Eine falsche Nachricht kann den Job kosten

Versmolder Datenschutzexperte warnt vor Datenklau und Folgen von Facebook und Co.

Uwe Pollmeier

Warnten die Schüler: Ralf Grothus (Schulsozialarbeiter, links) hatte Thomas Floß (Datenschutzbeauftragter) eingealden, damit dieser die Schülern der Peter-Korschak-Hauptschule über Internetgefahren informiert. - © Foto: Uwe Pollmeier
Warnten die Schüler: Ralf Grothus (Schulsozialarbeiter, links) hatte Thomas Floß (Datenschutzbeauftragter) eingealden, damit dieser die Schülern der Peter-Korschak-Hauptschule über Internetgefahren informiert. (© Foto: Uwe Pollmeier)

Halle. Mal eben ein Partyfoto per WhatsApp verschicken oder ein Urlaubsvideo auf Facebook teilen – über die möglichen Folgen macht sich dabei kaum einer Gedanken. „Die spielen mit euren Daten“, warnt Thomas Floß, Datenschutzbeauftragter aus Versmold. So sei es heute üblich, dass Arbeitgeber die Onlineprofile ihrer Bewerber checken.

Gar nicht gut kommt es dann an, wenn etwa der angehende Bankkaufmann regelmäßig die Nächte durchzecht oder der Freizeitparkbesuch während des Krankfeierns stattfand. „Jedes Bild hat Metadaten", sagt Floß. Darin stehen alle Infos wie etwa Aufnahmeort und -zeit.

Die 50 Hauptschüler der drei achten Klassen der Peter-Korschak-Schule fanden während des Vortrags im Schulzentrum anfangs noch die Gespräche mit dem Nebenmann interessanter, merkten aber mit der Zeit, dass der Vortrag von Floß ihren Alltag betrifft. Schließlich gingen nur zwei Hände in die Höhe, als Floß anfangs fragte, wer denn kein Smartphone besitze. Dass das längst zum kleinen Taschencomputer mutierte Mobiltelefon mit der Nutzung verschiedenster Apps den Besitzer förmlich ausspioniert, ist den meisten Schülern bisher nicht bewusst gewesen.

„Android ist das gefährlichste Betriebssystem der Welt", sagt Floß. Apple und Windows böten hingegen recht sichere Systeme. Floß weiß, wovon er spricht, schließlich hat er selbst mit seiner Firma vor wenigen Jahren einen Internethacker aufgespürt, der sich mittels manipulierter Webcams in Handys, Tablets oder Laptops unbemerkt in die Schlafzimmer der Besitzer reinschalten konnte. Ebenso ging er auf das Thema Cybermobbing ein, was gerade an Schulen immer mehr zum Problem wird.

„Jeder hinterlässt digitale Spuren. Die Aufklärungsquote beim Cybermobbing liegt bei 100 Prozent", sagt Floß. Aber auch sonst ist Vorsicht im Netz geboten. Selbst zunächst harmlos erscheinende Freundschaftsanfragen bei Facebook können unangenehm werden.

Zum Abschluss gab er den Schülern noch einige interessante Tipps für den Gebrauch von Passwörtern mit auf den Weg. Das Knacken von möglichst 14-stelligen Kombinationen aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen würde dann auch schon einmal gut 2000 Jahre dauern.

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