Jeannette Loutfi findet bis in den Orient Beachtung

Künsebeckerin lebt inzwischen in Köln

Florian Gontek

Hat sich weiterentwickelt: Jeannette Loutfi arbeitet täglich für ihren musikalischen Erfolg. „Von Luft und Liebe kann man nicht leben, das weiß ich", sagt sie. Also hat sie schon weitere Songs geplant – auch mit französischen und arabischen Einflüssen – und veröffentlicht sie unter ihrem Künstlernamen »Jano«. - © Foto: Privat
Hat sich weiterentwickelt: Jeannette Loutfi arbeitet täglich für ihren musikalischen Erfolg. „Von Luft und Liebe kann man nicht leben, das weiß ich", sagt sie. Also hat sie schon weitere Songs geplant – auch mit französischen und arabischen Einflüssen – und veröffentlicht sie unter ihrem Künstlernamen »Jano«. (© Foto: Privat)

Halle-Künsebeck. Auf dem Weg nach oben: 2014 sang sich die Künsebeckerin Jeannette Loutfi bei »Sing a Song« in den Fokus. Mittlerweile lebt sie in Köln und findet bis in den Orient Beachtung.

Es ist so ein typischer Platz. Ein Café im Zentrum Kölns, Freitagnachmittag: hektische Betriebsamkeit zwischen Puddingtasche und Cappuccino. Im hinteren Eck, da, wo man sich gemütlich auf die Ledercouch fläzen kann, sitzt Jeannette Loutfi. »Jano« heißt die 19-Jährige jetzt, so nennt sie ihr engerer Kreis und unter diesem Namen macht sie nun auch Musik. Ihr Künstlername könnte man sagen.

Jano – Tuch um den Hals geworfen, kräftig-rote Lippen, dunkle Lederboots mit Pailletten – trinkt Kakao und erzählt davon, wie das so ist als Künstlerin. Künstler, sagt der Duden, sind Schöpfer. Menschen also, die Dinge erschaffen. Jeannette erschafft Musik. Gern solche, die Menschen glücklich macht. Sie liebt das. Und taktet ihren Alltag danach. Die Arbeit sei intensiv, erzählt sie, ihre Entwicklung kein Zufall. „Musik ist für mich Kunst, kein Kommerz", hat sie vor zwei Jahren einmal gesagt. Sie sagt es an diesem Nachmittag wieder. Man nimmt es ihr ab, vielleicht ein bisschen weniger als damals, im April 2014, als sie wenig später den »Sing-a-Song«-Wettbewerb von Radio Gütersloh gewinnt und regional Dritte wird. Mit 17, kurz nach ihrem Abitur am Kreisgymnasium Halle, Französisch und Geschichte im Leistungskurs.

Seitdem sind zwei Jahre vergangen und viele Dinge passiert: Jeannette studiert im vierten Semester Journalismus und Unternehmenskommunikation an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft zu Köln, hat einen Werksstudenten-Job, wohnt in einer WG in Zollstock und hat nun ein Musiklabel hinter sich. Jeannette kann man seit Anfang dieses Jahres auch auf Spotify, iTunes, YouTube und anderen Kanälen singen hören: »Killing me softly with his song«. Kennt man von Roberta Flack oder den Fugees. Nun von Jeannette, die den Song gemeinsam mit dem Kölner DJ »Charming Horses« im Deep-House-Stil produziert und ein professionelles Musikvideo dazu auf den Markt gebracht hat.

Songschreiben am liebsten im Keller des Elternhauses

Der Song sammelte Zehntausende Klicks und stieg in die Top 50 der iTunes-Dance-Charts ein. Mittlerweile läuft er auch auf internationalen Radio-Stationen: dem österreichischen Musiksender Welle 1 etwa oder im Libanon bei Mix FM und Radio Lebanon, dem größten Sender der Mittelmeer-Republik. Immer wieder bekommt Jeannette, die libanesische Wurzeln hat, Tonschnipsel von ihren Freunden von dort, aus dem Land, das sie noch häufig mit ihrer Familie bereist und das vom syrischen Leid gezeichnet ist.

Ihre Familie in Künsebeck, Vater Dimitri, Mutter Ulrike und ihre zwei jüngeren Brüder, „stehen voll hinter mir und unterstützen mich", wie sie sagt. Noch häufig ist sie in der Heimat. Der Keller ihres Elternhauses ist ihr liebster Platz, um Songs zu schreiben. Oft von Liebe und Partnerschaften: „Süßem Hass", nennt sie das. Ihre Beziehung zur Musik sei in den zwei Jahren anders – intensiver – geworden, findet sie.

In einigen Wochen erscheint ihr neuer Song, auf Deutsch. »Atme ein, atme aus«, heißt er. Er ist selbst geschrieben. Jeannette schreibt viele Songs, etwa seit sie zwölf ist: am Rhein, im Zug. Dann, wenn die Gedanken fließen. Erst letztens saß sie in einem Café im Libanon und schrieb – acht Stunden lang, einfach so. Fernab vom Drumherum, hinten rechts bei den Ledercouches. Fokussiert auf die Leidenschaft: alles der Musik.

Copyright © Haller Kreisblatt 2018
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.