BorgholzhausenPaketzulieferer hat Glück: Er darf seinen Führerschein behalten

Beim Rückwärtsfahren beschädigt der Wagen eine Mauer. Dem Verursacher droht nach dem Vergehen der Jobverlust. Darum geht er gegen den Strafbefehl vor.

Herbert Gontek

Ohne Führerschein keine Arbeit: Das Gericht hatte deshalb noch einmal Nachsehen mit dem Beschuldigten. - © Symbolfoto CCO Pixabay
Ohne Führerschein keine Arbeit: Das Gericht hatte deshalb noch einmal Nachsehen mit dem Beschuldigten. © Symbolfoto CCO Pixabay

Borgholzhausen. "Ja, ich habe den Zaun angefahren", gab ein junger Mann jetzt vor dem Haller Amtsgericht zu. „Weil ich nicht wusste, wo ich mich melden muss, habe ich meinem Chef Bescheid gesagt. Der hat sich um den Schaden gekümmert", berichtete der 34-jährige Paketwagenfahrer. Gegen den Strafbefehl, der einen Führerscheinentzug zur Folge hatte, legte der Mann Widerspruch ein.

Beim Rückwärtsfahren hatte er mit seinem Paketwagen eine Steinmauer in der Innenstadt von Borgholzhausen beschädigt und einen Schaden von 870 Euro angerichtet. Der Mann rumänischer Herkunft sagte, er spreche kein Deutsch und habe sich nach dem Unfall nicht zu helfen gewusst. Der Führerscheinentzug aber mache ihn arbeitslos, führte der Mann vor Gericht an. Er habe Frau und Kind und sei auf ein regelmäßiges Einkommen angewiesen. Für den Paketfahrer sprach außerdem, dass er keine Vorstrafen hat und in der Sache geständig war.

Vor diesem Hintergrund ließ sich die Staatsanwältin darauf ein, die Geldstrafe zu erhöhen und auf den Führerscheinentzug zu verzichten. Die Richterin verurteilte den 34-Jährigen zu 40 Tagessätzen von jeweils 25 Euro.

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