BorgholzhausenEin Drittel der Borgholzhausener Seniorenheim-Mitarbeiter lehnt Impfung ab

Im DRK Haus Ravensberg ist die erste Reihenimpfung erfolgreich abgeschlossen worden. Nebenwirkungen gab es bisher kaum. Dennoch ist DRK-Geschäftsführer Dennis Schwoch nicht zufrieden.

Anke Schneider

Dr. Hans Scheller impfte unter anderem die Pflegedienstleitung Andrea Lehnert. Foto: Dennis Schwoch - © Dennis Schwoch
Dr. Hans Scheller impfte unter anderem die Pflegedienstleitung Andrea Lehnert. Foto: Dennis Schwoch © Dennis Schwoch

Borgholzhausen. In Piums Nachbarstadt Werther haben sich 60 von 67 Mitarbeitern des Seniorenheims St. Jacobistift impfen lassen. Das ist eine Quote von rund 89,5 Prozent. Im Altenzentrum Matthias-Claudius-Haus in Steinhagen lag die Impfquote bei etwas über 80 Prozent. In Borgholzhausen im Haus Ravensberg haben sich lediglich 69 von 109 Mitarbeiter*innen impfen lassen.

„Zieht man die Mitarbeiter ab, die an Covid19 erkrankt waren oder sind, bleiben gut 30, die sich nicht oder noch nicht impfen lassen wollten", sagt Dennis Schwoch. Der Geschäftsführer des DRK im Kreis Gütersloh ist darüber enttäuscht: „Ich hatte mir nach Bekanntwerden der Quoten in den Nachbarkommunen etwas mehr erhofft", sagt er.

Links zum Thema
Vergeblich: Impfgegner versucht Impfaktion im Altenheim zu verhindern
Dennis Schwoch, Geschäftsführer des DRK im Kreis Gütersloh. - © Andreas Großpietsch
Dennis Schwoch, Geschäftsführer des DRK im Kreis Gütersloh. (© Andreas Großpietsch)

Woran das liegt, darüber wird beim DRK nicht spekuliert. „Wir haben jeden gefragt, ob er oder sie sich impfen lassen will oder nicht", so Schwoch. Ein „Nein" sei nicht hinterfragt worden. „Beim Deutschen Roten Kreuz gibt es den Grundsatz der Freiwilligkeit", sagt der Geschäftsführer. Niemand müsse seine Entscheidung begründen und darf deswegen auch nicht benachteiligt werden. „Bei einigen habe ich noch die Hoffnung, dass sie bei der zweiten Runde am 23. Januar dabei sind. Sie wollten noch warten, da sie gerade eine Erkältung hatten."

Dennis Schwoch hat festgestellt, dass eine ganze Reihe von Mitarbeitern dem Impfstoff selbst skeptisch gegenüber stehen. „Wer sich mit der Art des Impfstoffes beschäftigt hat, der weiß, dass er keine schwerwiegenden Folgen haben kann", so Schwoch.

Der DRK-Geschäftsführer überlegt, vor dem zweiten Termin eine Aufklärungskampagne zu starten. „Vielleicht können wir einen unserer Ätzte einladen, um über die Impfung noch einmal aufzuklären." Möglich sei auch, dass sich einige Unentschlossene vor dem zweiten Termin für die Impfung entscheiden, wenn sie sehen, dass die Impfung bei Kolleginnen und Kollegen keine Folgen hatte.

„Wer sich gegen Grippe impfen lässt, bekommt einen Tag Sonderurlaub"

Dennis Schwoch denkt weiterhin über eine Vorgehensweise nach, wie sie ursprünglich bei der klassischen Grippeimpfung im Haus Ravensberg erfolgreich eingeführt wurde. „Wer sich gegen Grippe impfen lässt, bekommt einen Tag Sonderurlaub", erzählt er. Eine hohe Impfquote sei sehr wichtig: Schließlich sei man im Haus Ravensberg bei der Arbeit mit sehr alten und kranken Menschen auf eine gewisse Herdenimmunität angewiesen. Die Aussicht auf Sonderurlaub habe zumindest die Quote der gegen Grippe Geimpften deutlich erhöht.

Bis zum zweiten Impftermin und eine Woche darüber hinaus geht es mit dem Hygienekonzept und den Testungen erst einmal so weiter, wie bisher. „Alle werden jeden dritten Tag getestet", so Dennis Schwoch. Schließlich setze die Immunität erst nach der zweiten Impfung ein. Ob man danach lockern und wieder mehr Besucher zulassen könne, hänge zum einen davon ab, ob der Lockdown seine Wirkung tut und die Zahlen im Kreis wieder sinken. Die Regelungen hängen aber auch davon ab, wie viele Mitarbeiter*innen sich am Ende doch noch bereit erklären, sich impfen zu lassen. Und so hofft Dennis Schwoch, dass mir steigender Anzahl der Geimpften in Deutschland diejenigen, die der Impfung derzeit noch skeptisch gegenüber stehen, abnehmen wird.

5 Kommentar

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.