Storck informiert Anwohner über Expansionspläne

Nicole Donath

Großes Interesse: An der Anliegerversammlung bei Storck nahmen mehr als 40 Bürger, die größtenteils am Paulinenweg oder am Steinhausener Weg wohnen, teil. Fotos: Nicole Donath - © Nicole Donath
Großes Interesse: An der Anliegerversammlung bei Storck nahmen mehr als 40 Bürger, die größtenteils am Paulinenweg oder am Steinhausener Weg wohnen, teil. Fotos: Nicole Donath (© Nicole Donath)

Halle. Das Interesse war größer als anfangs gedacht: Mehr als 40 Bürger waren gekommen und wollten Antworten aus erster Hand. Nach der Begrüßung durch die Storck-Vertreter Boris Bödecker, Dr. Marc Lörcher und Dirk Niemann am Werkseingang ging es gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung und den beiden Planern zum Saal im »Treffpunkt«. Auf den Tischen Toffifees und Lachgummis – doch ganz so zuckersüß wie bei der Vorstellung der Pläne im Hauptausschuss war das Klima während der rund zweieinhalbstündigen Zusammenkunft nicht.

Ähnlich wie am Mittwoch startete Bödecker seine Präsentation mit einer Zusammenfassung der Storck-Entwicklung am Standort Halle und erläuterte die Umstände, die das Familienunternehmen bewegt hatten, sich in östlicher Richtung ausdehnen und dabei den Paulinenweg übernehmen zu wollen. Mit Blick auf den Plan, in dem die vier Produktionshallen und ein Verwaltungsgebäude eingezeichnet waren, betonte er, dass es sich nur um Entwürfe handele und man erst am Anfang der Abstimmungen stehe. Gleichwohl erkannten die Anwohner die Dimensionen der Vorhaben und hatten entsprechend viele Fragen mitgebracht.

Vor dem Ausbau: Der Steinhausener Weg wird für Kraftfahrzeuge hergerichtet. Die Kosten für die Maßnahmen trägt Storck. - © Nicole Donath
Vor dem Ausbau: Der Steinhausener Weg wird für Kraftfahrzeuge hergerichtet. Die Kosten für die Maßnahmen trägt Storck. (© Nicole Donath)

Zunächst ging es um den Ausbau des Steinhausener Weges, über den die Anlieger südlich der Autobahn künftig ihre Häuser erreichen sollen: „Wie soll der Weg denn ausgebaut werden?", wollte ein Anlieger wissen. „Wie breit wird er? Ist Begegnungsverkehr möglich, und wurde daran gedacht, dass auch Müllfahrzeuge, Feuerwehrautos und Erntemaschinen auf Weg und Brücke passen müssen? Für wen ist der Weg überhaupt gedacht und mehr noch: Werden die Anlieger an den Kosten des Ausbaus beteiligt?", fragten andere.

Nun, ob tatsächlich auch Erntemaschinen auf den ausgebauten Steinhausener Weg passen werden, vermochte noch niemand zu sagen. Aber so viel sei klar: „Der Weg soll nicht dazu dienen, den Verkehr der Storck-Mitarbeiter aufzunehmen, sondern ist nur für Anlieger und Erholungssuchende gedacht, die zum Tatenhauser Wald gelangen möchten", sagte Bödecker. „Natürlich soll hier Begegnungsverkehr möglich sein. Und weil wir das Interesse am Ausbau haben, werden wir auch für die Kosten aufkommen."

Bei einem anderen Anlieger hatte sich grundsätzlicher Ärger angestaut: Er lief sogar nach vorne und stellte sich schimpfend vor den Verwaltungstisch: „In Halle heißt es immer erst »Wir gucken mal« und dann werden Tatsachen geschaffen." Natürlich müsse man davon ausgehen, dass so gebaut werde wie im Entwurf gezeigt. „Aber meine Skepsis richtet sich auch nicht gegen Storck, sondern eher gegen die Verwaltung."

Bürgerbeteiligungen zum Bebauungsplan

Konkret wollte er wissen, wie die als Rechtecke auf dem Plan dargestellten Hallen denn tatsächlich aussähen. Wie hoch. Und in welcher Farbe sie gebaut würden. Die Antwort von Dr. Lörcher: „Wir kennen noch keine Rahmenbedingungen und Auflagen, so dass wir keine konkrete Aussagen machen können. Bestehende Produktionshallen sind etwa hundert Meter lang, haben eine Außenhöhe von rund acht Metern, sind weiß und sehen ordentlich aus." Michael Flohr vom städtischen Bauamt ergänzte: „Wenn sich die Regionalplanungsbehörde geäußert hat, wird für diesen Bereich auch noch ein Bebauungsplan aufgestellt, an dem 38 Fachbehörden beteiligt sind und in dessen Verlauf zwei Bürgerbeteiligungen durchgeführt werden. Hier können Sie alle Einwände und Bedenken äußern."

Mit Blick auf mögliche Geräuschbelästigungen durch Klimaanlagen erläuterte Dr. Lörcher, dass man diese früher einfach auf die Dächer gesetzt habe. „Heutzutage werden sie eingehaust, und ein Schallschutzgutachten stellt sicher, dass Immissionsgrenzen nicht überschritten werden." Die Abtransporte der fertigen Produkte sollen zur Werksinnenseite hin erfolgen.

Auf Anfrage einer Anliegerin der Straße Arrode, die dem Außenbereich zugeordnet wird, bestätigten die Planer, dass dieser Bereich nicht in das Änderungsverfahren einbezogen werde. Dabei widersprach Flohr der Behauptung, dass die Arrode damit schutzlos sei: „Der Außenbereich hat denselben Status wie ein Mischgebiet. Damit ist der Schutzstatus nicht so hoch wie im Wohngebiet, aber dennoch vorhanden."

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