Storck-Erweiterung: 200 Aktenordner auf dem Weg nach Detmold

Nicole Donath

Bekommt einen neuen Verlauf: Der Laibach soll nicht länger durch, sondern entlang der Teiche geleitet werden. In diesem Zuge wird er auch entrohrt. - © Foto: Nicole Donath
Bekommt einen neuen Verlauf: Der Laibach soll nicht länger durch, sondern entlang der Teiche geleitet werden. In diesem Zuge wird er auch entrohrt. (© Foto: Nicole Donath)

Halle. Bereits in dieser Woche war Michael Flohr bei der Bezirksregierung in Detmold. Dort hat er über die Beschlusslage im Hauptausschuss berichtet – und im selben Zuge Berge von Aktenordnern avisiert. Genauer gesagt rund 200 Stück. So viele Pläne, Stellungnahmen, Erläuterungen und Gutachten wird das Verfahren zur Expansion des Süßwarenriesen Storck wohl umfassen. Schon diese Dimension lässt also erahnen, wie lange und wie professionell sich der zehntgrößte Süßwarenkonzern der Welt mit dem Plan befasst hat, die Produktion am Standort Halle über den Paulinenweg hinaus ausdehnen zu wollen.

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Der nächste Stichtag, den sich der Abteilungsleiter für Bauleitplanung und Stadtentwicklung in den Terminkalender geschrieben hat, ist jetzt der 8. November: An diesem Abend tagt der Haller Stadtrat und wird – ebenso wie schon der Hauptausschuss – den Antrag der August Storck KG beraten und ihm sicherlich auch zustimmen.

Die Planer bei Storck: Dr. Marc Lörcher und Prokurist Boris Bödecker. - © Foto: Nicole Donath
Die Planer bei Storck: Dr. Marc Lörcher und Prokurist Boris Bödecker. (© Foto: Nicole Donath)

„Als es um die Planung des Ravenna-Parks ging, haben wir tatsächlich einen Bulli vollgeladen und sind mit den Ordnern zur Bezirksregierung gefahren", erinnert sich Michael Flohr. „In diesem Fall müssen wir gucken, ob wir vielleicht eine digitale Lösung wählen können und das Material auch per Dropbox übertragen können." Andernfalls heißt es wieder: Paletten und Hubwagen organisieren, Ärmel hochkrempeln und schleppen.

In Detmold werden die Unterlagen dann durch die Fachbehörden gesichtet, was durchaus einige Monate Zeit in Anspruch nehmen dürfte. Hierbei werden die noch offenen Fragen der Bezirksregierung im Dialog mit der Stadt Halle geklärt. Und zwar so lange, bis die verantwortlichen Detmolder Planungsexperten den Antrag auf Änderung des Regionalplanes für so stimmig halten, dass sie dem Regionalrat vorschlagen werden, den Plan zu ändern. Der tagt viermal im Jahr. Und zurzeit schätzt Michael Flohr das Verfahren für so umfangreich ein, dass die Storck-Expansion wohl erst in der zweiten Sitzung des Jahres 2018 auf die Tagesordnung genommen wird – also im Frühsommer.

„Sobald der Beschluss aus Detmold vorliegt, den Regionalplan für das Waldgebiet östlich von Storck zu ändern, werden wir hier in Halle damit beginnen können, die Verfahren zur Änderung von Flächennutzungsplan und Bebauungsplan einzuleiten", erklärt der Experte für Bauverwaltung weiter. In diesem Zuge müssen hier verschiedene Fragen geklärt werden.

Planer bei der Stadt: Michael Flohr, Experte für Bauleitplanung und Stadtentwicklung. BILD: Hauhart - © Sven Hauhart, HK
Planer bei der Stadt: Michael Flohr, Experte für Bauleitplanung und Stadtentwicklung. BILD: Hauhart (© Sven Hauhart, HK)

Unter anderem geht es da-rum, wie der Laibach künftig fließen soll. Dabei müssen Naturschutzrechte, Artenschutzrechte und die Physik des Wasserbaus berücksichtigt werden. Zurzeit läuft der Bach durch die beiden Teiche am Paulinenweg, die ja erhalten bleiben sollen, hindurch. „Das macht man heutzutage allerdings nicht mehr", sagt Michael Flohr. „Also müssen wir nach einem Weg suchen, den Laibach entlang der Teiche zu verlegen. Auf diese Weise kann das überschüssige Wasser aus dem Laibach in den Teich ablaufen, oder der Teich speist den Bach." Außerdem wird hier festgelegt, in welcher Art und Weise der Steinhausener Weg ausgebaut werden soll. Die Kosten für die sogenannte Ertüchtigung trägt Storck.

Erfahrungswerten zufolge wird es etwa zwei Jahre dauern, bis das Verfahren abgeschlossen sein wird. Wie bereits berichtet, sollen in dem firmeneigenen, rund elf Hektar großen Waldstück östlich des Konzerns auf etwa acht Hektar Fläche vier neue Produktionshallen sowie ein weiteres Verwaltungsgebäude entstehen. Einen konkreten Baustart kennt Storck noch nicht. Nur so viel: Mittelfristig entstehen hier 1700 neue Arbeitsplätze.

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