Die verschwundenen Münzen

Perfekter Sparkassen-Kundenservice

Heiko Kaiser

Da lacht der Luis: Stolz zeigt der Fünfjährige die Münzen, die er zurückerhalten hat. Das Plätzlichen in der rechten Hand lässt er auch für das Zeitungsfoto nicht los. Im Hintergrund Vater Ralf Ellerbrock und Kreissparkassen-Filialleiter Detlef Voßhans. - © Foto: Heiko Kaiser
Da lacht der Luis: Stolz zeigt der Fünfjährige die Münzen, die er zurückerhalten hat. Das Plätzlichen in der rechten Hand lässt er auch für das Zeitungsfoto nicht los. Im Hintergrund Vater Ralf Ellerbrock und Kreissparkassen-Filialleiter Detlef Voßhans. (© Foto: Heiko Kaiser)

Halle-Hörste. Luis Ellerbrock ist fünf Jahre alt. Seine Geldgeschäfte erledigte er bislang im eigenen Haus. Bedeutet: Münzen und Scheine landeten dort, wo sie in diesem Alter hingehören: in der Spardose. Doch die war jetzt voll. Keine Frage, das Geld musste zur Bank. Bei der Kreissparkassen-Filiale in Hörste zahlte er zusammen mit seinem Vater Münzen und Scheine ein, und damit begann eine aufregende Geschichte.

Denn was die Ellerbrocks nicht bedacht hatten war, dass sich neben den regulären Euro- und Cent-Münzen auch Fremdwährungen, Mitbringsel aus Urlauben und Geschäftsreisen von Ralf Ellerbrock, in der Spardose befanden. Alles landete in einem Geldsack, der mit der Nummer K605479 versehen wurde. Ralf Ellerbrock erhielt eine Quittung mit gleicher Nummer. So weit, so gut.

Seit November hatte die Kreissparkasse die Münzannahme verändert. Das Auszählen des Geldes erfolgte fortan nicht mehr im eigenen Haus, sondern wurde von einem Dienstleister erledigt. Der aber entsorgt alles, was nicht in Euro und Cent gemessen wird – also Büronadeln, Schokoladenreste oder auch Münzen in Fremdwährung.

 „Diesen Vorgang haben die Programmierer nicht vorgesehen"

Wenige Stunden nach der Einzahlung musste Ralf Ellerbrock erneut in die Filiale. Bei dieser Gelegenheit erinnerte er sich der fremden Münzen und bat den Sparkassenmitarbeiter, noch einmal in den Geldbeutel schauen zu dürfen, um die entsprechenden Stücke auszusortieren. Das aber war nicht möglich. Denn der Beutel befand sich körperlich zwar noch in der Filiale, war aber bereits ausgebucht und damit buchhalterisch in der Hauptstelle in Halle. Ein Problem für den zum korrekten Handeln gesetzlich verpflichteten Bankangestellten. Theoretisch hätte er den Vorgang stornieren können, um das Geld auch rechnungstechnisch in die Filiale zurückzuholen. „Diesen Vorgang aber haben die Programmierer nicht vorgesehen", erklärte der Angestellte dem verdutzten Ralf Ellerbrock. Auch der Verweis darauf, dass der Beutel aber doch noch da sei, nutzte nichts. Denn ausgebucht ist eben ausgebucht.

Ralf Ellerbrock setzte sich mit dem Haller Kreisblatt in Verbindung und erzählte von den nun scheinbar verlorenen Münzen. Ein kurzer Anruf bei der Kreissparkasse und die Bitte, einen kleinen Jungen doch schon vor Weihnachten glücklich zu machen, reichte aus. „Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um das Geld zurückzuholen", sagte Pressesprecher David von Hoff nur kurze Zeit danach. Einen Tag später war es zurück.

Problem zeigt Fehler im System

Der Hörster Filialleiter Detlef Voßhans überreichte dem glücklichen Luis nicht nur fünf Münzen sondern auch einen Malkasten und eine große Sammelmappe. Vater Ralf erhielt einen Regenschirm als Dank dafür, dass er die Sparkasse auf einen Fehler im System aufmerksam gemacht hat, der nun korrigiert wird.

Nach derart guten Erfahrungen mit seiner Sparkasse, wird Luis sicher auch in Zukunft dort sein Geld unterbringen. Aber das hat auch noch andere Gründe: Denn hier gibt es leckere Kekse.

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