Sprengung von GeldautomatenFluchtwagen für Sprenger-Bande: Autovermieter aus Borgholzhausen vor Gericht

Eine Bande aus den Niederlanden verübt zahlreiche Taten. Vor dem Landgericht Münster beginnt jetzt der Prozess gegen zwei Mittäter. Schnelle Autos aus Borgholzhausen spielen dabei eine Rolle.

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Über eine Autovermietung in Borgholzhausen sollen Sprenger-Banden aus den Niederlanden an hochmotorisierte Fahrzeuge gekommen sein. - © Symbolfoto Pixabay
Über eine Autovermietung in Borgholzhausen sollen Sprenger-Banden aus den Niederlanden an hochmotorisierte Fahrzeuge gekommen sein. © Symbolfoto Pixabay

Borgholzhausen. Der Prozess vor der 11. Großen Strafkammer des Landgerichts Münster startet am Mittwoch, 1. Februar. Bis Ende März sind neun weitere Verhandlungstage angesetzt. Der Vorwurf gegen die beiden angeklagten Männer lautet unter anderem "Herbeiführung von Sprengstoffexplosionen", so heißt es in der gerade veröffentlichten Presseübersicht des Landgerichts.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Borgholzhausener Autovermieter und einem 22-Jährigen aus den Niederlanden vor, zahlreiche Geldautomatensprengungen unterstützt zu haben. Der Niederländer soll spätestens ab September 2021 verschiedenen Personen hochmotorisierte Fahrzeuge für circa 2.000 Euro in der Woche vermietet haben, nachdem er sie auf deren Einsatzbereitschaft als Fluchtfahrzeuge kontrolliert hatte.

Die Fahrzeuge soll der Angeklagte hierfür teils von dem Mitangeklagten über dessen Autovermietung in Borgholzhausen gemietet haben. Da dieser wiederum vermögenslos gewesen sein soll, soll er die Finanzierung der Fahrzeuge über andere Familienmitglieder in die Wege geleitet haben, die Darlehensraten dann jedoch nicht bedient haben.

Hohe Beute und hoher Sachschaden

Die Täter aus den Niederlanden sollen mit Hilfe dieser Fluchtfahrzeuge in zahlreichen Städten (unter anderem in Ibbenbüren-Laggenbeck, Rheda-Wiedenbrück, Viersen, Dinslaken, Bonn und Köln) Geldautomaten gesprengt und erhebliche Beute erlangt haben. Die Sachschäden an den Automaten, aber auch Gebäuden und umliegenden Fahrzeugen waren mitunter hoch.

Der Autovermieter musste sich erst Anfang dieser Woche vor dem Amtsgericht Halle verantworten. Es ging um ein Fahrzeug ohne Versicherungsschutz. Der Mann, der eigenen Angaben zufolge seinen Wohnsitz inzwischen in Halle hat, wurde in Handschellen vorgeführt. Er sitzt momentan in Untersuchungshaft. Ihm droht wegen der in Münster angeklagten Taten eine mehrjährige Haftstrafe.

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