Amprion-Protest: Jetzt sind die Erdkabelgegner am Zug

Heute beginnt die Vier-Wochen-Frist für die öffentliche Auslegung der Planung für die Höchstspannungsleitung.

Andreas Großpietsch

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(© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Der Protest gegen die Erdverkabelungspläne der Amprion GmbH ist in Borgholzhausen unübersehbar. Doch auch professionell gemanagte Öffentlichkeitskampagnen und beeindruckende Werbeanlagen nützen im Zweifelsfall wenig im Planfeststellungsverfahren, das am heutigen Mittwoch, 27. Januar, mit der Auslegung der Pläne in eine neue, entscheidende Phase kommt.

Bis einschließlich Freitag, 26. Februar, haben alle Interessierten jetzt die Gelegenheit, die detaillierten Pläne für das Projekt genau in Augenschein zu nehmen. Allerdings möglichst indirekt. Zwar müssen die Rathäuser in Borgholzhausen und Halle auch in Corona-Zeiten die Möglichkeit bieten, die insgesamt sieben Ordner voller Unterlagen ganz persönlich zu durchblättern, tun das aber nur sehr ungern. Schließlich gibt es durch das Internet eine Alternative, die einer immer größer werdenden Zahl von Menschen zumindest theoretisch zur Verfügung steht. Und dort kann man ohne jede Ansteckungsgefahr stundenlang in den verschiedenen Unterlagen nach Fehlern suchen.

Insgesamt vier Wochen Zeit schreibt der Gesetzgeber als Frist für die öffentliche Auslegung vor. Und es gibt noch einmal die selbe Spanne für die Zeit, in der Bedenken gegen die Pläne des Verteilnetzbetreibers schriftlich niedergelegt werden können. Bis zum 26. März müssen sie in den Rathäusern der beiden betroffenen Städte Halle und Borgholzhausen oder bei der Bezirksregierung in Detmold eingegangen sein.

Die öffentliche Debatte in Borgholzhausen wurde in den vergangenen Monaten vor allem von den Gegnern der auf einer Länge von 4,2 Kilometern geplanten Erdverkabelung bestimmt. Wie stark der Widerstand in der Bevölkerung tatsächlich ist, wird sich in dem anstehenden Verfahren erweisen. Jenseits des Borgholzhausener Tals soll die 380 kV-Höchstspannungsleitung als Freileitung auf hohen Masten geführt werden. So, wie sie auf dem Stadtgebiet von Halle derzeit schon gebaut worden ist.

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