Wer den Blaubär hinter die Fichte führt

Show mit dem Cocomico-Theater im Gerry Weber Stadion

Alexander Heim

So haben sie es am Liebsten: Käpt'n Blaubär genießt es, seiner Enkel-Rasselbande die schönsten und waghalsigsten Geschichtchen aufzutischen. - © Foto: Alexander Heim
So haben sie es am Liebsten: Käpt'n Blaubär genießt es, seiner Enkel-Rasselbande die schönsten und waghalsigsten Geschichtchen aufzutischen. (© Foto: Alexander Heim)

Halle. Dass Käpt‘n Blaubär immer eine schöne »wahre« Geschichte zu erzählen weiß, lieben Groß und Klein an ihm. Am Sonntag saß er nun selbst kleinen Lügenbaronen auf.

Mal lustig, mal spannend: Gebannt verfolgten die jungen Besucher das zuweilen abenteuerliche Geschehen auf der Bühne. Käpt'n Blaubär war am Sonntagnachmittag ein Spaß für Groß und Klein. - © Foto: Alexander Heim
Mal lustig, mal spannend: Gebannt verfolgten die jungen Besucher das zuweilen abenteuerliche Geschehen auf der Bühne. Käpt'n Blaubär war am Sonntagnachmittag ein Spaß für Groß und Klein. (© Foto: Alexander Heim)

Wellen rollen sanft am Strand aus. Möwen, so ist zu hören, fliegen durch die Luft. Und mitten in dieser Meeresbrise steht die »Elvira«, das Schiff, auf dem Käpt‘n Blaubär mit seinen drei Enkeln – den drei kleinen Bären – und Hein Blöd lebt. So werden sie am Sonntagnachmittag empfangen, die mehr als 550 Mädchen und Jungen, die mit dem Geschichtenerzähler, der um kein Seemannsgarn verlegen ist, in See stechen möchten.

Zum 18. Mal ist das Cocomico-Theater mit seiner neuesten Produktion, mit der die Produzenten und Darsteller seit einem Jahr quer durch die Republik unterwegs sind, nun auch zu Gast im Gerry Weber Event Center. Und haben eine Geschichte an Bord, die die Jungen und Mädchen auf eine bezaubernde Weise ganz in ihren Bann zieht.

Der Käpt'n kramt in den Erinnerungen

Natürlich möchte Käpt‘n Blaubär (Karl-Heinz Zmugg) da gerade wieder einer seiner absolut wahren Erinnerungen von sich geben – da finden er und Hein Blöd (Cornelius Buschbeck) einen Zettel, der ihnen klar macht, dass die drei kleinen Bärchen (Andrea Esser, Marion Müller und Ramona Kunze) wohl just von einer Bande Räuber entführt worden sind. Das Gangster-Trio »O.T.K.« bekennt sich – und fordert ein enorm hohes Lösegeld. Auf nichts Geringeres haben sie es dabei abgesehen, als das sagenhafte »Tigerauge«, einen besonders großen und extrem wertwollen Diamanten.

Für Käpt‘n Blaubär und Hein Blöd ist es Zeit, zu handeln – und so sticht die »Elvira« rasch in See. Eine Fahrt ins große Abenteuer beginnt. Dabei entdecken die Seefahrer eine Schatzinsel, auf der Schmatzer verteilt werden und begegnen der Katze Octotussy, die einen Weltplan gegen alle Hunde ausgeheckt hat, und sich dazu der Hilfe Professor Schwabensteins bedient. Sie treffen ebenso auf den bösen »Taucher«. Und schließlich auf den Schrecken der Meere, den Hai Kai. Auf »O.T.K.« eben.

Geschickt gelingt es den Cocomico-Machern dabei, die Spannung aufzubauen und auch wieder zu entladen. Immer wieder suchen die Darsteller das Gespräch mit ihrem jungen Publikum. Und ernten dabei nicht nur prompte Reaktionen, wenn es um eine 100er-Packung Fischstäbchen geht. Immer wieder bringen sie die Mädchen und Jungen im Event Center, von denen einige es sich auch wieder auf den Matten direkt vor der Bühne gemütlich gemacht haben, auch in Bewegung. Zehn tolle Songs haben sie dafür mitgebracht, die allesamt von Mitgliedern der Band »Santiano« komponiert wurden. Am Ende haben die jungen Besucher nicht nur so einiges über die Erbauung des Suez-Kanals, Napoleons wirklicher Flucht von St. Helena und die wichtigsten nautischen Begriffe gelernt. Am Ende haben sie auch erlebt, mit wie viel Spaß sich eine schöne Lügengeschichte spinnen lässt. Na dann, liebe Eltern, seid gewappnet.

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