie viele Stunden dafür aufgewendet wurden, das kann die diplomierte Kommunikations-designerin gar nicht sagen. „Sehr viele auf alle Fälle", sagt sie und winkt lächelnd ab.

Das Resultat aber spricht für sich: In gewohnter Umgebung – beispielsweise wurde der Meinders Hof als »Museumsgebäude« beibehalten – bekommen die Besucher deutlich mehr Komfort. Die Wege durch das Museum sind kürzer geworden, die sorgfältig recherchierten Hintergrundinformationen schneller verfügbar. Die Website passt sich zudem jedem Bildschirm dynamisch an, so dass sie nun auch komfortabel vom Tablet oder Smartphone besucht werden kann.

Per Fingerwisch kann somit von überall die Wanderung durch die Haller Geschichte gestartet werden. In vielen kleinen Tröpfchen spiegeln sich dabei die Bilder, die weltgeschichtliche Ereignisse in der kleinen Lindenstadt gezeitigt haben.

Noch ist der virtuelle Umzug des Museums nicht ganz beendet. Ab Freitagabend sind aber die ersten Räume unter www.haller-zeitraeume.de geöffnet.

Copyright © Haller Kreisblatt 2018
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.