Arbeiten in der Kälte: In Borgholzhausen steht jetzt ein Zelt am Bahnhof

Unter harten Arbeitsbedingungen wird die Arbeit an der Mobilstation auch bei niedrigen Temperaturen fortgesetzt. Gleich zwei Verteilerkästen müssen um einige Meter versetzt werden. Das ist nicht einfach, wenn es in die Details geht.

Andreas Großpietsch

Was provisorisch wirkt, erlaubt das Arbeiten bei Minusgraden, Regen und Schnee. Im vorderen Zelt der neue Standort des zentralen Verteilerkastens, der im hinteren Zelt abgebaut wird. - © Andreas Großpietsch
Was provisorisch wirkt, erlaubt das Arbeiten bei Minusgraden, Regen und Schnee. Im vorderen Zelt der neue Standort des zentralen Verteilerkastens, der im hinteren Zelt abgebaut wird. (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Zwei etwas merkwürdige Zeltkonstruktionen finden sich derzeit auf dem Gelände, das bald als Mobilstation am Bahnhof viel Verkehr anlocken soll. Sie dienen dem Umbau des Telefonnetzes. das hier einen wichtigen Knotenpunkt besitzt. In den kommenden Wochen wird es durch die Baumaßnahme immer wieder einmal zu Unterbrechungen im Übertragungsnetz kommen.

Es sind nur fünf Meter, um die der Verteilerkasten der Telekom versetzt werden muss. An seinem alten Standort am Rande des Grundstücks können er und auch sein wesentlich kleineres Gegenstück nicht verbleiben, weil die Kurve zu den Bushaltepunkten den Bedürfnissen der großen Fahrzeuge angepasst werden soll.

Kurzfristige Ausfälle im Telefonnetz sind unvermeidbar

Besonders abenteuerlich wirken die Bodenkonstruktionen der beiden Zelte. Sie machen klar, dass es sich nicht um ein ausgefallenes Wintercamping handelt – denn diese Ebene scheint zu fehlen. Das ist notwendig, weil die Leitungen unterirdisch zu den Verteilerkästen geführt werden. Hier am Bahnhof befindet sich eine Schnittstelle, die sich in ziemlichem Radius auf die Leistung der Telefonanschlüsse von Privatleuten und Unternehmen auswirkt.

Der aufgearbeitete historische Prellbock ist ein wichtiges Gestaltungselement der neuen Mobilstation von Borgholzhausen. - © Andreas Großpietsch
Der aufgearbeitete historische Prellbock ist ein wichtiges Gestaltungselement der neuen Mobilstation von Borgholzhausen. (© Andreas Großpietsch)

Denn hier ist eine der Stellen, an denen das übergeordnete Glasfasernetz endet. Für die sogenannte letzte Meile zum Kunden setzt die Telekom dann auf die herkömmlichen Kupferleitungen.

Es sind ziemlich viele Verbindungen, die getrennt und wieder neu zusammengefügt werden müssen. Dabei wird es zu kurzfristigen Ausfällen einzelner Leitungen kommen. Da ist dann Geduld gefragt – auch in Zeiten, in denen die Telefonleitung eigentlich unersetzlich zu sein scheint.

Erst wenn der neue Telefonverteiler komplett angeschlossen und sein Vorgänger abgebaut ist, kann an die Fortsetzung der Pflasterarbeiten gedacht werden. Bis dahin muss aber noch ein weitere kleines Problem gelöst werden. Denn neben dem großen Verteilerkasten findet sich noch ein kleines graues Kästchen.Und auch das hat eine wichtige Funktion im Bahnhofsbereich und darüber hinaus. Denn darin sitzen Teile der Steuerung, mit denen die Ampel auf der Kreuzung geschaltet wird. Neben der Bewältigung möglichst großer Verkehrsmengen ging es dabei auch um die Koordination mit den Ansprüchen der Bahn. Ob die Schranken am Bahnübergang aber von dort gesteuert werden, muss die Bundesbahn selbst erst überprüfen. Wobei die Koordination von Straße und Schiene heute nur noch dann wirklich wichtig ist, wenn durch Probleme auf der A 33 zu deutlich erhöhtem Verkehrsaufkommen zu verkraften ist als im Normalbetrieb.

In vielen Teilen ist die Mobilstation schon weit gediehen

An anderer Stelle sind die Arbeiten an der Mobilstation aber schon deutlich weiter vorangeschritten. Wie zum Beispiel bei der futuristisch anmutenden öffentlichen Toilette, die schon einsatzbereit sein könnte, wenn nicht das Betreten der Baustelle verboten wäre. Daneben stehen die abschließbaren Fahrradboxen, aber auch konventionelle Fahrradständer, die immerhin ein Dach aufweisen.

Druck ablassen kann man in der neuen Toilettenanlage, der ersten öffentlichen am Bahnhof seit vielen Jahrzehnten. - © Andreas Großpietsch
Druck ablassen kann man in der neuen Toilettenanlage, der ersten öffentlichen am Bahnhof seit vielen Jahrzehnten. (© Andreas Großpietsch)

Und dann ist da noch der aktuell auffälligste Hingucker: Der historische Prellbock mit seiner rostigen Patina aus vielen Jahrzehnten Dornröschenschlaf, der hinter dem Getreideturm in einem Dornengestrüpp gefunden wurde. Mit neuen Balken versehen steht er am Ende der zentralen Achse, die mit ihrer effektvollen Pflasterung die Gestaltungsidee des Schienenstrangs hervorhebt. Der Anfang der Umgestaltung des Bahnhofsbereichs ist gemacht – man darf gespannt sein, in welchem Bereich sich die nächste Veränderung ergeben wird.

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