Das sagen die Anlieger zur Storck-Erweiterung

Nicole Donath

Haben Fragen: Marion und Rudi Schäper, Ingo Biermann, Matthias Herschel, Iris Dellbrügge, Sylvia Biermann und Andre Meyer sind bereits durch den Bau der Autobahn gefordert. Mit Blick auf die Erweiterungspläne von Storck und eine damit verbundene Sperrung des Paulinenweges kommen weitere Veränderungen auf sie zu. Fotos: Nicole Donath - © Foto: Nicole Donath
Haben Fragen: Marion und Rudi Schäper, Ingo Biermann, Matthias Herschel, Iris Dellbrügge, Sylvia Biermann und Andre Meyer sind bereits durch den Bau der Autobahn gefordert. Mit Blick auf die Erweiterungspläne von Storck und eine damit verbundene Sperrung des Paulinenweges kommen weitere Veränderungen auf sie zu. Fotos: Nicole Donath (© Foto: Nicole Donath)

Halle. Es ist keine dieser Zusammenkünfte, bei denen die Betroffenen pauschal oder gar unsachlich ihrem Ärger Luft machen und wütende Schimpftiraden loslassen. Ganz und gar nicht. „Dass Storck die östliche Seite des Paulinenweges überplanen will, kommt ja nicht überraschend und ist völlig nachvollziehbar", sagt Ingo Biermann.

„Storck ist ein wichtiger Arbeitgeber für Halle und muss die Kapazitäten hier vor Ort nutzen." Neu ist jedoch für die rund 30 Anlieger unterhalb der A?33-Trasse im Wald, dass der Süßwarenriese auch den Paulinenweg für sich beanspruchen möchte. Und das ist der Punkt, der bei ihnen viele Fragen aufwirft.

Wird die Brücke denn jetzt noch gebraucht? Ja, wird sie!

Bislang fahren die Anlieger ihre Häuser über den Paulinenweg an. Also über jenen Weg, der von der Margarethe-Windthorst-Straße aus in den Tatenhauser Wald führt, und der auf Betreiben sowie unter finanzieller Beteiligung der Anlieger Ende der 70er Jahre überhaupt erst asphaltiert wurde. Bereits seitdem die Bauarbeiten für den Lückenschluss der Autobahn laufen, ist das nicht immer einfach.

Bagger, Raupen und Lkw versperren oftmals die Durchfahrt, auf der Straße liegen große Klumpen an Dreck, Steinen und Erde. „Aber okay, das ist nun einmal während der Bauphase so", ist Matthias Herschel auch an diesem Punkt Realist. „Wenn die Autobahn fertig ist, hat sich das auch wieder erledigt."

Doch was ist mit der Brücke, die sich zurzeit noch als bloße Rampe präsentiert? Wird die überhaupt noch benötigt, wenn der Paulinenweg durch Storck abgebunden wird? Fragen, die sich die Anlieger stellen – und auf die es eine klare Antwort gibt: „Ja, in jedem Fall", sagt Eckhard Hoffmann, Abteilungsleiter für den Bereich Tiefbau und Umwelt bei der Stadt Halle.

Nadelöhr: Noch ist der Steinhausener Weg nicht ausgebaut und außerdem zu schmal, um Verkehr aufzunehmen. Gleichwohl könnte ein Ausbau die Lösung für eine Erschließung darstellen. - © Foto: Nicole Donath
Nadelöhr: Noch ist der Steinhausener Weg nicht ausgebaut und außerdem zu schmal, um Verkehr aufzunehmen. Gleichwohl könnte ein Ausbau die Lösung für eine Erschließung darstellen. (© Foto: Nicole Donath)

„Diese Brücke ist nicht nur planfestgestellt, sondern sie wird auch tatsächlich gebraucht. Schließlich war die Brücke von Anfang an so konzipiert, dass auch ein Abzweig zum Steinhausener Weg vorgesehen ist", erklärt Sylke Tech vom Landesbetrieb Straßen.NRW. „Diese Anbindung liegt auch noch in unserem Zuständigkeitsbereich."

Aktuell ist der Steinhausener Weg allerdings noch weit davon entfernt, auch den entsprechenden Verkehr aufzunehmen, und das war bisher auch nicht der Plan. Der nicht befestigte Weg zischen der neuen Kläranlage und dem Laibach, der Fußgänger durch eine Unterführung in den Wald leitet, kann zurzeit gerade mal von einem Auto befahren werden, Begegnungsverkehr ist schwierig bis unmöglich.

Das wiederum könnte sich ändern, wenn Storck den Paulinenweg eines Tages tatsächlich für die Öffentlichkeit sperrt: „Dann würde sich der Steinhausener Weg als Erschließungsmöglichkeit zum Tatenhauser Wald hin anbieten", sagt Eckhard Hoffmann. „Zu diesem Zweck müsste dann natürlich der gesamte Steinhausener Weg neu ausgebaut werden." Im selben Zuge würde sich allerdings auch das gesamte Areal in diesem Bereich komplett verändern – so wie bisher sieht es dort dann nicht mehr aus.

Aber der Abteilungsleiter mahnt zugleich zur Zurückhaltung, denn alles, worüber man bisher gesprochen habe, seien „erste Überlegungen, nachvollziehbare Gedanken" gewesen. Das sei auch der Grund dafür, dass man in diesem frühen Stadium noch keine Anlieger einbezogen hätte. Dass die frühzeitig beteiligt werden müssten, bedürfe gar keiner Frage.

Auf die Anlieger im Tatenhauser Wald kommt jetzt ohnehin erst einmal die nächste Hürde zu, denn unabhängig von den Storck-Plänen werden demnächst die Rampen für die Brücke angeschüttet. „Einen konkreten Termin kann ich nicht nennen, aber nachdem wir die eigentliche Brücke im Juli abgenommen haben, können die Arbeiten bald beginnen", so Sylke Tech. Alleine auf eine Dauer der Arbeiten mochte sie sich nicht festlegen, das hinge einfach von zu vielen verschiedenen Faktoren ab.

Aber spätestens bis Mitte 2018 sollte alles erledigt sein. Und so lange müssen die Anlieger über den Steinhausener Weg in Richtung Lönsweg fahren, um dann über Hesseln zurück nach Halle zu gelangen. Macht drei Kilometer Umweg für mindestens ein halbes Jahr. „Auch dieser Weg ist bislang nur etwas geschottert", erläutert Eckhard Hoffmann. Aber diese Strecke müsse für die Zeit der Umwege dann eben so präpariert werden, dass sie in der Lage ist, den Anliegerverkehr aufzunehmen.

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