Gerry Weber hat Schiesser im Visier

Outlet im Ravenna-Park

Marc Uthmann

Gerry Weber Outlet: Verhandlungen mit Schiesser über Verkaufsfläche im Outlet. - © Foto: Nicole Donath
Gerry Weber Outlet: Verhandlungen mit Schiesser über Verkaufsfläche im Outlet. (© Foto: Nicole Donath)

Halle. „Wir sind in Gesprächen, Damen- und Herrenwäsche von Schiesser in das Sortiment unseres Outletcenters aufzunehmen“, heißt es von der Gerry Weber AG. Angedacht seien 250 Quadratmeter für das Sortiment des Herstellers aus Radolfzell – die dafür notwendige Fläche solle durch eine „Verdichtung“ des bestehenden Sortiments erreicht werden.

„Ab Frühjahr 2017" soll es die Schiesser-Verkaufsfläche geben, heißt es vom Haller Modekonzern. Schiesser selbst ist da offenbar schon weiter. »Wir eröffnen einen neuen Schiesser Outlet Store in Halle/Westfalen« heißt es in einer Stellenanzeige, die der Wäscherhersteller geschaltet hat und in der er ab März 2017 Filialleiter und Verkäufer sucht. Beziehungen zwischen den beiden Unternehmen gibt es nicht nur aufgrund der Branchenverwandtheit – Gerry-Weber-Vorstand David Frink wechselte 2009 von Schiesser nach Halle.

Nun könnte Frink also seinen Ex-Arbeitgeber unter das Dach des Ravenna-Parks holen. Die sich anbahnende Partnerschaft wird allerdings kritisch beäugt. Schließlich gibt es Vorgaben des Bebauungsplans, in welchem Umfang Sortimente, die auch in der Innenstadt gehandelt werden, im Outlet angeboten werden dürfen. Für Textilien anderer Hersteller als von Gerry Weber selbst sind maximal 2000 Quadratmeter erlaubt, hinzu kommen noch einmal 200 Quadratmeter für Schuhe und Accessoires.

Modehaus Brinkmann ist kritisch

Karl-Friedrich Brinkmann vom gleichnamigen Haller Modehaus ist angesichts der Pläne aufmerksam geworden – er bietet selbst Schiesser-Waren an: „Ich werde mich an die Stadt wenden und klären lassen, ob diese Partnerschaft den Vorgaben des Bebauungsplanes entspricht. Es ist doch klar, dass man es kritisch beäugt, wenn Produkte, die man selbst im Sortiment hat, plötzlich an anderer Stelle zu anderen Bedingungen verkauft werden." Sollte Schiesser seine Pläne umsetzen, müsse er überlegen, welche Konsequenzen er daraus für sein Sortiment ziehe, so Brinkmann.

Michael Flohr, zuständiger Abteilungsleiter bei der Stadt Halle, kündigte eine Prüfung des Vorhabens an: „Es gibt umfangreiche Festsetzungen im Bebauungsplan. Mit denen müssen wir uns zunächst einmal auseinandersetzen."

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