Süßes Hobby: Diese Lehrerin ist in ihrer Freizeit Pralinenkünstlerin

Pralinen machen ist das perfekte Hobby für Corona-Zeiten. Die Herstellung der leckeren Kalorienbomben erfordert ganz viel Handarbeit. Seit einigen Jahren schon übt sich Claudia Plath darin, kleine Kunstwerke für den Gaumen zu kreieren. Mit Erfolg.

Andreas Großpietsch

Claudia Plath verwandelt ihre Küche in der kälteren Jahreszeit in eine Pralinenmanufaktur. - © andreas großpietsch
Claudia Plath verwandelt ihre Küche in der kälteren Jahreszeit in eine Pralinenmanufaktur. (© andreas großpietsch)

Borgholzhausen. „Diese hier sind mit gesalzenem Karamell gefüllt", erklärt die Borgholzhausenerin und zeigt auf den appetitlich glänzenden gefüllten Schokoladetropfen, der mindesten so gut schmeckt wie er aussieht. Das gilt auch für die Pralinen mit dem HK-Logo, in denen sich unter der Hülle aus weißer Schokolade eine Eierlikörcreme verbirgt. Aber auch die gesunde Variante mit Datteln, Nüssen und Mandeln überzeugt den verwöhnten Gaumen beim Test.

„Süßigkeiten aus dem Supermarkt mag ich eigentlich gar nicht mehr", verrät die Pralinenmacherin eine garantiert unschädliche Nebenwirkung ihres Hobbys. Das hat übrigens einmal in ihrem Lehrerinnenberuf seinen Anfang genommen. Für eine Eltern-Kind-Aktion an der Violenbachschule zum Thema Österreich bereitete Claudia Plath Mozartkugeln als kleine Attraktion für die Großen vor.

Sogar das HK-Logo gibt es als essbare Version. - © Andreas Großpietsch
Sogar das HK-Logo gibt es als essbare Version. (© Andreas Großpietsch)
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„Dafür habe ich gekaufte Hohlformen verwendet", erinnert sie sich. Doch wer tiefer in die Geheimnisse der Pralinenmacherei eindringt, gibt sich damit nicht mehr zufrieden. „Ein Chocolatier ist ein Konditor oder Confiseur, der auf Schokolade spezialisiert ist", schreibt das Online-Lexikon Wikipedia über die Profis des Gewerbes, denen die Borgholzhausenerin nacheifert.

Allerdings beschränkt sie sich auf den Eigenbedarf sowie die Wünsche von Freunden und Verwandten, die sie erfüllt. Denn auch wenn Einmalhandschuhe und weißer Kittel nicht nur für den Termin mit dem Haller Kreisblatt getragen werden, so ist Claudia Plaths Schokoladenlabor in der Küche noch ein Stück von den Ansprüchen des Gesetzgebers entfernt.

Im Laufe der Jahre hat sie aber auch nicht wenig in gutes Handwerkszeug investiert. Das Infrarot-Digitalthermometer ist ein gutes Beispiel. Auch günstigere Modelle erfüllen ihren Zweck, aber eben nicht so gut. Vollmilchschokolade muss zwischen 31 und 34 Grad warm sein, um verarbeitet zu werden", erklärt sie.

Unterhalb dieses Bereichs fließt die Schokolade nicht und darüber wird es ganz schlimm: „Die Schokolade bekommt einen Grauschleier und verliert ihre Knackigkeit", nennt Claudia Plath zwei Katastrophen, die ohne speziellen, ganz sanft beheizten Schmelztiegel fast zwangsläufig auftreten.

Auf Zuckerpapier werden essbare Bildchen gedruckt

Die Kuvertüre kauft sie in Herford. Das Rohmaterial erinnert an Chips, was die Mengensteuerung erleichtert. Nach stundenlangem, sanftem Aufheizen ist die Masse fertig – und dann muss es ganz schnell gehen. Die Pralinenform wird gefüllt, dann kräftig geklopft, um Luftblasen zu entfernen – und dann auf den Kopf gefüllt.

Jede Menge Schokolade läuft heraus, wird auf Backpapier aufgefangen und landet wieder im Schmelztiegel. Doch in den Formen bleibt eine schmale Auskleidung – die äußere Schicht der späteren Praline. Zunächst kommt sie in den Kühlschrank, ehe im nächsten Schritt die Füllung eingebracht und nach einer weiteren Kühlschrankrunde der Deckel gegossen wird.

Dieser schon nicht ganz einfache Prozess ergibt die normale Schokopraline. Aber es geht noch viel mehr. „Das sind geschmolzene Kakaobutterflocken mit Lebensmittelfarbe", verrät Claudia Plath das Rezept der Farbe, die sie in die Airbrush-Pistole füllt. Damit können Pralinen in Auto- oder Legosteinform beliebig bunt gestaltet werden.

Sie kann aber auch bunte Bilder herstellen, die zum Beispiel einen Blumenstrauß oder das HK-Logo zeigen. Ein spezieller Drucker bringt die Motive dann auf einer Zuckerschicht auf, die dann als erstes in die Pralinenform gelegt wird. Die Schokolade verbindet sich damit und diese Verbindung wird erst im Mund wieder gelöst.

Die ultimative Probe: Nur wenn alle Handgriffe richtig waren, lösen sich am Ende kleine Pralinenköstlichkeiten aus der Spezialform. - © Andreas Großpietsch
Die ultimative Probe: Nur wenn alle Handgriffe richtig waren, lösen sich am Ende kleine Pralinenköstlichkeiten aus der Spezialform. (© Andreas Großpietsch)

Kleine Nachlässigkeiten bei der Arbeit sorgen für unbefriedigende Ergebnisse, so die Erfahrung vom Jahren der Pralinenmacherei. Ein kleines schokoladiges Meisterwerk mit einer Füllung aus Sahne, frisch geriebener Orangenschale und einem Hauch Cointreau zum Beispiel entschädigt aber immer für kleine Rückschläge.

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