Viele Aktionen im Jahr 2023Prall gefüllter Kalender: Burg Ravensberg in Borgholzhausen zeigt Flagge

Das Programm kochte wegen Corona zuletzt auf Sparflamme. 2023 scheint für die Stiftung endlich wieder ein "normales" Jahr zu werden. Auf welche Veranstaltung sich die Gäste freuen können.

Claus Meyer

Jürgen Upmeyer (l.) und Armin Bauer von der Stiftung Burg Ravensberg haben auf dem Turm die Sparrenflagge gehisst. - © Claus Meyer
Jürgen Upmeyer (l.) und Armin Bauer von der Stiftung Burg Ravensberg haben auf dem Turm die Sparrenflagge gehisst. © Claus Meyer

Borgholzhausen. Wer in diesen Tagen auf die Burg Ravensberg kommt - egal ob zu Fuß den steilen Weg von der Bauschuttdeponie aus wandernd oder im "Bulli-Taxi" über den Schotter - erlebt Jürgen Upmeyer und Armin Bauer voller Tatendrang. Der Vorsitzende der Burgstiftung und sein Stellvertreter freuen sich auf das bevorstehende Jahr, in dem sie nach den Einschränkungen durch Corona wieder durchstarten wollen.

Fast schon symbolisch hisst Armin Bauer die rot-weiße Sparrenflagge auf dem Burgturm. Weithin sichtbar weht sie vom 19 Meter hohen Aussichtspunkt. Die Burg Ravensberg, kurz auch gern Ravensburg genannt, soll wieder Anlaufstelle für ein vielfältiges Freizeitangebot werden - am liebsten ohne Beschränkungen durch irgendwelche Pandemien.

"Wir sind dabei, den Plan für 2023 aufzustellen", sagt Jürgen Upmeyer. Manche Termine sind fix. Andere sind zeitlich zumindest schon recht klar zu verorten. "Ein bisschen Kristallkugel ist dabei", ergänz Armin Bauer mit Blick auf Corona. "Wahrscheinlich wird aber alles funktionieren."

Während Corona "auf Sicht" gefahren

Das wäre den Machern von der Burg zu wünschen, denn während der Pandemie konnten sie allenfalls "auf Sicht" (Bauer) fahren. Immerhin fand an einem Junitag im vergangenen Jahr die "Offene Gartenpforte" statt. Auch Außengastronomie auf der Terrasse war zeitweise erlaubt.

Das Angebot mit der Gartenpforte wird es wieder geben. Aus dem Tag wird aber ein ganzer Monat. Dass im gesamten Juni der Burggarten offen stehen wird, macht die Aktion vom Wetter unabhängiger.

Jürgen Upmeyer (l.) und Armin Bauer vor dem Theater am Pranger und mit Lanze und Beil. Hier spielt am Pfingstsamstag die Canaillen Bagage. - © Claus Meyer
Jürgen Upmeyer (l.) und Armin Bauer vor dem Theater am Pranger und mit Lanze und Beil. Hier spielt am Pfingstsamstag die Canaillen Bagage. (© Claus Meyer)

Kurz vorher, am Pfingstsamstag, 27. Mai, gastiert das Wandertheater "Canaillen Bagage" im Theater auf dem Burggelände. Das Ensemble spielt zu dieser Zeit laut der Information auf seiner Internetseite das Stück "Der Revisor" von Nikolai Gogol.

Ein Stelldichein der Gaukler

Auf des Mittelalterfest am 22. und 23. April werden sich in und rund um Borgholzhausen viele Kinder und Erwachsene schon freuen. Das Stelldichein der Gaukler, Musiker und Bogenschützen war vor Corona ein Highlight auf der Burg. Kaum zu glauben, dass es 2019 das bislang letzte Mal stattfand.

Warten muss aber niemand bis zum April. Schon vorher gibt es Veranstaltungen, die aber noch nicht exakt terminiert sind. "Wir setzen da auf Bewährtes", sagt Bauer. Bewährt hat sich zweifellos Schauspieler Benjamin Armbruster, der früher den Winnetou in Elspe spielte und am Fuß des Burgbergs wohnt. Zu Beginn des Frühjahrs wird er auf der Burg Anekdoten zum Besten geben.

Im März erwarten Upmeyer und Bauer Kerstin Gunesch und Carsten Roefs. Gunesch liest dann Märchen, Roefs begleitet sie als Flötenspieler. Anlaufpunkt für historisch Interessierte ist die Burg an einem Samstag im März, wenn es bei "Preußen zum Kaffee" Exotisches über den ehemaligen deutschen Gliedstaat zu hören gibt.

Abschlussfest für vierte Klassen sehr beliebt

Die zweite Jahreshälfte hält im Spätsommer das Burgfest der Tiere vor. Familienveranstaltungen gibt es an Halloween, am Nikolaustag und zum Abschluss "zwischen den Jahren", wenn sich die Gäste an Stockbrot und Glühwein laben dürfen.

"Wir wirken hier natürlich auch pädagogisch", sagt Armin Bauer. Ein Kernelement der Stiftungsarbeit spielt sich im Ravensberger Klassenzimmer ab. Auch das blieb während der Coronazeit oft unbevölkert. "Weil die Schulen nicht mehr kommen konnten, ist eine Menge weggebrochen", sagt Armin Bauer. Wer beispielsweise mit der vierten Klasse ein Abschlussfest auf der Burg plant, sollte sich mit einem Vorlauf von ein paar Jahren bei der Stiftung melden.

Ein weiterer wichtiger Baustein, der Leben rund um die Burg bringt, ist die Gastronomie. Seit 2017 betreibt die Stiftung die Gaststätte in Eigenregie. Am vergangenen Samstag erst gab es ein Kuriosum, das Armin Bauer nicht verschweigen möchte. "Wir hatten null Euro Umsatz. Der Negativrekord stand davor bei 2,70 Euro." Er sagt das schmunzelnd und ohne Sorge, dass das zum Dauerzustand wird. "Der Regen fiel am Samstag ja fast waagerecht", ergänz Jürgen Upmeyer.

Bewirtung als Belohnung

Das Forsthaus neben dem Turm beherbergt die Gastronomie auf dem Burggelände. - © Claus Meyer
Das Forsthaus neben dem Turm beherbergt die Gastronomie auf dem Burggelände. (© Claus Meyer)

Bei schönem Wetter wird es dagegen stets voll. Samstags, sonntags und an Feiertagen ist die Gaststätte ab dem Mittag bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet, im Sommer bis 18 Uhr. Die Bewirtung wollen die beiden Herren von der Stiftung durchaus auch als Belohnung für die Gäste verstanden wissen. Denn wer den Aufstieg geschafft habe, habe bei der Ravensburg gleich das "erste Abenteuer" bestanden.

Auf den Turm dürfen Besucher und Besucherinnen ganzjährig bei vorheriger Anmeldung unter 05425-933544 auch außerhalb der regulären Führungen. Die wiederum finden von April bis Oktober an Sonn-und Feiertagen jeweils von 12 bis 17 Uhr im Stundentakt statt. Anmeldungen sind hier nicht erfolderlich, wer mit einer großen Gruppe kommt, sollte aber vorher kurz anrufen.

Zwei Projekte der Stiftung liegen Upmeyer und Bauer zudem am Herzen. Da ist einmal das langfristig angelegte und seit 2011 laufenden Projekt "Waldbrücke", bei dem die Höhenzüge von Burg und Luisenturm biologisch miteinander vernetzt werden, etwa durch Hecken. "Wo es möglich ist, Flächen zu erwerben, tun wir das", sagt Upmeyer.

Gegen die Zerschneidung von Lebensräumen

So sollen Wanderkorridore für Wildtiere entstehen, um der Zerschneidung und damit der Verinselung von Lebensräumen entgegenzuwirken. "Wir treiben die Wanderkorridore voran", kündigt Jürgen Upmeyer an. Als Zukunftsprojekt können Armin Bauer und er sich zum Beispiel auch eine Überführung über die Bahnhofstraße vorstellen.

Ein weiteres Projekt ist die historische Kulturlandschaft Burg Ravensberg. In Zusammenarbeit mit dem neuen Stadtarchivar Sebastian Schröder sowie dem ehemaligen Heimatvereinsvorsitzenden Carl-Heinz Beune wird herausgearbeitet, welche Entwicklung es rund um die Burg in der Vergangenheit gegeben hat.

Auf ein wenig Historie schaut übrigens auch die Stiftung selbst zurück. 2024 wird 20. Geburtstag gefeiert. "Eventuell mit besonderen Aktionen" kündigen Jürgen Upmeyer und Armin Bauer jetzt schon an.

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