Schutzvereinigung will Vorstand nicht entlasten

Gerry-Weber-Aktionäre sind Donnerstag zur Hauptversammlung eingeladen

Nicole Donath

In der Kritik: Dem Vorstandder Gerry Weber AG wird von der Schutzvereinigung mangelnde Prognosefähigkeit vorgeworfen. - © Foto: Nicole Donath
In der Kritik: Dem Vorstandder Gerry Weber AG wird von der Schutzvereinigung mangelnde Prognosefähigkeit vorgeworfen. (© Foto: Nicole Donath)

Halle. 2014 erschien die Aktionärsschützerin Jella Benner-Heinacher zur Hauptversammlung der Gerry Weber International AG in Schwarz-Weiß: „Schwarz zum Zeichen der Trauer, dass Gerhard Weber als Vorstandsvorsitzender geht. Weiß zum Zeichen der Freude darüber, dass das Unternehmen für die Zukunft gut aufgestellt ist", erklärte sie damals.

In welchen Farben sie zur Hauptversammlung am 14. April nach Halle kommt, ist zwar nicht bekannt. Die Vorzeichen lassen jedenfalls auf nicht allzu große Farbenvielfalt schließen: So hat die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) den Aktionären empfohlen, den Vorstand für das Geschäftsjahr 2014/15 nicht zu entlasten. Zur Begründung heißt es: „Der Vorstand hat mehrfach seine Prognosen verfehlt, beziehungsweise korrigieren müssen. Da für die DSW die Prognosefähigkeit des Vorstandes von herausragender Bedeutung ist, stimmt sie deshalb gegen die Entlastung des Gremiums.“ Dasselbe gilt übrigens für die Billigung des Systems zur Vergütung der drei Vorstände.

Anders sieht es bei der Verwendung des Bilanzgewinns aus: Die Ausschüttung liege mit 0,40 Euro zwar unter dem Niveau des Vorjahres (0,75 Euro). Allerdings müsse man die Einbrüche in Ergebnis und Umsatz „in einem anhaltend schlechten wirtschaftlichen Umfeld“ mit einbeziehen. Gegen die Entlastung des Aufsichtsrates bestehen ebenfalls keine Bedenken.

Die Gerry-Weber-Aktie hatte im Juni vergangenen Jahres einen drastischen Kurs-sturz erlebt. Mit Blick auf die anhaltend schlechten Zahlen kündigte der weltweit agierende Haller Modekonzern Ende Februar einen strikten Sparkurs an. Dazu zählt die Entlassung von 700 Mitarbeitern.

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