Storck will 1700 neue Arbeitsplätze am Standort Halle schaffen

Nicole Donath

Storck breitet sich aus: Das firmeneigene Waldstück soll zu weiten Teilen fallen und die vier neuen Produktionshallen nur noch säumen. - © Ulrich Fälker
Storck breitet sich aus: Das firmeneigene Waldstück soll zu weiten Teilen fallen und die vier neuen Produktionshallen nur noch säumen. (© Ulrich Fälker)
Nannten Zahlen: Dr. Marc Lörcher, Dirk Niemann und Boris Bödecker stellten für den Süßwarenriesen Storck im Hauptausschuss die Expansionspläne vor. - © Foto: Nicole Donath
Nannten Zahlen: Dr. Marc Lörcher, Dirk Niemann und Boris Bödecker stellten für den Süßwarenriesen Storck im Hauptausschuss die Expansionspläne vor. (© Foto: Nicole Donath)

Halle. Diese Entscheidung hat eine immense Tragweite sowohl für die Stadt als auch für die Region: Halles Politiker unterstützen den Antrag des Süßwarenriesen Storck, hier am Standort zu expandieren. Konkret sollen in dem firmeneigenen, rund elf Hektar großen Waldstück östlich des Konzerns vier neue Produktionshallen sowie ein weiteres Verwaltungsgebäude entstehen. Zusätzlich zu den aktuell 2727 Mitarbeitern allein in Halle wird Storck auf diese Weise weitere 1700 Arbeitsplätze schaffen.

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Diese Zahlen stellten Storck-Prokurist Boris Bödecker, Dr. Marc Lörcher (Technischer Direktor) und Dirk Niemann (Leiter Technische Betriebe) am Mittwochabend im Haupt- und Finanzausschuss vor. Und erläuterten zugleich die Beweggründe für den Wunsch auf Erweiterung: „Halle stellt für Storck einen hoch effizienten Verbundstandort mit modernsten Produktionsanlagen dar. Weil die »Fabrik im Grünen«, die vor 70 Jahren hier angesiedelt wurde und mittlerweile zu den zehn größten Süßwarenherstellern der Welt zählt, allerdings immer weiter wächst, braucht es perspektivisch weitere Kapazitäten", sagte Bödecker.

Die vorrätigen Erweiterungsflächen seien dabei spätestens im Jahr 2020 allesamt mit Produktionshallen und Verwaltungsgebäuden bebaut. Als es für das Familienunternehmen unter der Leitung von Konzernchef Axel Oberwelland um die Frage ging, ob man diese Kapazitäten für die Markenfamilien Toffifee, Mamba, Riesen, Dickmann’s, Nimm2 oder Lachgummi ins Ausland verlagern oder am Standort in Halle schaffen sollte, fiel die Entscheidung für Halle: „Wir haben hier eine zentrale Verwaltung und können die vorhandene Infrastruktur komplett nutzen", begründete Bödecker. „In Halle steht auch eines unserer beiden zentralen Hochregallager, in denen die Fertigprodukte aus den Produktionsbereichen direkt eingelagert werden, und von wo aus auch der weltweite Versand erfolgt." So spare man Transportwege.

Um diese Strukturen nutzen zu können, mache jedoch nur eine unmittelbare Anbindung Sinn. Weil eine Ausdehnung in südlicher Richtung (A33 und Tatenhauser Wald) ebenso wenig wie in westlicher Richtung (Flächenbegrenzung) oder im Bereich nördlich der Bahnstrecke in Frage gekommen sei, habe man sich für die Erweiterung in Richtung Osten entschieden. Und weil die beiden Bereiche zurzeit noch durch eine städtische Straße, den Paulinenweg, getrennt werden, möchte Storck auch diesen übernehmen.

„Beim Thema Lebensmittelsicherheit gibt es klare Vorschriften, wir brauchen einen geschlossenen Werksstandort", sagte Bödecker. „Auch mit Blick auf ein zukunftsfähiges Logistikkonzept einschließlich Werkszufahrt, Verkehrsleitkonzept und Mitarbeiterparkplätzen, die auch in Form eines Parkhauses geschaffen werden können, macht das Sinn." Die Anwohner südlich der Autobahntrasse, die ihre Häuser zurzeit noch über den Paulinenweg erreichen, sollen stattdessen in Zukunft über den Steinhausener Weg fahren können. Zu diesem Zweck soll der Waldweg entsprechend ausgebaut werden.

Einstimmig fiel der Beschluss, bei der Bezirksregierung die Änderung des Regionalplanes zu beantragen. Erfahrungswerten zufolge wird es etwa zwei Jahre dauern, bis das Verfahren abgeschlossen sein wird. Wann die Produktionshallen und das Verwaltungsgebäude gebaut werden, steht laut Storck-Sprecher Dr. Bernd Rößler noch nicht fest: „Wir wollen Optionen ziehen können, wenn wir sie brauchen."

Kommentar

Noch steht nicht fest, wann die neuen Produktionshallen gebaut und weitere 1700 Menschen in die Familie der
Storckianer aufgenommen werden. Aber so viel ist klar: Bei dem Beschluss der Politik, den Weg für die
Storck-Erweiterung freizugeben, ging es nicht nur um die Abwägung zwischen Naturschutz und Arbeitsplatzsicherung. Vielmehr wird man in Halle nun ganz unabhängig von
Storck eine Leitlinie entwickeln müssen, wie sich die Stadt angesichts so viel neuer Mitarbeiter entwickeln will. Da geht es um Fragen der Baulandpolitik oder der Infrastruktur. 1700 neue Mitarbeiter – das sind neue Dimensionen. Nicht nur für
Storck.

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