Sportfischer organisieren inklusives Projekt

Guitano Darhoven

Die Mitglieder der Haller Sportfischer und der Ummelner Behindertenhilfe machen es gemeinsam vor: Behinderungen sind kein Ausschlusskriterium für den Angelsport. - © Foto: Darboven
Die Mitglieder der Haller Sportfischer und der Ummelner Behindertenhilfe machen es gemeinsam vor: Behinderungen sind kein Ausschlusskriterium für den Angelsport. (© Foto: Darboven)

Halle. Angeln wird nicht nur wegen einer umfassenden Beruhigung aller Sinne geschätzt, es steigert auch die Lebensqualität. Genau diese, sogar wissenschaftlich belegten, Ansätze waren vor einem halben Jahr der Anlass für eine ganz besondere Kooperation. Die Rede ist vom Inklusiven Angeln der Behindertenhilfe der Diakonischen Stiftung Ummeln, begleitet vom 1. Haller Sportfischerverein.

Seit Juni werden durchschnittlich neun Klienten mit körperlichen, seelischen und geistigen Beeinträchtigungen im 14-tägigen Rhythmus von Udo Schimmel und Friedrich Bremer von der Behindertenhilfe der Diakonischen Stiftung Ummeln zum Sandfor-ther See in der Dahlbreede in Halle chauffiert. Zu Beginn noch mit Leihangeln der Haller Sportfischer ausgerüstet, haben mittlerweile nahezu alle Teilnehmer eigene Angelausrüstungen. Und einen gültigen Sonderjahresfischereischein, denn ohne den ist den Gästen das Angeln in dem zwölf Hektar großen See untersagt.

Das Angeln sei für alle Beteiligten mehr, als nur ein paar Fische aus dem Wasser zu ziehen, erklären Rainer Kuhn als Zweiter Vorsitzender des Haller Sportfischervereins und Udo Schimmel. Der Tag am gut zugänglichen See und inmitten stiller Natur, das gesellige Miteinander und das Erfolgserlebnis, wenn einmal ein Fisch geködert wird, machten das positive Erleben aus. Zudem würden zwischen den Gästen und den Vereinsfischern soziale Kontakte geknüpft.

Hin und wieder ist Selbstüberwindung gefragt

Auf der anderen Seite ist das Bewegen im Gelände für so manchen behinderten Petrijünger eine anspruchsvolle körperliche Tätigkeit, die gelegentlich auch etwas Selbstüberwindung kostet. Angeln entspanne die gehandicapten Hobbyfischer spürbar, erklärt Friedrich Bremer, während links und rechts von ihm in Windeseile Ruten und Köder einsatzbereit gemacht werden. „Übrigens eine gute Übung zur Förderung der motorischen Fähigkeiten", betont er. Das Treffen am Montag war das letzte in diesem Jahr. „Winterpause" erklärt Rainer Kuhn, während er zusammen mit den Besuchern in der kleinen Schutzhütte die Regenschauer abwartet.

In dem See, der an der tiefsten Stelle 21 Meter misst, tummeln sich Rotaugen, Hechte, Welse, Zander, Forellen, Barsche, Aale und Karpfen. Bisher haben die Hobbyangler der Diakonischen Stiftung, stetig von Mitgliedern der Haller Sportfischer begleitet, nur Rotaugen gefangen. Auch wenn sie für den Verzehr bestimmt sind, so lagen am Montag die von den Gästen favorisierten Würstchen auf dem Grill.

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