BorgholzhausenSpontane Aktion: Diese zwei Firmen impfen Mitarbeiter und deren Angehörige

Bostik und fetra hatten am Samstag zu einer kurzfristig angelegten Aktion Mitarbeitende und Angehörige eingeladen. Mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson wurden 250 Menschen immunisiert.

Andreas Großpietsch

Riesenandrang vor dem Impfzentrum im Schulungsraum. Aber alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firmen wartengeduldig mit dem nötigen Abstand, bis sie an der Reihe sind. - © Jochen Fechtel
Riesenandrang vor dem Impfzentrum im Schulungsraum. Aber alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firmen wartengeduldig mit dem nötigen Abstand, bis sie an der Reihe sind. © Jochen Fechtel

Borgholzhausen. Auch an Samstagen wird im Borgholzhausener Gewerbegebiet am Bahnhof hier und dort gearbeitet, aber eigentlich ist die Lage dort an den Wochenenden doch merklich ruhiger. Ganz anders am vergangenen Samstag: Eine große Menschentraube füllte mit dem gebührenden Abstand zueinander den Platz vor dem Schulungszentrum der Firma fetra und wartete geduldig auf Einlass. Der Grund war eine gemeinsame Impfaktion des Transportgeräteherstellers mit seinem Nachbarn Bostik.

„250 Mitarbeitende und Angehörige hatten sich angemeldet – und buchstäblich alle sind gekommen", freut sich Peter Beißmann, kaufmännischer Leiter der fetra Fechtel Transportgeräte GmbH. Offenbar gibt es neben der vielfach befürchteten Impfverweigerung eine große Anzahl von Menschen, die sehr dringend auf die Immunisierung warten.

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Etliche der Teilnehmer an der samstäglichen Impfaktion arbeitet bei der Bostik GmbH gleich nebenan. „Die beiden Unternehmen teilen sich den selben Betriebsarzt und waren schon länger miteinander über das Thema Impfaktion im Gespräch", erklärt Beißmann. Der Betriebsarzt konnte aber nur wenig Hoffnung darauf machen, eine solche Aktion zeitnah durchführen zu können, weil ihm schlicht der Impfstoff fehlt.

Ehrenamtliche Helfer aus beiden Firmen beteiligen sich eifrig

Eine überraschende Lösung des Dilemmas ergab sich durch die Initiative von Sabrina Rottmann, die bei der Bostik GmbH als Managerin im Bereich Gesundheit, Sicherheit, Umwelt tätig ist. Sie vermittelte einen Kontakt zu dem Hausarzt Dr. Walter Zuther aus Georgsmarienhütte, der die Impfungen mit seinem Team schließlich auch durchführte. „Dr. Zuther engagiert sich sehr beim Thema Impfen und er konnte auch den benötigten Impfstoff besorgen", schildert Peter Beißmann den Beginn der kurzfristig gestarteten Aktion.

Kaum wiederzuerkennen war das Innere des Schulungsraum bei fetra, der am Samstag zum Impfzentrum wurde. - © Jochen Fechtel
Kaum wiederzuerkennen war das Innere des Schulungsraum bei fetra, der am Samstag zum Impfzentrum wurde. (© Jochen Fechtel)

Die Mitarbeiter wurden angeschrieben und mussten sich bis zum vergangenen Mittwoch verbindlich anmelden. Die beiden Unternehmen hatten dieweil die Aufgabe, ein Impfzentrum aus dem Boden zu stampfen. Die seit langem kaum genutzten Schulungsräume des Transportgeräteherstellers boten sich dafür an, doch natürlich musste das Innere ziemlich gründlich umgebaut werden.

Firmen müssen vieles organisieren

„Bei dem guten Wetter konnten die Menschen draußen warten. das war natürlich ein Vorteil", sagt Peter Beißmann. Allerdings war auch eine Regen-Lösung vorbereitet. Der Mediziner aus Niedersachsen rückte zwar mit einem kleinen Fachteam für die Durchführung der eigentlichen Impfung an, aber für die Organisation grundlegender Dinge waren die beiden Firmen zuständig. Wie zum Beispiel die Betreuung von Geimpften in einem Ruheraum. Für diese Arbeit standen zwei ausgebildete Ersthelfer zur Verfügung. Außerhalb ihrer Arbeitszeit bei fetra und Bostik engagieren sie sich beim Roten Kreuz und bei der Johanniterunfallhilfe.

Ein Team von Helfern aus beiden Firmen übernahm auch den Empfang der Impfwilligen, die Anmeldung und die Registrierung der Impfwilligen. Und am Schluss – besonders wichtig – die Stempelung oder die Ausstellung der Impfausweise. Die insgesamt 250 Männer und Frauen haben mit der Impfung die persönlichen Einschränkungen durch die Pandemie weitgehend hinter sich gelassen – wenn die Karenzzeit abgelaufen ist.

Beim Impfstoff von Johnson & Johnson reicht eine einmalige Impfung. „Ein großes Lob gilt aber Dr. Zuther und seinem Team, die das sehr professionell gemacht haben", fasst Peter Beißmann die Impfaktion zusammen. In nur drei Stunden war am Samstag alles erledigt. Jetzt hofft man bei fetra darauf, dass man im Schulungszentrum bald wieder eine Schulung durchführen kann.

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