Endlich gute Luft in Halle

Feinstaubwerte sind gesunken

Uwe Pollmeier

Erfolgseffekt: Weil im gesamten Jahr 2015 – und somit anders als auf diesem Archivfoto – keine Lkw auf der innerstädtischen B 68 fahren durften, konnten die Stickoxid-Grenzwerte nach deutlichen Überschreitungen in den Vorjahren nun eingehalten werden. - © Foto: Rolf Uhlemeier
Erfolgseffekt: Weil im gesamten Jahr 2015 – und somit anders als auf diesem Archivfoto – keine Lkw auf der innerstädtischen B 68 fahren durften, konnten die Stickoxid-Grenzwerte nach deutlichen Überschreitungen in den Vorjahren nun eingehalten werden. (© Foto: Rolf Uhlemeier)

Halle. Die Stickoxide sind bereits im vergangenen Jahr auf ein erlaubtes Maß gesunken. Gerechnet wurde damit erst zum A 33-Lückenschluss 2019. Spätestens bis dahin sollte sich der Gehalt von Stickstoffdioxid, kurz Stickoxid, in Halle innerhalb der EU-Grenzwerte bewegen. Die nun veröffentlichten Messergebnisse des vergangenen Jahres zeigen jedoch, dass der Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft schon jetzt eingehalten wird.

„Ich hatte nach dem Vorjahreswert von 48 Mikrogramm eine Absenkung erhofft und auch erwartet", sagt Tanja Möller, Dezernentin bei der Bezirksregierung Detmold für den Fachbereich Immissionsschutz. Dass es bereits jetzt mit 40 Mikrogramm zu einer genauen Einhaltung des Grenzwertes gekommen sei, habe sie jedoch etwas überrascht. „Das ist schon eine sehr erfreuliche Entwicklung", sagt Möller.

Messstation: Die aktuellen Daten am Amtsgericht überraschen. - © Foto: Rolf Uhlemeier
Messstation: Die aktuellen Daten am Amtsgericht überraschen. (© Foto: Rolf Uhlemeier)

Die zum 31. Juli 2013 in Kraft getretene einseitige Sperrung der B 68 für Lastwagen über 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, die gut ein Jahr später mit Öffnung der Entlastungsstraße auch in Fahrtrichtung Borgholzhausen Gültigkeit fand, hat die Werte in den vergangenen Jahren bereits verbessert. Startete man 2011 noch mit 53 und steigerte sich im Jahr darauf sogar auf 57 Mikrogramm, so ist seitdem eine Abnahme zu erkennen. Vor drei Jahren waren es 52, 2014 noch 48 Mikrogramm und im vergangenen Jahr eben nur noch 40 Mikrogramm. Ein Wert, der sich im Landestrend leider nicht so deutlich widerspiegelt. „Die Belastung mit Stickstoffdioxid ist weiterhin zu hoch. Sie ist das Problem Nummer eins in der Luftreinhaltung", sagt NRW-Umweltminister Johannes Remmel.

Wurden 2014 an 58 von insgesamt 127 landesweiten Messstellen die erlaubten Werte überschritten, so war dies im vergangenen Jahr immerhin noch bei 56 der nunmehr 128 Stationen der Fall. Im langjährigen Trend ist somit nur ein recht langsamer Stickoxidrückgang zu verzeichnen.

Verkehrsflüsse können sich ändern

„Wir haben die Anforderungen erfüllt, aber es ist halt eben auch eine Punktlandung exakt auf den maximal erlaubten Wert", sagt Möller. Man werde daher die Haller Messstation am Amtsgericht weiterhin im Auge behalten und keineswegs abbauen. „Verkehrsflüsse ändern sich oftmals", sagt Möller, wobei sie angesichts der absehbaren A 33-Fertigstellung für Halle von einer positiven Entwicklung ausgeht.

Zwar nicht an der Haller Messstation, dafür aber an landesweit 68 Punkten, wurde auch die Feinstaubbelastung erfasst. Erfreulicherweise lagen überall die Werte unterhalb der EU-Grenzvorgaben.

Permanente und hohe Belastungen durch Stickoxide und Feinstaub haben deutliche gesundheitliche Folgen. Das Risiko für Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen steigt an. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt sogar einen Feinstaub-Grenzwert, der nur halb so hoch ist wie der Grenzwert der EU. Solch ein Wert wird in NRW lediglich außerhalb von Städten und Verkehrsachsen erzielt.

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